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24. Juni 2019

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Intelligente Belichtung für seriellen 3D-Druck

Intelligente Belichtung für seriellen 3D-Druck© Bilderbox.com

Unternehmen In-Vision Digital Imaging Optics gewinnt Staatspreis Innovation 2019. Weitere Auszeichnungen für Projekte zu Porenleichtbeton, Logistik und brandgeschützte Akkus. Digitalministerium sieht internationale Exzellenz entscheidend für Innovation Leader aus Österreich.

(red/mich) Die In-Vision Digital Imaging Optics GmbH aus dem niederösterreichischen Guntramsdorf erhält den diesjährigen Staatspreis Innovation für das Projekt „Intelligente Belichtungsmaschine für seriellen 3D Druck“. 3D-Drucker sind bekannt, werden aber zumeist „nur“ zur Fertigung von Prototypen verwendet. Die Serienproduktion greift auf herkömmliche Methoden zurück.
Die Firma In-Vision macht nun den nächsten Schritt mithilfe einer optoelektronischen Belichtungsmaschine namens „Light Engine“. Hier schicken bis zu acht Millionen einzeln ansteuerbare Mikro-Spiegel hochauflösende UV-Lichtsignale an jene Stellen des zu bearbeitenden Kunststoffs, die an exakten Positionen aushärten sollen. Die 3D-gedruckten Produkte sind dadurch stabiler, weil anders als beim üblichen Schicht-für-Schicht-Auftragen keine Sollbruchstellen entstehen. Die Light Engine kann zur seriellen Fertigung etwa von Schuhen, Zahnimplantaten oder Autoteilen verwendet werden.

Nominierungen für den Staatspreis
Neben der In-Vision Digital Imaging Optics GmbH wurden weitere fünf Unternehmen mit einer Nominierung ausgezeichnet. Das Unternehmen INNOFREIGHT Solutions GmbH aus Bruck an der Mur (Steiermark) für das Projekt „Smart GigaWood, ein digitalisierter Hochleistungswaggon für Holz und weitere KV-Module“. Für den effizienteren Transport von Rundholz dient hier ein digitalisierter, leichtgewichtiger Waggon mit vertikalen Streben und eine eigene Zuladungs-App unterstützt ein entsprechend optimiertes Beladen.
Weiters nominiert war die Knauf AMF Deckensysteme GesmbH aus Ferndorf (Kärnten) mit dem Projekt „Rekalzinierung – Der Weg zu Zero Waste (Anm. „Null-Verbrauch)“. Knauf hat in jahrelanger Forschungsarbeit ein CO2-neutrales Verfahren zur kompletten Wiederverwertung des betriebseigenen Holzwolle-Abfalls entwickelt.

Halbleiterfertigung, funktionelle Fasern und Mikrolautsprecher
Ebenso eine Nominierung erhielt Sico Technology GmbH aus Bad Bleiberg (Kärnten) für das Projekt „Siliziuminjektor für die Halbleiterfertigung“. Dabei bringt ein neues Verfahren Injektoren aus hochreinem Silizium für die CVD-Beschichtung hervor. CVD ist dasselbe Material, aus dem die in der Halbleiterfertigung genutzten und zu beschichtenden Scheiben bestehen.
Die Tribotecc GmbH aus Arnoldstein (Kärnten) wurde für das Projekt „Funktionelle Fasern“ nominiert. Hier bringen spezifisch entwickelte funktionelle Fasern Metallsulfide an die richtige Stelle in Produktionsketten, etwa zwischen Bremsscheiben und -belägen, wo sie die Reibung verbessern und Geräusche und Verschleiß reduzieren.
Die USound GmbH aus Graz (Steiermark) wiederum wurde nominiert für das Projekt „Die weltweit ersten piezoelektronischen MEMS-Mikrolautsprecher“. Im Zuge des Trends zu mikroskopisch kleinen Elektrogeräten gibt es jetzt auch Lautsprecher im Ausmaß von wenigen Kubikmillimetern, die schneller und sparsamer sind.

Sonderpreise Econovius und Verena
Im Rahmen der Staatspreis-Gala werden mit dem „Econovius“ und dem „Verena“ auch Sonderpreise für besondere Innovation von KMUs verliehen. Der von der Wirtschaftskammer Österreich ausgelobte „Econovius“ ging an die MAI International GmbH (auch aus Kärnten) für das Projekt „Anlage für Schaumbeton (Porenleichtbeton "PLB")“. Es handelt sich um einen ökologisch hochwertigen Leichtbeton, der auch in der Herstellung wenig CO2 und Energie verbraucht.
Der vom Verbund-Konzern für Arbeiten rund um Energieeffizienz ausgelobte Sonderpreis VERENA ging an TDK Electronics aus Deutschlandsberg 8Steiermark) in Kooperation mit der TU-Graz Uni für das Projekt „Cera ChargeTM – erster Solid-State-Akkumulator in kompakter SMD-Technologie“. Damit sollen brennende Handys verhindert werden – und das über einen Akku mit einem keramischen Festkörper als Elektrolyt, mit dem Brand, Explosion oder das Auslaufen von Elektrolytflüssigkeit ausgeschlossen ist.
Der Staatspreis Innovation wird im Auftrag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaft von der Austria Wirtschaftsservice (aws) organisiert und wurde in diesem Jahr bereits zum 39. Mal vergeben. „Kooperation, Exzellenz und Internationalität sind entscheidende Faktoren, damit Österreich in die Gruppe der Innovation Leader vorrücken kann. Die heute ausgezeichneten Unternehmen erbringen genau die Leistungen, die es braucht, um den Standort Österreich weiter zu stärken“, betonte Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaft anlässlich der Prämierungen.

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red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 02.04.2019