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29. September 2022

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Modernisierung im Sinne der menschlichen Gesundheit

Modernisierung im Sinne der menschlichen Gesundheit © Pexels.com/Ksenia Chernaya

Verbesserte Qualität bei gleichzeitiger Kosteneffizienz erfordert technologische Innovation in der medizinischen Leistungserbringung. Zielsetzung ist eine optimale Infrastruktur für Ärzte und Pflegekräfte für eine bestmögliche Betreuung der PatientInnen.

(Christian Czaak) In Zeiten einer Pandemie ist der persönliche Kontakt mit Patienten besonders herausfordernd. Dazu gehört auch das Thema Rehabilitation nach Krankheit oder Unfall und um die dafür nötigen Abläufe effizient und patientenorientiert zu gestalten, sollten Menschen auch digital erreichet werden können. Für diese medizinisch-therapeutische Kommunikation auf rein digitalem Weg müssen aber oftmals erst die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden.

Die Elektronische Gesundheitsakte „ELGA“ bietet dafür eine Vielzahl an Diensten und die können auch in der Rehabilitationsbehandlung (Reha) eingesetzt werden. Mehrere österreichische Reha-Kliniken haben nun ihre Einrichtungen an die ELGA angebunden und T-Systems als Digitalisierungspartner mit der Implementierung beauftragt. Im Wesentlichen geht es um die Darstellung und Übermittlung von ELGA spezifischen Dokumenten. „Reha.Complete deckt als modulartig konzipierte Medizinanwendung für Kur- und Reha-Einrichtungen alle Anforderungen zentral ab und das umfasst die medizinische, pflegerische und therapeutische Planung und Dokumentation“, sagt Martin Werner, Head of Business Area Health bei T-Systems Österreich.  

Lokal oder in der Cloud
Technologisch kann die Anwendung als Cloud-Variante oder gesondert im jeweiligen System der Einrichtung betrieben werden und die Nutzung ist vollumfänglich auch über mobile Endgeräte möglich. Ein wichtiger Ansatz ist die Vermeidung des fehleranfälligen manuellen Erfassens von bestehenden Befunden. Die Dokumente werden automatisiert übertragen und stehen Ärzten und Therapeuten für weitere therapeutische Maßnahmen zur Verfügung.

„Ziel war, Entlassungsberichte aus der Rehabilitation in die ELGA einstellen zu können. Daten können nun aus einer ELGA Domäne abgefragt und im klinischen Informationssystem Reha.Complete dargestellt werden und strukturiert vorliegende Daten werden hierbei automatisiert, etwa als anamnestische Verordnungen, in die klinische Fallakte des Patienten übernommen. Dies ist für alle Stakeholder eine enorme Erleichterung und reduziert zudem die Fehleranfälligkeit erheblich“, so Werner von T-Systems.
Eigene Anwendungen für effizientere Prozesse

Für effizientere Prozesse und eine gesteigerte Behandlungsqualität kann die Gesundheitsbranche schon länger auf eigene Krankenhausinformationssysteme (KIS) und Softwarelösungen zurückgreifen. Die bausteinartig konzipierten Anwendungen erstrecken sich vom ganzheitlichen Einsatz bis hin zu spezifischen Segmenten wie etwa die Wundbehandlung. Der zunehmende Einsatz mobiler Arbeitsgeräte muss dabei ebenso abgebildet werden, wie ein gesichertes und abteilungsübergreifendes Datenmanagement.

Große Krankenanstalten in den Bundesländern und bundesweite Gesundheitsversicherer verwenden diese mit den zentralen SAP-Systemen vernetzbaren KIS-Dienste. Ordensspitäler in Wien und Oberösterreich nutzen wiederum eigene Softwareapplikationen, die Pflegekräften die ortsunabhängige Dokumentation von Wunden ermöglicht. Von der Anamnese bis zur Heilung werden dabei alle Kontakte und Veränderungen lückenlos und ohne Medienbrüche aufgezeichnet.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 13.09.2022