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01. Dezember 2021

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Über 16 Milliarden Euro an Entlastung für deutsche Steuerzahler

Über 16 Milliarden Euro an Entlastung für deutsche Steuerzahler© Pexels.com/Elijah O'Donnell

Ein Steuerkompromiss der neuen Koalition in Deutschland könnte für die Bürger bis zu 16,4 Milliarden Euro an Entlastung bringen. Thema ist der Solidaritätszuschlag und positive Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Steueraufkommen, so Berechnungen des ifo-Instituts.

(red/czaak) Das Münchner ifo Institut hat die Steuervorschläge in den möglichen Koalitionsbündnissen zwischen SPD, Grünen und FDP analysiert. „Stand der aktuellen Sondierungen ist vorab, dass die Steuern nicht erhöht werden. Allerdings ist es durchaus möglich, dass sie im weiteren Verlauf der Gespräche noch gesenkt werden“, sagt Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik.

Die Modelle von SPD, Grüne und FDP
Einigt sich die Koalition auf den Tarif der Grünen und der Solidaritätszuschlag (Soli) würde, wie von der FDP gefordert, abgeschafft, dann beträgt der Rückgang im Steueraufkommen 7,8 Milliarden Euro, so die ifo-Berechnungen. Ein Unterschied könne sich beim Aufkommen auch durch unterschiedliche Grundfreibeträge ergeben.

Der von den Grünen vorgeschlagene Grundfreibetrag von 10.344 Euro ohne Solidaritätszuschlag brächte eine Verringerung des Aufkommens um 10,2 Milliarden Euro. Betrüge der Grundfreibetrag die von der SPD vorgeschlagenen 10.744 Euro und der Soli bliebe erhalten, fiele der Verlust an Steueraufkommen mit minus 8,2 Milliarden Euro etwas geringer aus.

Die Beschäftigungseffekte
Betrachtet wurden auch die Beschäftigungseffekte möglicher Kompromisse: „Setzt sich die SPD in einer Ampelkoalition mit ihrem Steuertarif durch und der Soli fällt weg, würde die Beschäftigung am stärksten zunehmen, und auch die Teilhabe am Arbeitsmarkt steigt am stärksten“, sagt ifo-Experte Peichl.

Die gearbeiteten Stunden pro Jahr nähmen in einem Maße zu, das der Arbeitskraft von 122.000 Personen mit jeweils 40 Wochenarbeitsstunden entspricht. Darüber hinaus würden im Zuge der Reform 72.000 Personen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, so die ifo-Berechnungen.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 21.10.2021