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20. August 2019

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Digitale Wertschöpfung für globale Nutzung

Digitale Wertschöpfung für globale Nutzung© Bilderbox.com

Technologische Innovationen bringen steigende Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Interne und externe Netzwerke und Lieferketten müssen flexibel und einfach zu steuern sein und über all dem steht die absolut sichere Verfügbarkeit.

(Christian Czaak) Das Management standortübergreifender Netzwerke und Produktionsketten wird zunehmend komplexer. Bis dato genügten klassische Firmennetzwerke (engl. Virtual-Private-Networks), nun braucht steigender Datenverkehr, Cloud-Services und Mobilität neue Ansätze in Form hybrider Netze.
Hier werden zusätzliche Netzanbindungen (Multi-Protocol-Label-Switching) mit VPN-Lösungen kombiniert und eine Software übernimmt die intelligente Verknüpfung und Steuerung. Mitarbeiter haben damit mehrere Möglichkeiten für den Zugriff auf betriebliche Anwendungen, der Datenverkehr läuft nicht über das öffentliche Internet, sondern über leistungsfähigere und gesondert gesicherte Netze.

Heterogene IT-Landschaften bei globalen Konzernen
Das reibungslose Funktionieren derartiger Netzwerke ist besonders für internationale Unternehmen mit heterogenen IT-Landschaften entscheidend. Die österreichische Polytec Group mit weltweit 25 Standorten ist Hersteller von Kunststoffen und Edelstahl bis hin zu Industrieanlagen.
Der Lieferant vieler Autokonzerne beauftragte T-Systems mit der Modernisierung seiner IT-Infrastruktur. Gefordert war einerseits eine Vereinheitlichung der Systemlandschaften, Kostenreduktion und hochsichere Verfügbarkeit bei unternehmenskritischen Anwendungen.

„Mit der Migration der komplexen SAP-Landschaften ins Wiener T-Center wurde ein ausfallssicherer Betrieb mit bedarfsgerechter Kostenplanung und flexibler Ausweitung bei Lastspitzen gewährleistet“, sagt Zibor Brkic, Head of TC-Operations bei T-Systems.
Weiterer Bestandteil war der Umbau des gesamten Netzes auf Glasfaser zur Erhöhung der Bandbreiten als Basis für die Zentralisierung weiterer IT-Services und die Priorisierung des geschäftskritischen Datenverkehrs. „Finale Zielsetzung war mehr Flexibilität für die Expansion und schnellere Reaktionsmöglichkeiten auf Marktveränderungen“, so Brkic.

Standortübergreifende Wertschöpfungsketten
Eine aktuelle Anforderung von Unternehmen betrifft auch die Gestaltung standortübergreifender Wertschöpfungsketten über verschiedene Produktions- oder Logistikprozesse hinweg.
Speziell für die produzierende Industrie hat Kapsch BusinessCom nun einen sogenannten Digitalen Fingerabdruck entwickelt.
Dieser ermöglicht die langfristige, statistische Analyse umfassender Verarbeitungsprozesse, die Nachverfolgung einzelner Stücke im weiteren Lebenszyklus oder die Identifikation von Ausschussware und dabei sind auch automatisierte Wartungsservices (Predictive Maintenance) inkludiert.

Eine eigens entwickelte intelligente Industriekamera scannt dabei die Oberfläche von Rohstoffen und verknüpft diese mit bestimmten Verarbeitungsparametern wie Beschaffenheit oder Herkunft.
Um größtmögliche Sicherheit und Ressourceneffizienz zu gewährleisten, werden alle Daten zentral gesichert und die Produktionsparameter können jederzeit aktualisiert werden.

Individuelle Kennzeichnung der Rohstoffe
Im Anschluss an die individuelle Kennzeichnung der Rohstoffe greifen spezielle Schlichtroboter auf diesen digitalen Fingerabdruck zu und kümmern sich auch um die optimale logistische Auslastung des Lagers.
Weiters durchläuft das jeweilige Element einen Veredelungsprozess mit der Prüfung bestimmter Qualitätskriterien. Die Daten aus den Produktionsstufen fließen wiederum zusammen, sie können strukturell und visualisiert aufbereitet werden und sind gegebenenfalls auch global verfügbar.

„Modernste Artficial-Intelligence-Lösungen (AI) und umfassende Daten-Analysen können die Verarbeitungs- und Produktqualität vorhersagen und damit lassen sich wiederum wertvolle Informationen wie Wartungsmaßnahmen vorhersehen und Störzeiten maßgeblich minimieren“, erläutert Jochen Borenich, Mitglied des Vorstands von Kapsch BusinessCom.

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(red/czaak), Economy Ausgabe Webartikel, 04.02.2019