Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

08. April 2020

Search form

Search form

Betrüger nützen Corona-Notlage

Betrüger nützen Corona-Notlage© Pexels.com/Pratikxox

Bedingt durch die Schließungen vieler Handelsbetriebe boomt der Onlinehandel noch stärker. Parallel warnen Internet-Ombudseinrichtungen vor gestiegener Internet-Kriminalität und publizieren eigene Warnlisten.

(red/mich) Ein Großteil des stationären Handels ist geschlossen, die Menschen bleiben zuhause und das bedingt einen zusätzlichen Schub für den Internet-Handel – aber gleichzeitig wittern auch Kriminelle ihre Chance auf leichte Beute. Der Internet Ombudsmann und die Watchlist Internet geben nun wichtige Hinweise, wie Konsumenten möglichst sorgenfrei shoppen können und wie Fallen erkennbar sind.

Fake-Shops oder das Geschäft mit der Angst
„Fake-Shops für Prophylaxe-Artikel haben Hochkonjunktur, gefälschte E-Mails zielen auf Datendiebstahl ab oder schleusen Schadsoftware ein und Trickbetrüger versuchen Geld für angeblich benötigte Medikamente abzuzocken“, so die Einrichtungen in einer Aussendung.

„Cyberkriminelle haben keinerlei Skrupel, die Sorgen um den Coronavirus auszunützen“, warnt auch Rudolf Anschober, Bundesminister u.a. für Konsumentenschutz. „Ich appelliere an alle ÖsterreicherInnen, bei E-Mails und Online-Shopping noch wachsamer als sonst zu sein. Der Internet Ombudsmann und die Watchlist Internet bieten hier wertvolle Unterstützung und einen hilfreichen Leitfaden.“

Fehlende Angaben zu Zahlungsbedingungen oder Impressum
Betreiber von Fake-Shops, also Websites, die lediglich vorgeben, etwas zu verkaufen, locken Konsumenten etwa mit aktuell besonders gefragten Corona-Schutzprodukten oder Desinfektionsmittel. Konsumenten sollten hier besonders genau prüfen und zuerst im Internet nach Erfahrungen zu diesem Shop suchen. Bei unseriösen Angeboten finden sich oftmals bereits Warnungen anderer Verbraucher.

Werden noch keine relevanten Suchergebnisse angezeigt, kann das ebenfalls auf einen unseriösen Shop hindeuten. Ein weiteres Indiz für kriminelle Betrügereien sind fehlende Angaben zu Zahlungsbedingungen oder Impressum. Betrügerische Online-Shops fälschen allerdings oft auch Firmendaten. Werden auf der Startseite zahlreiche Zahlungsmöglichkeiten angepriesen und am Ende bleibt nur die Zahlung durch Vorabüberweisung übrig, deutet das auf Betrug hin.

Liste betrügerischer Online-Shops und Warnung vor gefährlichen E-mails
Ein Blick auf die Liste betrügerischer Online-Shops der Watchlist Internet ist oft der schnellste Weg, betrügerische Online-Angebote zu entlarven. Umgekehrt lassen sich seriöse und regelmäßig überprüfte Angebote durch Gütezeichen erkennen. In Österreich werden sie durch das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen und durch Trustmark Austria zertifiziert. Auf deren Internetseiten sind mehr als 300 seriöse Online-Shops zu finden.

Kriminelle eignen sich aber auch falsche Identitäten etwa von Paketdiensten an, indem sie in deren Namen gefälschte E-Mails versenden, die „aufgrund von CoViD-19-Vorsichtsmaßnahmen“ Probleme bei der Zustellung von Paketen vorgeben. Wer seine Bestellung erhalten möchte, soll auf einer Internetseite persönliche Daten eingeben. Hier handelt es sich dann um Datendiebstahl.

Falsche Paketdienstleister oder Mobilfunkanbieter
Kriminelle versenden auch E-Mails, in denen die Informationen zum Paketempfang in einer Datei im Anhang zu finden sein sollen. Wer diese Datei öffnet, installiert jedoch Schadsoftware auf seinem Computer oder Smartphone. Auch Mobilfunkanbieter sind von solchen Phishing-E-Mails betroffen. Hier behaupten Kriminelle in gefälschten E-Mails, dass es aufgrund des Coronavirus kostenlos verbesserte Angebote gibt. Für die Nutzung sollen auch hier persönliche Daten eingegeben oder Software installiert werden – und damit passiert dann wiederum Datendiebstahl oder Schadsoftware wird installiert - und später folgt dann eine Erpressung.

Derartige Phishing-E-Mails lassen sich oft schon durch einen Blick auf die Absenderadresse entlarven: Passt diese nicht zum Absender, handelt es sich um Betrug. Gleiches gilt für Links in E-Mails. Auf der Watchlist Internet finden sich Infos und Tipps zu aktuellen Betrugsfallen. Die Serviceeinrichtung für Konsumenten bittet auch um Nennung derartiger Internetbetrügereien. Generell hilft der Internet Ombudsmann bei Unsicherheiten sowie Problemen und das juristische Team beantwortet alle Anliegen rund ums Einkaufen im Internet.

Links

red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 26.03.2020