Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

20. November 2017

Search form

Search form

Die Vernetzung als unterschätztes Risiko

Die Vernetzung als unterschätztes Risiko© Bilderbox.com

Die digitale Gesellschaft ist von einem ihrer Kernelemente bedroht, der Vernetzung.

Eine soeben erschienene Stellungnahme der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bewertet die Gefährdungssituation der kritischen Infrastruktur in Österreich und gibt Empfehlungen zur Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit und zur Kommunikation in Krisenfällen.

Moderne Technologien und Abhängigkeit
Internet, Mobilfunkverbindungen, Stromnetze, Wasserversorgung und Verkehr: Die moderne Gesellschaft ist hochgradig digital vernetzt und profitiert von der Funktionsfähigkeit ihrer kritischen Infrastruktur. Diese ist aber durch Unfälle, Naturkatastrophen, Terror oder Cybercrime verwundbar. Ein rund 90 Seiten umfassenden Bericht des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW zeigt Handlungsbedarf auf. Die Abhängigkeiten moderner Technologien voneinander werden in Zukunft noch zunehmen, prognostizieren die Forscher.
„Es zeichnet sich ein deutlicher Trend zu hochgradiger Vernetzung ab, der von Smart Homes bis zu Industrie 4.0 reicht. Gleichzeitig wird aus Kostengründen oft bei Sicherheitskonzepten gespart“, verdeutlicht Stefan Strauß, Koautor der Studie. Verschärft wird die Lage durch „Unklarheiten hinsichtlich der Zuständigkeiten“, wie es in der Stellungnahme heißt. Das könne zu Überschneidungen und Abstimmungsproblemen führen.

Empfehlungen
Die ÖAW gibt in der vorliegenden Stellungnahme mehrere Empfehlungen ab, die dazu beitragen sollen, dass Österreich besser auf potentielle Krisenfälle vorbereitet ist. Dazu gehören eine umfassende Systemanalyse, Bewusstsein für das richtige Verhalten in einer Krise bei der Bevölkerung und bei Betreibern kritischer Infrastrukturen zu erhöhen, von der Infrastruktur entkoppelte Notfallsysteme und Kommunikationskanäle, um Kaskadeneffekte zu verhindern.
Allerdings: Absolute Sicherheit sei schlicht unerreichbar, betonen die Wissenschaftler. Vielmehr gehe es darum, im Krisenfall möglichst rasch zum Normalzustand zurückkehren zu können. (

Links

red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 02.06.2017