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22. Juli 2024

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Vom Partner über eine Spielerei bis zur Angst

Vom Partner über eine Spielerei bis zur Angst© pexels/cottonbro

56 Prozent der Österreicher sehen künftig Künstliche Intelligenz unverzichtbar für Beruf und privaten Alltag. 66 Prozent vertrauen Freunden oder Kollegen mehr als KI und 34 Prozent haben Angst, so eine aktuelle Studie im Auftrag von Salesforce.

(red/czaak) Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist im Kontext mit der Anwendung ChatGPT nun für viele Menschen greifbarer geworden. Für ein Stimmungsbild der österreichischen Bevölkerung hat der CRM-Anbieter Salesforce beim Marktforscher marketagent eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben.

Mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent) sieht KI zwar als Chance, weiß aber noch nicht, wohin die Reise gehen wird. 29 Prozent halten KI für eine spannende neue Möglichkeit. Für acht Prozent ist KI noch „Science Fiction“. Diese Gruppe kann mit KI nichts anfangen, fürchtet sich aber auch nicht vor ihr. 34 Prozent sehen KI als beängstigende Entwicklung, so die wichtigsten Ergebnisse der Studie.

KI als Unterstützung unbewusst präsent
Im Alltag ist der Einsatz von KI oft nicht bewusst. Für sieben Prozent ist KI unverzichtbar in der Arbeit, für sechs Prozent im Privatleben. Zusätzlich stufen 14 Prozent KI privat als „nette Spielerei“ ein und 13 Prozent halten KI beruflich für ein nicht wirklich nötiges „nice to have“.

Zahlreiche KI-gestützte Assistenten wie Alexa, Siri, Cortana & Co sind bereits länger eingeführt und assistieren bei Musik-Vorlieben und Online-Shopping oder durchsuchen das Internet nach Informationen. Im Auto verarbeiten Navigationssysteme Verkehrsinformationen in Echtzeit und suchen etwa den schnellsten Weg. Im betrieblichen Bereich wird KI in der Medizin, im Qualitätsmanagement, in Produktionsprozessen oder bei der Datenanalyse genutzt.

Beschleunigte Prozesse und Hilfe bei Routineaufgaben für mehr Freiraum
Zum Thema zukünftige Einschätzungen, meint mehr als die Hälfte der Befragten, dass Künstliche Intelligenz (KI) ein unverzichtbarer Teil ihres beruflichen oder privaten Alltags sein wird (56 Prozent). Aktuell bzw. vorab wird KI primär als unterstützendes Werkzeug verstanden, etwa bei Routineaufgaben, um Zeit für andere kreativere Tätigkeiten zu schaffen.

Auf die Frage, welche Veränderungen sich die Befragten für Ihren Arbeitsalltag von KI-Anwendungen wünschen, geben 27 Prozent „beschleunigte Prozesse“ an. 23 Prozent möchten „monotone und einfache Aufgaben“ an die KI abgeben und 22 Prozent erhoffen sich „mehr Freizeit, weil Arbeiten schneller erledigt werden“ können.

Aktuell ist Vertrauen in menschliche Interaktion höher
Ein Zehntel der Befragten geht davon aus, sich eines Tages mehr auf den Rat einer KI als auf Freunde oder Kollegen zu verlassen. Die überwiegende Mehrheit (66 Prozent) glaubt das keinesfalls. Das Ergebnis zeigt, dass, obwohl KI als nützlich erachtet wird, das Vertrauen in menschliche Interaktion und persönlichen Rat nach wie vor höher ist. Das Ergebnis zeigt aber auch, dass viele Menschen sich nicht bewusst sind, wie viel KI sie bereits im Alltag nutzen.

„Effektive KI wird zukünftig in vielen Bereichen ein wertvoller Partner für Menschen sein - aber diese keineswegs ersetzen“, sagt David Hable, Co-Country Leader von Salesforce Österreich. Und: „Die intelligente Automatisierung nicht-wertschöpfender Tätigkeiten kann Menschen wichtige Freiräume schaffen, etwa um fundiertere Entscheidungen zu treffen oder für mehr Zeit bei komplexen Aufgaben und für menschliche Beziehungen“, ergänzt Hable.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 05.06.2023