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20. September 2019

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Neuer Schnelltest von TU Wien

Neuer Schnelltest von TU WienBilderbox.com

... und BioTrac spürt Wasserverunreinigungen auf.

Verschmutztes Wasser zählt zu den bedeutendsten Gesundheitsrisiken für den Menschen. Besonders gefährlich sind fäkale Verunreinigungen, die man bisher nur mit Hilfe von aufwändigen Bakterienkulturen nachweisen konnte. Die TU Wien und das universitäre StartUp BioTrac konnten nun eine Methode entwickeln, die einfacher und rascher als bisher Auskunft über fäkale Verunreinigungen geben kann und präsentieren den Prototyp auf der diesjährigen Hannover Messe.

Sauberes Wasser für alle
Seit 2010 zählt der Zugang zu sauberem Trinkwasser zu den Menschenrechten. Dennoch müssen noch immer rund eine Milliarde Menschen darauf verzichten. Fäkale Verunreinigungen enthalten oft eine große Zahl von Krankheitserregern und werden als schwerwiegendste Kontamination von Trinkwasser betrachtet.
„Umfassende und kostengünstige direkte Verfahren zum Nachweis dieser Fäkalkeime gab es bisher nicht“, betont Andreas Farnleitner von der TU Wien. „Seit mehr als einem Jahrhundert werden kultivierbare bakterielle Fäkalindikatoren eingesetzt, um Belastungen sensitiv nachzuweisen“, so Farnleitner weiter.
Die Bakterien aus dem getesteten Wasser werden mittels Nährlösung vermehrt und dann nachgewiesen - was mehr als einen Arbeitstag dauern kann. Außerdem wird die Anwendbarkeit dieser Indikator-Bakterien zunehmend hinterfragt, weil sie auch nicht-fäkalen Ursprungs sein können. Die Tests sagen nichts über die eigentliche Kontaminationsquelle aus.

DNA-Sequenzen von Darmbakterien
An der TU Wien wurden nun innovative Methoden entwickelt, mit denen man eine spezifische DNA-Sequenz von Darmbakterien nachweisen kann. „Dieser Ansatz hat das Potenzial, die Analytik in den nächsten Jahren zu revolutionieren“, ist Farnleitner überzeugt. „Erstens kann man damit die Analysezeit auf wenige Stunden reduzieren, weil keine Bakterienkulturen mehr gezüchtet werden müssen, und zweitens lässt sich nun die Herkunft der Kontamination bestimmen.“
So kann man etwa zwischen Kontamination durch Menschen und Kontamination durch Tiere unterscheiden und das ist essenziell, um die Gesundheitsgefährdung besser beurteilen und zielgerichtet Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Technisch waren solche DNA-Tests schon bisher möglich, allerdings mit teuren Instrumenten, die nur von sehr gut geschultem Personal bedient werden können.
Die TU Wien wird auf der Hannover Messe 2015 erstmals ein Gerät präsentieren, mit dem die Tests in vereinfachter Form durchführbar sind und bereits Spuren von bakterieller DNA mit einem einfachen Streifentest nachgewiesen werden können. „Dieser Teststreifen funktioniert ähnlich einfach wie ein Schwangerschaftstest“, sagt Kurt Brunner von BioTrac. „Bei positivem Resultat entsteht eine dunkelrote Linie, die mit freiem Auge sichtbar ist.“

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red/czaak, Economy Ausgabe 999999, 07.04.2015