Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

27. Mai 2019

Search form

Search form

Viel zu wenig weibliche IT-Fachkräfte

Viel zu wenig weibliche IT-Fachkräfte@Piqs.de/Pingou

In IT-Jobs sind Frauen weiter die Ausnahme. 15 Prozent oder nur jede siebte Bewerberin auf eine IT-Stelle ist weiblich. Betriebe möchten nun verstärkt gegensteuern, so eine Umfrage des deutschen Digitalverbandes Bitkom.

Demnach möchten Die meisten Arbeitgeber der Branche möchten den derzeit schwachen Frauenanteil unter den eigenen IT-Fachkräften steigern. 55 Prozent erklären, sich intern dieses Ziel gesetzt zu haben. Mit der Größe des Unternehmens steigt auch die Bereitschaft, mehr Frauen in IT-Positionen zu beschäftigen. Unter den Unternehmen bis 50 Mitarbeitern hat sich jeder zweite Betrieb intern das Ziel gesteckt, den Anteil weiblicher IT-Fachkräfte zu erhöhen. Bei Unternehmen mit 200 Mitarbeitern sind es rund zwei Drittel (68 Prozent) und bei den Unternehmen ab 200 Mitarbeitern acht von zehn (80 Prozent).
All diese Unternehmen wollen den Frauenanteil unter IT-Fachkräften in den kommenden fünf Jahren auf durchschnittlich 25 Prozent steigern. Derzeit liegt der Anteil bei 17 Prozent. „Die meisten Unternehmen stecken sich ambitionierte Ziele und suchen gezielt nach weiblicher Verstärkung für ihre Teams“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Mehr Männer und weniger Frauen im Informatikstudium
Mehr Frauen für IT-Positionen zu gewinnen, wird allerdings auch in Zukunft eine Herausforderung bleiben. Der Anteil weiblicher Informatik-Studierender ist in Deutschland zurückgegangen. 2017 nahmen knapp 8.800 Frauen ein Erststudium im Fach Informatik auf, ein Minus von rund zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen stieg Die Zahl männlicher Studienanfänger stieg vergleichsweise von 30.052 (2016) um 1,3 Prozent auf 30.430 (2017). Noch geringer ist die Quote bei den Absolventen: 2017 schlossen in Deutschland 26.394 Studierende ein Informatikstudium ab, lediglich jeder fünfte davon (19 Prozent) war weiblich.
„Solange Frauen im Informatikstudium unterrepräsentiert sind und noch seltener ihr Studium auch abschließen, werden es die Unternehmen weiter schwer haben, mehr IT-Spezialisten einzustellen“, so Berg. Er wirbt für ein grundlegendes Umdenken in der Bildungskette: „Schon in jungen Jahren sollten Mädchen für digitale Technologien begeistert und an das Programmieren herangeführt werden.“

Links

red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 12.03.2019