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08. April 2020

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„Spitzenmedizin in allen neurologischen Bereichen“

„Spitzenmedizin in allen neurologischen Bereichen“© Pexels.com/meo

Die renommierte Uniklinik für Neurologie an MedUni-Innsbruck hat mit Stefan Kiechl neuen Direktor. Der Experte für Epidemiologe und Schlaganfall will medizinisches Spektrum noch ausbauen und besonders Akzente im Bereich der Demenz setzen.

(red/czaak) In der klinischen Versorgung neurologischer Krankheitsfälle ist die Innsbrucker Univ.-Klinik für Neurologie das Zentrum für Westösterreich. Beispiele für komplexe Behandlungen sind die Parkinson- und Epilepsiechirurgie sowie die Kathederbehandlung des schweren Schlaganfalls. Pro Jahr werden rund 6.000 PatientInnen stationär und rund 50.000 ambulant betreut. Die spitzenmedizinische Versorgung betrifft neurologische Fachgebiete wie etwa Schlafmedizin, neurologische Intensivmedizin und Neuroonkologie und damit Bereiche, die nur an wenigen Kliniken in Österreich realisiert sind.

„In all diesen Kernbereichen bieten wir den höchsten Standard – ein Alleinstellungsmerkmal in Österreich, das es zu halten gilt“, so Stefan Kiechl, seit letzten Oktober neuer Klinikdirektor. „Wir haben mit Stefan Kiechl einen erfahrenen Kliniker und hochkompetitiven Wissenschafter gewonnen, der mit seinem Team unseren auch international hoch angesehenen neurowissenschaftlichen Schwerpunkt nachhaltig weiterentwickeln wird“, so Wolfgang Fleischhacker, Rektor der MedUni Innsbruck. „Die Neurologie ist eine unserer Kliniken, die weit über Österreich und Europa hinaus einen exzellenten Ruf genießt. Ich bin überzeugt, dass Kiechl dieses Renommee noch weiter vergrößern wird“, betont auch Alexandra Kofler, Ärztliche Direktorin der Klinik Innsbruck.
 
Intensivierung Schlaganfall-Nachsorge und Demenzbehandlung
Ein Schwerpunkt im Tätigkeitsbereich der Uniklinik ist die Behandlung und Erforschung von Gefäßerkrankungen und des Schlaganfalls. Rund 25.000 ÖsterreicherInnen erleiden pro Jahr einen Schlaganfall – Tendenz deutlich steigend. „Die Mortalitätsrate ist beim Schlaganfall dank verbesserter Akutversorgung in speziellen Schlaganfalleinheiten weltweit erheblich gesunken und die Wahrscheinlichkeit einer Heilung hat deutlich zugenommen“, erläutert Kiechl, der auch die erfolgreiche Implementierung des  Tiroler Schlaganfallpfades verantwortet und künftig vor allem auf die Intensivierung der Schlaganfall-Nachsorge setzen will. 

Eine weitere Krankheit des Alters ist die Demenz. In Österreich sind rund 100.000 vorwiegend ältere Menschen von dieser Erkrankung betroffen und in den nächsten 30 Jahren soll sich diese Zahl demographisch bedingt mehr als verdoppeln. Für den Großteil der Demenzen ist die Alzheimer-Krankheit verantwortlich, gefolgt von der sogenannten vaskulären Demenz. Neurologische und internistische Erkrankungen sowie die chronische Einnahme von Medikamenten können ebenfalls zu Beeinträchtigungen des Gedächtnisses führen. „Der Fachbereich Demenz hat an unserer Klinik großes Potenzial. Hier wird das Team personell aufgerüstet, um die Forschung mit Behandlungsstudien sowie die Versorgung forcieren zu können“, so Kiechl zu weiteren Vorhaben an der Klinik.
 
Exzellente Wissenschaft für spitzenmedizinische Versorgung
In der Innsbruck Neurologie gibt es aber auch noch auf anderen Gebieten herausragende Expertisen und dazu zählt etwa der Bereich autonome Nervensysteme. Die Innsbrucker sind hier mit einem umfassenden Funktionslabor und entsprechender Fachexpertise in der Neurourologie eu-weit führend. „Wir werden auch das Thema Kopfschmerz forcieren und haben hier etwa schon eine eigene Sprechstunde nur für Kopf- und Gesichtsschmerz eingerichtet“, unterstreicht Kiechl ein weiteres relevantes Thema.
 
Kiechl selbst schloss sein Medizin-Studium in Innsbruck 1990 mit Auszeichnung (Anm. sub auspiciis) ab. Nach der Ausbildung zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie einem Postgraduate für Epidemiologie und Biostatistik, leitete der verheiratete Vater zweier Töchter gemeinsam mit Johann Willeit die Schlaganfalleinheit und Neurovaskuläre Arbeitsgruppe an der MedUni-Innsbruck. Die Etablierung des Tiroler Schlaganfallpfades war neben vielen Publikationen zum Thema Gefäßerkrankungen auch ausschlaggebend für Auszeichnungen wie den Tiroler Wissenschaftspreis oder den ESO Research Excellence Award. Das wegweisende Projekt des Tiroler Schlaganfallpfades war zudem Thema im international renommierten Fachjournal The Lancet Neurology.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 27.01.2020