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29. Juli 2021

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Faszinierende Einblicke in das Fühlen und Denken und Handeln

Faszinierende Einblicke in das Fühlen und Denken und Handeln© MedUni_Innsbruck

Das menschliche Gehirn ist Schaltzentrale für Körper und Geist. Die diesjährige „Woche des Gehirns“ an Innsbrucker Med-Uni erörtert vom 15. bis 19. März wiederum viele wissenswerte Themen rund um unser Cerebrum und Cerebellum.

(red/czaak) Die Erforschung des Gehirns ist nach wie vor eine große Herausforderung: 5,8 Millionen Kilometer lang sind die Nervenbahnen in einem erwachsenen Gehirn. 80 Milliarden Nervenzellen befinden sich in der Schaltzentrale des Menschen zur Steuerung aller lebenswichtigen Funktionen.

Im Rahmen der weltweiten Woche des Gehirns von 15. bis 19. März erläutern auch heuer wieder die Experten der Medizinischen Universität Innsbruck zahlreiche Schwerpunkte und behandeln Fragen zu Themen wie: Ist Cannabis Fluch oder Segen? Von Kopfschmerzen bis Migräne – alles nur eingebildet? Macht uns körperliche Fitness auch geistig fit?

Ein komplexes und faszinierendes Feld
Ergänzend werden neue Erkenntnisse der Hirnforschung zu den Wirkungen von Meditation präsentiert sowie zum Thema Schlaganfall. Die öffentlichen Online-Vorlesungen werden allesamt live aus einem Hörsaal gestreamt. Start ist jeweils um 19 Uhr, im Anschluss können per Live-Chat Fragen an die Experten gestellt werden. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Die Vorträge können dann im Nachhinein rund einen Monat lang angeschaut werden.

„Die Neurowissenschaften sind ein sehr komplexes und faszinierendes Feld. Nur wenn wir die Funktionsweise des Gehirns genau verstehen, können wir auch neue Therapieansätze finden und die Prävention von beispielsweise neurodegenerativen Erkrankungen verbessern“, unterstreicht Christine Bandtlow Neurowissenschafterin und Vizerektorin der Med-Uni Innsbruck.

„Cannabis – Fluch oder Segen?“
Die Vortragsreihe startet am Montag, den 15. März um 19:00 Uhr mit dem Thema „Cannabis – Fluch oder Segen?“ Hans-Günther Knaus vom Institut für molekulare und zelluläre Pharmakologie spannt den Bogen von den pharmakologisch aktiven Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) über die entsprechenden Rezeptoren im Körper des Menschen bis hin zum Einsatz von THC und CBD bei einzelnen Erkrankungen. Erörtert werden auch die Themen Indikationen und Wirkungsweisen und die kurz- und langfristigen Gefahren bei akutem und chronischem THC Konsum.

„Meditation - Neues aus der Hirnforschung“
Am Dienstag, den 16. März folgt „Meditation - Neues aus der Hirnforschung“ mit den Experten Elke Ruth Gizewski (Uni-Klinik für Neuroradiologie), Nicolas Singewald (LFUI) und Michaela Waibel (Yogamood Academy). Behandelt werden Themen wie Meditationspraktiken versus Stress und Angst, Mechanismen in Körper und Gehirn sowie Atem- und Meditationstechniken – bis hin zu wie Probanden in einem sehr geräuschvollen Umfeld meditieren lernen.

„Kopfschmerzen bis Migräne – alles nur eingebildet?“
Der Schwerpunkt „Kopfschmerzen bis Migräne – alles nur eingebildet?“ folgt am Mittwoch, den 17. März. Gregor Brössner von der Uni-Klinik für Neurologie bespricht die weltweite Entwicklung, wo mittlerweile rund dreizehn Prozent der Bevölkerung an Migräne leiden, davon mehr als eine Million in Österreich. Viele Patienten müssen dabei immer noch mit Vorurteilen umgehen. Der Leiter der Sprechstunde für Kopf- und Gesichtsschmerzen der Uni-Klinik für Neurologie erklärt neueste Behandlungsmöglichkeiten und die Vorgänge im Gehirn bei Kopfschmerzen.

Schwerpunkt zum Thema Schlaganfall
Am Donnerstag, den 18. März folgt der Schwerpunkt zum Thema Schlaganfall. Österreich gehört zu den Ländern mit der besten Schlaganfallversorgung weltweit. Stefan Kiechl von der Uni-Klinik für Neurologie erörtert Fragen zur Erkennung und richtigen Reaktion sowie zu aktuellen nationalen und internationale Trends in Forschung und Behandlung. Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags betreffen die Bereiche praktische Tipps zur Vorbeugung und neue Entwicklungen in der Nachbetreuung des Schlaganfalls.

„ … orandum est ut sit mens sana in corpore sano“
„Macht uns körperliche Fitness auch geistig fit?“ ist schließlich das Schwerpunktthema am Freitag, den 19. März. Michaela Defrancesco von der Univ.-Klinik für Psychiatrie I widmet sich dabei insbesondere der engen Verknüpfung von körperlicher Gesundheit und geistiger Fitness. Unter dem Motto „… orandum est ut sit mens sana in corpore sano“ („Beten sollte man für einen gesunden Geist in einem gesunden Körper“) wird sich die Psychiaterin der Innsbrucker Univ.-Klinik den Zusammenhängen zwischen Bewegung und kognitiver Leistung widmen - von der Jugend bis ins hohe Lebensalter.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 12.03.2021