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29. November 2020

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Die interaktiven Alleskönner

Die interaktiven Alleskönner  © Kapsch BusinessCom

Digital gesteuerte Assistenzsysteme werden zu einem unverzichtbaren Bestandteil bei Produktion und Wartung. Ein Expertenkommentar von Hannes Walter, Spezialist für Smart Assistance bei Kapsch BusinessCom.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass intelligente Digitalisierung ein echter Gamechanger ist. In Zeiten, in denen persönlicher Kontakt vermieden werden soll, haben auch digitale Assistenzsysteme sehr schnell an Relevanz gewonnen. Wie kann man nun Mitarbeitern trotz Abstandsregeln direkt am Arbeitsplatz oder bei Außeneinsätzen komplexe Vorgänge erklären?

Kapsch unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Assistenzsystemen: Einer textbasierten Variante und einer kommunikations- bzw. dialogorientierten Version. Bei ersterer sehen die MitarbeiterInnen dann etwa über eine Datenbrille, was vor Ort genau zu tun ist. Wir setzen dabei primär auf intuitives Bild- und Videomaterial und ergänzende Checklisten. Die Anwendung wird auch von Tablets und Smartphones unterstützt.

Expertise für Reparaturen
Sollte es dann trotzdem Unklarheiten beispielsweise bei der Instandhaltung einer Maschine geben, kommt die dialoggestützte Version ins Spiel: Über diese Plattform lassen sich Probleme mittels persönlichem, digitalen Kontakt lösen. Das Fachpersonal ruft einfach einen Experten bei bestimmten Reparaturen zur Hilfe und dieser kann dann in Echtzeit bei den Arbeitsschritten zusehen und gegebenenfalls Unterstützung geben. Auch Audio- und Videoformate sowie Bildmaterial lassen sich übermitteln.

Derartige digitale Assistenzsysteme ermöglichen das Aufrechterhalten des Produktionsbetriebs, beziehungsweise aller Prozesse, die auch in Krisenzeiten notwendig sind. Durch die Reisebeschränkungen fehlen aktuell an vielen Standorten die Experten vor Ort. Werden nun die eingangs beschriebenen Assistenzsysteme mit speziellen Software-Applikationen wie etwa WorkHeld kombiniert, ergibt sich eine kontaktlose, digitale Gesamtplattform, welche die Bereiche Instandhaltung, Service, Fertigung sowie Montage und Inbetriebnahme abdeckt.
Die Software kümmert sich um alle Arbeitsschritte, von Planung über Ausführung bis hin zur Dokumentation und digitalisiert den gesamten Prozess von der Auftragserstellung bis zur Unterschrift des Kunden. Der Mitarbeiter erhält die Aufträge mit relevanten Daten, durch die textbasierte Assistenz sieht er wie etwas zu tun ist und bei Problemstellungen kann zusätzlich die dialoggestützte Variante zum Einsatz kommen.

Digitale Automatisierung
Vor allem weniger erfahrene Mitarbeiter können von derartigen digitalen Assistenzsystemen profitieren. Einschulung und praktische Anwendung kann einfach und produktiv mittels „Training on the Job“ passieren. In Industriebetrieben ist häufig die Maschinendatenerfassung und der Remote-Zugriff auf die Steuerung der Anlage eine Basis von Digitalisierungsprojekten. Von da weg wird dann weiter ausgebaut, rundherum entstehen zusätzliche, effizienzsteigernde Lösungsbausteine.

Damit werden gesamte Prozesse digital, weiter automatisiert, und gleichzeitig können die MitarbeiterInnen die Prozesse ortsunabhängig überwachen, steuern und abarbeiten. Kapsch setzt bei den digitalen Assistenzsystemen auf die Anwendung unserer Forschungstochter Evolaris. EvoDoc für die Textversion und EvoCall für die Dialogvariante sind hier die entsprechenden Bezeichnungen für den digitalen Servicekollegen.

Links

Hannes Walter, Economy Ausgabe Webartikel, 19.10.2020