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15. April 2024

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Malerei und Grafik der 1980er Jahre

Malerei und Grafik der 1980er Jahre© Lorenz Estermann

Die Galerie von Lorenz Estermann in der Wiener Himmelpfortgasse zeigt eine exzellente Auswahl an Werken von Anzinger, Bohatsch, Damisch, Kornberger, Mairwöger, Mosbacher und viele Weitere.

(Christian Czaak) Lorenz Estermann, geb. 1968 in Linz (OÖ) ist mehrfach ausgezeichneter Künstler und wissenschaftlicher Kurator. Er studierte von 1988 bis 1993 an der Wiener Angewandten und absolvierte die Meisterklasse bei Ernst Caramelle für Freie Grafik und Malerei. 1997 gewann Estermann etwa den ersten Preis beim Kunstwettbewerb der Bau-Holding-AG und erhielt die Talentförderungsprämie des Landes Oberösterreich.

Zahlreiche Prämierungen und Ausstellungen und wissenschaftlicher Kurator
1999 folgte die Prämierung beim 26. Innsbrucker Graphikwettbewerb, 2002 erhielt er ein Auslandsstipendium der oberösterreichischen Landesregierung für das Egon Schiele Art Center Cesky Krumlov, 2008 bekam er das Österreichische Staatsstipendium für Bildende Kunst und der Deutsche Galeristenverband nominierte Estermann für eine „New Talents“ Förderkoje auf der Art Cologne. 2010 folgte ein Auslandsstipendium des BM UKK für Rom.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit mit zahlreichen Ausstellungen in der Galerie Lukas Feichtner (Wien, 2006), Galerie Levy (Hamburg, 2008) oder im Lentos Museum (Linz, 2009) arbeitete Estermann viele Jahre als wissenschaftlicher Kurator in Museen, darunter auch für Rudolf Leopold im gleichnamigen Museum im Wiener Museumsquartier.

Lorenz Estermann ist ein exzellenter Kenner der Österreichischen Moderne ab 1945 mit Schwerpunkt Grafik und Malerei ab 1970. Economy erhielt bei zwei Treffen zur aktuellen Ausstellung in der Wiener Himmelpfortgasse (Nr. 22 in 1010 Wien) eine überaus fundierte Einführung in die wesentlichen Stilrichtungen und zu den wesentlichen Künstler:innen der Schau zum Thema 1980er Jahre.

Nachfolgender Text aus Programmübersicht von Lorenz Estermann
„Die Kunst der 1980er Jahre stellt einen dynamischen und spannenden Aufbruch und gleichzeitig eine deutliche Ablösung von der konzeptuellen bzw. aktionistisch-ideologischen Haltung der 1970er Jahre dar. In dieser "Reaktion" entstand eine neue, auf subjektiven Kriterien basierende Erzählweise in der Kunst. Hauptstrom davon wurden die Künstler und Künstlerinnen der sogenannten “Neuen (Jungen) Wilden”. In Österreich sind das bekannte Positionen wie Anzinger, Mosbacher, Kandl, Kornberger, Kowanz/Graf, Reinhold, Damisch, Bohatsch, Wurm und viele weitere.

Deutlich oder teilweise losgelöst von der figurativ/narrativen Arbeitsweise der oben genannten, gibt es parallel eine zweite wichtige Gruppe der "abstrakten bzw. gegenstandslosen" oder "ungegenständlichen" Kunst u.a. von Gasteiger, Rockenschaub, Scheibl, Zobernig, Zitko, Vopava und Gottfried Mairwöger. Im Wesentlichen hat sich diese Trennung bis heute erhalten, nur ein paar Künstler wie Reinhold, Bohatsch und Brandl, sind auf die Seite der Gegenstandslosen gewechselt.

Diesem sehr spannenden Abschnitt der österreichischen Kunstgeschichte erwächst nun auch offiziell immer mehr Bedeutung, daher nun die Schau in meiner Galerie in der Himmelpfortgasse 22 in 1010 Wien.“

Die beteiligten Künstler:innen:
Siegfried Anzinger, Josef Bauer, Herbert Brandl, Günther Brus, Erwin Bohatsch, Gunter Damisch, Julian Taupe, Wolfgang Ernst, Valie EXPORT, Tone Fink, Padhi Frieberger, Jakob Gasteiger, Martha Jungwirth, Johanna Kandl, Michael Kienzer, Alfred Klinkan, Alfred Kornberger, Peter Krawagna und Suse Krawagna.
Weiters Peter Kogler, Brigitte Kowanz/Franz Graf, Maria Lassnig, Franziska Maderthaner, Gottfried Mairwöger, Alois Mosbacher, Otto Muehl, Hermann Nitsch, Oswald Oberhuber, Arnulf Rainer, Gerhard Rühm, Thomas Reinhold, STATION ROSE, Hubert Scheibl, Hubert Schmalix, Manfred Schluderbacher, Walter Vopava, Martin Walde, Franz West, Erwin Wurm, Otto Zitko, Fabio Zolly u.w. .

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 02.04.2024