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26. October 2020

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Digitale Technologien gewährleisten Gesundheit und Wirtschaft

Digitale Technologien gewährleisten Gesundheit und Wirtschaft© Pexels.com/cottonbro

IT-Dienstleister sind beim Bedarf von Unternehmen und systemrelevanten Versorgern gefordert. Der Fokus liegt auf flexibler und sicherer Verfügbarkeit medienübergreifender Services.

(Christian Czaak) Die allgegenwärtige Corona-Pandemie hat nach wie vor umfangreiche Auswirkungen auf kritische Systemerhalter und den Wirtschaftskreislauf. Zwei besonders von der Pandemie betroffene Segmente sind das Gesundheitswesen und verwandte Produktionsbetriebe. Branchenübergreifende Kooperationen unterstützen hier nun Herstellung, Logistik und Diagnostik.

Autarke Produktion
Das Smart Textile Konsortium in Vorarlberg mit Unternehmen wie Grabher, Bandex, Getzner oder Wolford begann während der Corona-Krise Einzelteile und hochwertige Schutzmasken zu produzieren, die komplett in Österreich hergestellt werden. In Spitzenzeiten wurden täglich mehr als 24.000 Schutzmasken gefertigt und dafür mussten tausende Einzelteile an rund 100 SchneiderInnen zur Endfertigung ausgegeben werden.

Um diese autarke Produktion „Made in Austria“ zu sichern, wurde Kapsch BusinessCom mit der raschen Umsetzung einer produktionstechnisch flexibel skalierbaren IT-Anwendung beauftragt. Der IT-Dienstleister entwickelte speziell für die Steuerung und Protokollierung der einzelnen Produktions- und Lieferschritte ein eigenes Tracking-System.

Cloudbasiertes Webportal
„Bei den verteilten Produktionsstätten war das ein anspruchsvoller Logistikprozess, den wir in kurzer Zeit auf Basis von Microsoft Cloud Technologien digitalisiert haben. Eine einfache App ermöglicht nun die wesentlichen Schritte im logistischen Abwicklungsprozess sowie Rück- und Fertigmeldungen von SchneiderInnen und Spediteuren zentral zu verfolgen“, sagt Jochen Borenich, Mitglied des Vorstands beim IT-Dienstleister Kapsch BusinessCom.

Basis ist ein cloudbasiertes und flexibel skalierbares Web-Portal und eine Handy-App für das Scannen und die Etikettierung verschiedener Pakete via QR-Code. Auch Steuerung und Nachverfolgung der Lieferketten passiert geräteunabhängig über die Web-Oberfläche und App. Die Echtzeit-Anwendung sichert zudem, dass die Näherinnen die richtigen Pakete mit den Einzelteilen zugestellt bekommen und den Weiterversand der Masken zur nächsten Station.

Fundierte Diagnostik
Ein weiteres Projekt im Gesundheitswesen betrifft die Österreichische Diabetesgesellschaft, wo Kapsch gemeinsam mit Microsoft eine digitale Datenerfassung zur Prüfung von Zusammenhang und Auswirkung von COVID-19 auf zuckerkranke Patienten entwickelten. Diabetes mellius stellt einen Risikofaktor für schwerwiegende Verläufe von COVID-19 Infektionen dar.

„Die nunmehr digitalisierte österreichweite Erfassung von relevanten Parametern, wie Laborwerten, Begleiterkrankungen und Medikation ermöglicht eine entsprechend fundierte Diagnostik“, so Jochen Borenich. Manche Auswirkungen der Corona-Pandemie können durch digitale Innovationen zumindest erleichtert werden.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 12.10.2020