Neue KI-Anwendung unterstützt Herzmedizin

Forschungsteam der Med Uni Innsbruck entwickelt KI-Modell zur Analyse von Elektrokardiogrammen. Sogenanntes „Foundation Model“ erfasst und analysiert elektrische Herzsignale in ihrer gesamten Bandbreite. Neue KI-Anwendung gilt als internationales Vorzeigemodell.
Forschende um den Physiker und Mediziner Clemens Dlaska von der Medizinischen Universität Innsbruck haben ein neues „Foundation Model“ entwickelt, das die in Elektrokardiogrammen (EKG) erfassten elektrischen Herzsignale in ihrer gesamten Bandbreite erkennt und analysiert. Das neue Basismodell namens xECG zählt Angaben zufolge zu den leistungsfähigsten und vielseitigsten „Foundation Models“ für EKG-Daten weltweit.
Das Innsbrucker Team liefert zudem mit einem eigens entwickelten Bewertungssystem erstmals klare wissenschaftliche Kriterien für die Qualität von EKG-Foundation Models. Das gilt als ein wichtiger Grundstein für den Leistungsvergleich. Die Forschungsarbeit wurde im renommierten Fachjournal npj Digital Medicine veröffentlicht. Grundsätzlich werden klassische KI-Modelle in der Medizin meist für eine einzige, eng umrissene Aufgabe trainiert. Ein Beispiel ist die Erkennung einer bestimmten Herzrhythmusstörung.
Digitalisierung spielt entscheidende Rolle bei Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung
Die neuen Foundation Models verfolgen einen anderen Ansatz: Ähnlich wie ein Sprachmodell (etwa ChatGPT, Anm.) ein umfassendes Verständnis von Text entwickelt, lernt ein EKG-Foundation Model das Herzsignal in seiner ganzen Vielfalt zu „verstehen“ und kann dieses Wissen dann flexibel auf viele verschiedene medizinische Fragestellungen übertragen. Dazu gehören auch solche, für die nur wenige spezifische Trainingsdaten zur Verfügung stehen. Gerade in der Medizin ist das ein entscheidender Vorteil.
Genau auf diesen Fokus sind die Entwicklungen der Forschungsgruppe „Digital Medicine in Cardiology“unter der Leitung von Clemens Dlaska an der Univ.-Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie und Angiologie) zugeschnitten. „Digitale Patienteninformationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten, insbesondere in der Herz-Kreislauf-Medizin“, unterstreicht Dlaska.
KI-Modell basiert auf Arbeit des österreichischen KI-Pioniers Sepp Hochreiter
„Ärzte stützen sich bei der Entscheidungsfindung auf verschiedenste Daten, etwa Bildgebungsdaten und Elektrokardiogramme (EKG, Anm.). Unser Ziel ist es, das hohe Potenzial dieser Daten aus der klinischen Praxis mithilfe modernster KI-Methoden beispielsweise für die Vorhersage und Früherkennung von Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder plötzlichem Herztod zu nutzen“, so Clemens Dlaska.
Das Innsbrucker Team entwickelte mit der klinischen Expertise der Kardiologen Axel Bauer und Sebastian Reinstadler das Foundation-Modell xECG. Das neue Modell basiert auf einer Kombination der sogenannten xLSTM-Architektur – kürzlich von einem Team um den österreichischen KI-Pionier Sepp Hochreiter an der JKU Linz vorgeschlagen – mit einer Trainingsmethode aus der Bildverarbeitung, die damit erstmals für Zeitreihendaten wie EKGs angepasst und eingesetzt wurde.
Acht Millionen EKGs von rund 1,7 Millionen Patienten als Datengrundlage
„Unser Modell xECG kann auch sehr lange Signale, etwa nächtliche Aufzeichnungen zur Schlafapnoe-Diagnostik, effizient verarbeiten – ein Bereich, in dem viele andere Modelle an ihre Grenzen stoßen“, erklärt Clemens Dlaska. „Auch mit der Bewältigung eines breiten Spektrums konzeptionell unterschiedlicher Aufgaben wie etwa Klassifizierung, Regression und Überlebensvorhersage übertrifft es derzeit andere Modelle“, erläutert Dlaska die technischen Vorteile des Innsbrucker Foundation Models.
Die neue KI-Anwendung wurde mit rund acht Millionen EKGs von rund 1,7 Millionen Patienten trainiert. Den Nachweis für die führende Rolle von xECG in diesem Bereich liefert das Team gleich mit. „Uns ging es nicht nur darum, ein einzelnes gutes Modell zu erstellen. Wir wollten vor allem Klarheit und Systematik in dieses Forschungsfeld bringen und haben mit BenchECG zusätzlich eine verlässliche und frei zugängliche Bewertungsgrundlage geschaffen, auf der nun die gesamte Forschungsgemeinschaft aufbauen kann“, sagt Clemens Dlaska.
Innsbrucker Team definiert mit BenchECG mehrere zentrale Anforderungen
Bereits mehrere Forschungsgruppen weltweit haben in den letzten Jahren Modelle entwickelt und als „EKG-Foundation Model“ bezeichnet. Eine einheitliche, überprüfbare Definition ihres Leistungsvermögens gab es bislang jedoch nicht. Mit BenchECG definiert das Innsbrucker Team nun gleich mehrere zentrale Anforderungen: Ein effizientes und umfassendes Foundation Model muss ein breites Spektrum konzeptionell unterschiedlicher Aufgaben bewältigen können.
Dieses Spektrum beginnt bei Klassifikation und Erkennung feiner Signalmerkmale bis hin zur Vorhersage von Überlebenswahrscheinlichkeiten. Zweitens muss es mit unterschiedlichen Arten von EKG-Aufzeichnungen umgehen können und das erstreckt sich vom klassischen 12-Kanal-EKG über Langzeit-EKGs bis zu Smartwatch-Daten. Und drittens muss es auch bei sehr unterschiedlichen Patientengruppen – von Gesunden bis zu Risikopatienten – zuverlässig funktionieren.
Arbeit als Teil eines größeren Vorhabens an Innsbrucker Kardiologie
„Wir haben anhand von öffentlich verfügbaren, sehr unterschiedlichen EKG-Datensätzen (ca. 1,7 Millionen EKGs von rund 400.000 Patienten, Anm.) systematisch gemessen, wie gut das Modell Darstellungen und Aufgaben unter kontrollierten Benchmark-Bedingungen überträgt. Ein Großteil der getesteten EKG Foundation Models hielt dieser Überprüfung nur teilweise stand; sie funktionierten in einem Bereich, etwa der Klassifikation, sehr gut, in anderen Aufgabenfeldern zeigten sie aber deutliche Schwächen“, kommentiert Dlaska die Ergebnisse.
Die aktuelle Arbeit ist Teil eines größeren Vorhabens an der Innsbrucker Kardiologie. „Wir können den gesamten Weg von grundlegender KI-Entwicklung über konkrete Anwendungen bis hin zu klinischen Studien abdecken. Erste klinische Anwendungen des Modells sind bereits in Vorbereitung“, beschreiben Clemens Dlaska und Klinikdirektor Axel Bauer den Mehrwert ihrer Forschung. (red/czaak)
Digitalisierung kann Gesundheit gefährden

Außerhalb klassischer Bürojobs kann Digitalisierung ein Gesundheitsrisiko bedeuten. Das betrifft insbesondere Beschäftigte mit mehrheitlich körperlicher Arbeit. Im Vergleich fehlen sie um 20 Prozent mehr im Jahr, so eine neue Studie.
Bei Beschäftigten mit überwiegend körperlichen Tätigkeiten geht mehr Digitalisierung des Arbeitsplatzes mit schlechterer Gesundheit und mehr Krankheitstagen einher. Das zeigt eine neue Studie des ifo Instituts gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz.
Aufgaben werden komplexer sowie Zeit- und Leistungsdruck nehmen zu.
„Beschäftigte ohne klassische Bürojobs berichten bei stärkerer Digitalisierung von geringerem gesundheitlichem Wohlbefinden und mehr Fehlzeiten“, sagt Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der digitale Wandel bestehende gesundheitliche Ungleichheiten verstärken könnte“, so Schlenker.
Die Studie vergleicht Beschäftigte mit überwiegend körperlichen Tätigkeiten und Beschäftigte mit überwiegend geistigen oder bürotypischen Tätigkeiten. Beide Gruppen erleben durch Digitalisierung, der zunehmenden Nutzung intelligent-vernetzter Soft- und Hardware zu der auch KI gehört, ähnlich starke Veränderungen im Job. Aufgaben werden komplexer, Zeit- und Leistungsdruck nehmen zu. Dennoch berichten nur Beschäftigte mit körperlichen Tätigkeiten über ihren sich verschlechternden Gesundheitszustand. Sie fehlen digitalisierungsbedingt im Schnitt rund 20 Prozent mehr Tage im Jahr.Gezieltes Digital-Training und Unterstützung seitens des Arbeitgebers wirken abmildernd
Bei den Büro- und Wissensberufen zeigt sich hingegen kein nachweisbarer negativer Zusammenhang. Die Digitalisierung könnte damit bestehende gesundheitliche Ungleichheiten verschärfen, denn gerade Beschäftigte mit körperlichen Tätigkeiten und niedriger formaler Bildung sind ohnehin bereits häufiger gesundheitlich belastet. „Eine mögliche Erklärung ist Technostress: Neue digitale Anforderungen können besonders dann belasten, wenn Beschäftigten die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen fehlen“, sagt Schlenker.
Gezieltes Digital-Training und Unterstützung seitens des Arbeitgebers scheinen den Zusammenhang abzumildern. Betroffene Beschäftigte, die an Schulungen teilnehmen, zeigen kaum schlechtere Gesundheit und keine zusätzlichen Fehltage. Auch eine unterstützende Führungskultur wirkt entlastend. Beschäftigte, die sich von ihren Vorgesetzten gut unterstützt fühlen, haben deutlich weniger zusätzliche Krankheitstage, wenn ihr Arbeitsplatz digitaler wird. Parallel finden die Forscher keinen Hinweis darauf, dass steigende Löhne die gesundheitlichen Belastungen ausgleichen.Klare Abgrenzung zwischen Digitalisierung und klassischer Computerisierung
Die Studie grenzt Digitalisierung klar von klassischer Computerisierung ab. Während Computer und Standardsoftware schon lange zum Alltag vieler Beschäftigter gehören, meint Digitalisierung hier vor allem smarte Technik. Dazu gehören vernetzte Maschinen, Sensoren, Big-Data-Anwendungen, Robotik, Künstliche Intelligenz oder virtuelle und erweiterte Realität. Für ihre Analyse nutzen die Forscher repräsentative Betriebs- und Beschäftigtenbefragungen zur Nutzung digitaler Technologien sowie Sozialversicherungsdaten von 2011 bis 2019.Die Studie misst Gesundheit auf zwei Arten. Zum einen bewerten Befragte ihre eigene Gesundheit auf einer Skala von 0 bis 10. Zum anderen erfasst die Studie die Zahl der Krankheitstage im Jahr vor der Befragung. Andere Einflüsse wie Alter, Einkommen, Bildung, frühere Gesundheit, Persönlichkeit, Branche, Beruf und Betriebsmerkmale sind dabei statistisch berücksichtigt. Umgesetzt wurde die Studie wie angeführt gemeinsam von ifo Institut, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz. (red/laucz)
Der erotische Moment

Die Alfred Kornberger Foundation eröffnet in Wiener Bäckerstrasse 9 museale Schauräume mit Schwerpunkt auf Expressionismus und Akt. Museum, Art-Shop & Galerie haben geöffnet von Di bis Fr: 11–18 und Sa: 10–13 Uhr.





Die Eröffnungsausstellung „Der erotische Moment“ mit retrospektiver Werkschau von Aktmotiven aus dem Bestand von Alfred Kornberger-Foundation und Familie.
Die Alfred Kornberger Foundation eröffnet in der Wiener Bäckerstrasse museale Schauräume mit dem Schwerpunkt auf Expressionismus und Akt in der zeitgenössischen und modernen Kunst. Im Zentrum stehen KünstlerInnen und Werke aus Österreich, in regelmäßigen Abständen werden auch internationale Positionen gezeigt.Alfred Kornberger (Wien 1933 bis 2002 Wien) war Meisterschüler an der Akademie der bildenden Künste in Wien und gilt als einer der bedeutendsten Expressionisten in der österreichischen Kunst nach 1945. Ob seiner obsessiven Auseinandersetzung mit dem weiblichen Akt und seiner zeichnerischen Qualität wird Kornberger von Kunsthistorikern und Kuratoren immer wieder auf eine Ebene mit Egon Schiele gesetzt.
Alfred Kornberger verstarb 2002 und 2016 folgte ihm seine Frau Nevenka. Der Nachlass regelte die Gründung der Alfred Kornberger Foundation und damit die weitere Aufarbeitung des in Summe rund 4.000 Werke umfassenden Œvres. Die neuen musealen Schauräume zeigen in regelmäßigen Abständen Auszüge aus Kornbergers-Werk und dazu passende Positionen anderer KünstlerInnen im Bereich Expressionismus und Akt.
Museum, Art-Shop & Galerie haben geöffnet von Di bis Fr: 11 – 18 Uhr und Sa von 10 – 13 Uhr. Alfred Kornberger Foundation; Bäckerstrasse 9 in 1010 Wien.
Angewandte Forschung für nachhaltige Industrie

Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen vom AIT entwickelt mit internationalen Partnern Lösungen für das Recycling von Aluminiumlegierungen. Herzstück ist der von CANCOM Austria entwickelte „RecAL Hub“, eine digitale Plattform zur sicheren Vernetzung aller Akteure. Am EU-Projekt „RecAL“ sind 19 Organisationen aus neun europäischen Ländern beteiligt.
Aluminium ist in der Herstellung sehr ressourcen- und energieintensiv. Recycling ist daher noch wichtiger als in anderen Bereichen. Das Recycling von Aluminium aus bestehenden End-of-Life (EoL) bzw. Produktionsabfällen benötigt lediglich fünf Prozent der Energie, die für die Herstellung von Primärmaterial erforderlich ist. Als Problem erweist sich jedoch, dass das Metall mit einer Vielzahl anderer Elemente legiert ist, die sich praktisch nicht wieder voneinander trennen lassen. Die derzeitige Praxis, verschiedene EoL-Legierungen zu mischen, führt zwangsläufig zu Downcycling und einer Reduktion der verfügbaren Ausgangswertstoffe.
Recyclat-Ströme mit erheblich verbesserten Reinheiten als Ziel
In dem vom Austrian Institute of Technology-Tochterunternehmen LKR (Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen) geleiteten EU-Forschungsprojekt RecAL (Recycling technologies for circular ALuminium) wird gemeinsam mit 19 Partnerorganisationen aus neun europäischen Ländern ein neuartiger Ansatz verfolgt, der durch innovative Recyclingtechnologien, digitale Vernetzung und neue Legierungsstrategien auf eine Transformation der europäischen Aluminiumwirtschaft in Richtung Kreislaufwirtschaft abzielt (economy berichtete).
Eine zentrale Stoßrichtung von RecAL sind Lösungen, die eine höhere Toleranz für Recycling-Material im Legierungsdesign ermöglichen und zugleich die Materialeigenschaften bewahren. Entwickelt werden weiters digital gesteuerte Sortierprozesse. Ergänzt wird dieser Ansatz durch den Aufbau eines digitalen „RecAL Hub“, einer Plattform, die Recyclat-Ströme, innovative Recyclingtechnologien sowie Produzenten und Abnehmer intelligent miteinander verknüpft – ein entscheidender Schritt, um den linearen Materialfluss zu einem geschlossenen Kreislauf weiterzuentwickeln.
Ökologie und Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz
Neben der Materialforschung stehen Robotik, Sensorik und digitale Zwillinge im Mittelpunkt. Aluminiumströme sollen so über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg transparent und effizient gesteuert und Recyclat-Ströme mit erheblich verbesserten Reinheiten geschaffen werden. Das Ziel ist, die Akteure europaweit zu vernetzen, um den Anteil von Sekundäraluminium signifikant zu erhöhen, Ressourcen zu schonen und die CO2-Bilanz der Branche nachhaltig zu verbessern.
„Mit RecAL wollen wir zeigen, dass High-tech und Kreislaufwirtschaft kein Widerspruch sind“, betont Gerald Prantl, Projektleiter am LKR. Ein europaweites Aluminium-Kreislaufsystem schafft die Basis für eine industrielle Zukunft, die Ökologie und Wettbewerbsfähigkeit vereint und auch die Resilienz Europas in Hinblick auf diesen wertvollen Rohstoff stärkt. Das noch bis 2028 laufende ReCal-Projekt stößt angesichts seines hohen Innovationsgrads und des großen Impacts auf die europäische Industrie auf großes öffentliches Interesse. Es wurde beispielsweise 2025 mit dem ÖGUT-Umweltpreis in der Kategorie „Mit Forschung & Innovation zur Kreislaufwirtschaft“ ausgezeichnet.
AIT als Brücke zwischen Wissenschaft und Innovation
Die Fähigkeit, neue Erkenntnisse rasch in marktfähige Technologien und anwendbare Lösungen zu überführen, wird zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Europa. An dieser Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Technologie und Anwendung kommt der angewandten Forschung am Austrian Institute of Technology eine zentrale Rolle zu. Das AIT als Österreichs größte Research and Technology Organisation orientiert sich eng an den Bedürfnissen der Industrie und an aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Der AIT Impact Report 2026 zeigt anhand von zahlreichen Beispielen, wie gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand Forschung in konkrete Lösungen übersetzt wird. Die vorgestellten Projekte reichen von der Digitalisierung industrieller Prozesse über resiliente Infrastruktur und nachhaltige Energie- und Industriesysteme bis hin zu Gesundheit, Mobilität, Sicherheit und Kreislaufwirtschaft. (red/czaak)
Internationale Spitzenforschung aus Österreich

Niederösterreichisches Institut for Science and Technology Austria und TU Wien bekommen mehrere ERC Starting Grants des EU-Forschungsrats. Allein ISTA holt fast zehn Millionen Euro mit Projekten zu KI, Astrophysik, Biotech und Quantenoptik. TU Wien punktet mit Informatik und Physik.
Dass das niederösterreichische ISTA national und international zu den erfolgreichsten Wissenschaftseinrichtungen zählt ist mittlerweile durch zahlreiche internationale Evaluierungen und kontinuierliche Prämierungen hinlänglich belegt. Die aktuellen Auszeichnungen des Europäischen Forschungsrats untermauern diese eindrucksvolle Entwicklung. Fünf herausragende Nachwuchsforschende erhalten ERC Starting Grants des Europäischen Forschungsrats und holen insgesamt 9,2 Millionen Euro an EU-Fördermitteln ins niederösterreichische Klosterneuburg.
Die Niederösterreichische Mission Nobelpreis
„Fünf ERC Starting Grants für das ISTA, und damit die meisten unter den österreichischen Institutionen zeigt die Stärke von Niederösterreich als Forschungsstandort. Das bestätigt unseren eingeschlagenen Weg, Spitzenforschung braucht Spitzenbedingungen und genau die schaffen wir“, freut sich Johanna Mikl Leitner (ÖVP), Landeschefin von Niederösterreich. „Wir investieren gezielt in Wissenschaft und Forschung, weil wir damit Antworten auf die großen Fragen der Zukunft entwickeln und zugleich hochwertige Arbeitsplätze schaffen. Das ist ein zentraler Baustein unserer Mission Nobelpreis“, unterstreicht Mikl Leitner.
Die fünf geförderten Projekte beim Klosterneuburger ISTA reichen von künstlicher Intelligenz über Astrophysik und bakterielle Immunsysteme bis hin zu Quantenmaterie und Optik. Mit diesem Ergebnis ist das ISTA die erfolgreichste österreichische Einrichtung in der aktuellen Ausschreibung. Die ERC Starting Grants gehören zu den renommiertesten Forschungsförderungen Europas. Sie werden vom European Research Council (ERC) an junge Wissenschaftler vergeben, die mit herausragenden Leistungen auffallen und Projektideen, die Forschung auf internationalem Spitzenniveau verspricht.
Zwei ERC-Grants für die TU Wien
Diese Parameter treffen auch auf Forschungsprojekten der TU Wien zu, die nun ebenso mit ERC-Grants ausgezeichnet wurden: Daniela Kafmann entwickelt Anwendungen, mit denen sich die Korrektheit digitaler Systeme beweisen lässt und TU-Kollege Jiří Pavelec entwickelt einen Roboter, der die nötigen Daten für die Entwicklung neuer Katalysatoren sammelt.
Daniela Kaufmanns Ansatz lautet: „Trau keinem Computer ohne Prüfung!“. Es geht um die Beweisführung, dass ein Computerchip immer die richtige Antwort liefert. Die Informatikerin löst dieses Problem mit neuen mathematischen Ansätzen. Das Projekt von Jiří Pavelec dreht sich um einen Roboter, der Computern beibringt, bessere Katalysatoren zu finden. Adressiert sind etwa Entwicklungen für industrielle Anwendungen. TU-Forscher Pavelec will dabei einen autonomen Roboter bauen, der die dafür nötigen Daten sammelt, und das im Ultrahochvakuum und mit Präzision auf atomarer Ebene. (red/laucz).Elektronik für die absolute Kälte

Anwendungen im Weltraum, in der Hochenergiephysik oder für Quantencomputer. Herkömmliche Elektronik versagt bei Temperaturen knapp über dem absoluten Nullpunkt. Die TU Wien entwickelt nun einen Weg über adaptive Transistoren.
Elektronik kann Probleme bekommen, wenn sie zu heiß wird, siehe etwa entsprechende Ausfälle bei der Kühlung eines Laptops. Elektronische Schaltungen können aber auch bei extremer Kälte unbrauchbar werden und das kann dann zu Problemen führen. Beispiele sind elektronische Anwendungen, die der Kälte des Weltraums ausgesetzt ist, bei Partikeldetektoren in der Hochenergiephysik oder bei Quantencomputern.
Diese Anwendungen müssen oft bis knapp über den absoluten Nullpunkt gekühlt werden. Allerdings können dann herkömmliche elektronische Bauteile nicht mehr so funktionieren, wie sie sollen. Die TU Wien forscht schön länger an alternativen, für extrem tiefe Temperaturen ausgelegte Transistoren (Anm. Kryo-Transistoren) aus Silizium. Hier ist selbst extreme Kälte kein Problem, außerdem sind sie viel flexibler als herkömmliche Transistoren und lassen sich an die jeweilige Anwendung anpassen.
Transistoren für den QuantenkühlschrankOperativ werden in gewöhnlichen Halbleiterbauteilen gezielt Fremdatome in das Silizium eingebaut, eine sogenannte Dotierung. Diese Fremdatome sorgen dafür, dass im Material genügend bewegliche Ladungsträger zur Verfügung stehen. Das können Elektronen sein oder sogenannte Löcher, also fehlende Elektronen. „Bei extrem tiefen Temperaturen funktioniert dieser Trick jedoch nicht mehr zuverlässig“, erklärt Masiar Sistani vom Institut für Festkörperelektronik der TU Wien. „Die Dotieratome geben ihre Ladungsträger nicht mehr frei – man spricht dann vom sogenannten Dopant Freeze-out.“
Das Material verändert dadurch seine elektrischen Eigenschaften, der Transistor verliert seine Leitfähigkeit und Schaltungen funktionieren nicht mehr richtig. Für Quantencomputer ist das ein relevantes Problem. Zwar sind die Qubits in einem Quantencomputer selbst keine gewöhnlichen Transistoren, sondern empfindliche Quantensysteme – etwa supraleitende Schaltkreise, Spins in Halbleitern oder einzelne Ionen. Aber auch ein Quantencomputer braucht klassische Elektronik.
„Die Qubits müssen gesteuert, ausgelesen und mit der Außenwelt verbunden werden“, so Sistani. „Und weil der Qubit-Chip bei extrem niedrigen Temperaturen in einem Kryostaten betrieben wird, muss zwangsläufig auch die Steuer- und Ausleseelektronik des Quantencomputers bei diesen Temperaturen zuverlässig funktionieren.“ Das ist wichtig, da eine schnelle Datenverarbeitung nur möglich ist, wenn die Elektronik mit dem Quantencomputer gemeinsam auf einem Chip integriert ist.
Reines Silizium statt Fremdatom-DotierungAn der TU Wien entwickelte man daher eine neue Art von Elektronikbauteilen: „Unsere Transistoren beruhen nicht auf der üblichen Dotierung des Halbleiters mit Fremdatomen“, ergänzt Johannes Fuchsberger, ebenso vom Institut für Festkörperelektronik der TU Wien. „Wir verwenden Silizium, ohne Dotierung, das in Kontakt mit Aluminium-Einkristallen gebracht wird“, ergänzt der Forscher. Dem Team der TU Wien gelang es so, einen Transistor zu entwickeln, der sich als „quantenfit“ erweist und auch bei für Quantensysteme relevanten extrem tiefen Temperaturen zuverlässig funktioniert.
Angaben zufolge ist das nicht der einzige Vorteil der neuen Technologie. „Unser Transistor hat eine zusätzliche Programmierelektrode, über die man ihn gezielt und dynamisch anpassen und von einem Betriebsmodus in den anderen umschalten kann“, erläutert Walter Weber, Leiter des Forschungsbereichs für Nanoelektronische Bauelemente der TU Wien. „Die Elektrode steuert nicht nur, ob überhaupt Strom fließt, sondern legt auch fest, ob der Strom durch die Bewegung von Elektronen oder durch die Bewegung von Löchern, also Elektronenfehlstellen, transportiert wird“, so Weber.Somit lassen sich die Funktionsweise des Transistors und die darauf aufbauenden Schaltungen dynamisch rekonfigurieren und die sogenannten Doping-Freeze-out Effekte umgehen. In Zukunft könnte auch ein neuronales Netz diese Rekonfiguration der Transistoren steuern, um die Schaltkreise für die gewünschte Anwendung so umzuprogrammieren, dass eine optimale Lösung gefunden wird.
Schaltungen können an unterschiedliche Eingangssignale angepasst werden
Bei gewöhnlichen Transistoren sind Elektronentransport und der Transport von Löchern zwei völlig unterschiedliche Aufgaben – sie lassen sich nur mit unterschiedlichen Transistoren erfüllen, die aus unterschiedlich dotierten und vorab festgelegten Halbleitermaterialien bestehen. Schaltungen sind daher bei klassischer Elektronik speziell auf eine bestimmte Anwendung abgestimmt. Der neue Transistor kann beides – man muss ihn nur zwischen den Modi umschalten.„Auch fertigungsbedingte minimale Abweichungen zwischen unterschiedlichen Transistoren können korrigiert werden, das ist besonders interessant für Verstärkerschaltungen“, sagt Fuchsberger. „Die Schaltungen können an unterschiedliche Eingangssignale angepasst werden – unser Transistor ermöglicht Anpassungsmöglichkeiten, die mit herkömmlichen Bauteilen nur sehr schwer möglich sind.“
Ein weiterer wichtiger Vorteil
Tieftemperaturschaltungen könnten somit künftig direkt im Betrieb nachjustiert werden, etwa um Temperaturänderungen oder Bauteilabweichungen zu kompensieren oder Arbeitspunkte und Verstärkungsfaktoren anzupassen. Damit rückt das Ziel näher, Steuer- und Ausleseelektronik enger mit Quantensystemen zu integrieren und durch Rekonfigurierbarkeit intelligenter zu gestalten. Das ist eine wichtige Voraussetzung, wenn Quantencomputer deutlich größer werden und die zugehörige Elektronik, die die Verbindung zur digitalen Welt darstellt, effizienter und schneller werden soll.Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil der neu vorgestellten Transistoren ist, dass die verwendeten Aluminiumkontakte nicht nur kein Dopant Freeze-out zeigen, sondern bei entsprechend niedrigen Temperaturen supraleitend werden können. In Zukunft könnten daher auch die Qubits selbst auf dieser Technologieplattform mitintegriert werden. „Aktuell erforschen wir das intensiv“, so die Experten der TU Wien. (red/cc)
Innovation in Krebsbehandlung

AIT entwickelt neuartige Biosensoren für präzisere Diagnostik von Blutproben. Gegenüber bisherigen Verfahren soll neue Variante zusätzliche Informationen für medizinische Beurteilung bringen und weniger ressourcenintensiv sein.
Die sogenannte „Liquid Biopsy“ gilt in der modernen Medizin als großer Fortschritt. Diese Form der Untersuchung kann Gewebeanalysen ergänzen und zusätzliche Informationen für die medizinische Beurteilung sowie wertvolle Rückschlüsse für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten liefern. Operativ werden bestimmte Biomoleküle (Nukleinsäuren wie DNA oder RNA) auf nichtinvasive Weise – also ohne belastenden Eingriff in den Körper – in Blut oder anderen Körperflüssigkeiten nachgewiesen.
Europäisches Konsortium mit Expertise in Diagnostik, Materialien und Krebsforschung
Bei bestimmten Formen von Brustkrebs können etwa Mutationen in bestimmten Genen (Anm. PIK3CA-Gen) therapeutisch relevant sein, die sich auch anhand zirkulierender Tumor-DNA im Blut untersuchen lassen. Die hier eingesetzten Analyseverfahren müssen besonders empfindlich sein, da die gesuchten DNA-Veränderungen oft nur in sehr geringen Mengen vorliegen. Das ist mit modernen Labormethoden, insbesondere mit PCR-Verfahren, möglich. Diese analytischen Verfahren sind allerdings ressourcenintensiv und verursachen einen erheblichen Verbrauch an Material, was die Testfrequenz und den Zugang in der Routineversorgung begrenzt.
Das aktuelle EU-Projekt „SmartSens“ (Advanced Materials for Sustainable Nucleic Acid Biosensing) nimmt sich nun diesen Herausforderungen an. Unter der Leitung des Austrian Institute of Technology (AIT) forschen Partner aus Österreich, Tschechien, Finnland, der Türkei und Polen an einem flexiblen, siebdruckbasierten Biosensorsystem zum Nachweis von Nukleinsäuren in Blutproben. Im Projektkonsortium sind Kompetenzen aus Molekulardiagnostik, Biosensorik, Materialwissenschaft, gedruckter Elektronik und klinischer Krebsforschung gebündelt. Das Projekt ist Anfang Juni gestartet, läuft über drei Jahre und verfügt über ein Gesamtbudget von 1,3 Millionen Euro.
Neue Materialien für Biosensorik, Mikrofluidik und DNA-Analyse
Konkret zielt SmartSens auf die Entwicklung eines Sensorsystems ab, das den Nachweis dieser PIK3CA-Mutationen im Zusammenhang mit Brustkrebs technisch weiterführt und zugleich neue Ansätze für ressourcenschonende diagnostische Plattformen eröffnet. SmartSens setzt an der Schnittstelle zwischen molekularer Präzision, Materialentwicklung, anwendungsorientierter Biosensorik und potenziell skalierbaren Herstellungsverfahren an.
Aufbauend auf einem elektrochemischen Assay werden dabei zentrale Komponenten für die DNA-Analyse weiterentwickelt. Dazu zählen biopolymerbasierte Materialien für mikrofluidische Strukturen, Cellulose-basierte Werkstoffe zur DNA-Aufreinigung, neuartige Kupfermaterialien für gedruckte Elektronik sowie nicht-enzymatische und markierungsfreie Verfahren zur DNA-Detektion.
Technologische Grundlage für weitere Anwendungen
„SmartSens verbindet präzise molekulare Analytik mit der Frage, wie diagnostische Technologien materialseitig effizient, funktional und nachhaltig weiterentwickelt werden können“, sagt Eva Melnik, Senior Scientist am Center for Health and Bioresources im AIT und Koordinatorin des Projekts. SmartSens adressiert damit nicht nur eine konkrete Herausforderung der molekularen Diagnostik, sondern verknüpft sie mit einem breiteren Entwicklungspfad für Biosensorik, Medizintechnik und gedruckte Elektronik.
Über den konkreten Anwendungsfall in der Brustkrebsforschung hinaus können die entwickelten technologischen Bausteine für die Nukleinsäure-Biosensorik auch für weitere Bereiche der Molekulardiagnostik relevant werden. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „FlexDNA“ (Advanced materials for sustainable flexible electronics for On-Chip PCR), das im September offiziell startet und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt wird. In dem Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren kooperieren ebenso unter Leitung des AIT Partner aus Österreich und Tschechien. Das Gesamtbudget liegt bei 1,77 Mio. Euro.
Häufigere und bessere Überwachung von Leukämie
Im Zentrum von FlexDNA steht der Nachweis von RNA-Molekülen im Blut für die Diagnose, Risikoklassifizierung und molekulare Überwachung bei akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) und chronischer myeloischer Leukämie (CML). Damit lassen sich Behandlungsziele definieren, die Therapie anpassen und Rückfälle frühzeitig erkennen. Im Projekt wird ein thermokonvektionsgesteuerter, flexibler PCR-Chip entwickelt, der die molekulare Leukämie-Überwachung effizienter, ressourcenschonender und breiter zugänglich zu macht.
Dabei werden elektrochemische Nachweisverfahren mit ökologisch konzipierten elektronischen Komponenten, neuartigen Materialien und energieeffizienter Elektronik kombiniert. „Das Ziel ist eine miniaturisierte, abfallarme und dezentrale Lösung, die häufigere Testungen, einen breiteren Zugang zu Präzisionsbehandlungen außerhalb spezialisierter Referenzlabors, eine frühzeitigere Erkennung molekularer Rückfälle und damit frühere und häufigere PCR-gestützte Therapieentscheidungen ermöglich“, so das AIT in einer Aussendung
Fortschritt gegen Parkinson

Med Uni Innsbruck leitet internationale Zulassungsstudie einer neuen Therapie von Parkinson mit Wirkstoff Prasinezumab. Aktuelle Ergebnisse der klinischen Phase II-Studie als Basis für erste „Parkinson-Impfung“ nun im renommierten Fachjournal The Lancet veröffentlicht.
Parkinson gehört zu den am schnellsten zunehmenden Krankheiten. Weltweit leiden daran rund 20 Millionen Menschen, bis 20250 sollen es über 25 Millionen sein. In Österreich sind es aktuell rund 25.000 Menschen. Die Krankheit tritt zumeist ab einem Alter von 55 bis 60 Jahren auf. Beginnende Symptome sind motorische Bewegungsstörungen wie Zittern, Muskelsteifheit und langsamere Bewegungen sowie Gleichgewichtsstörungen, bis hin zu einer leiseren Stimme und Schluckproblemen. Ursache sind immer rascher absterbende Nervenzellen, die u.a. den Botenstoff Dopamin produzieren.
Komplett neues Studiendesign
Im Rahmen der aktuellen Studie erhalten seit dem Jahr 2021 zunächst 534 Parkinson-Betroffene eine monatliche Infusion an 110 Zentren in Europa, den USA und Kanada. Bei der Hälfte von Ihnen befindet sich im Infusionsbeutel der Antikörper Prasinezumab, die andere Hälfte erhält ein Placebo – auch an der Med Uni Innsbruck, wo die Studie neben Graz und der Klinik Ottakring in Wien unter der Leitung von Klaus Seppi in den vergangenen Jahren durchgeführt wurde. Das Fachjournal The Lancet veröffentlichte nun die Ergebnisse der PADOVA-Studie (klinische Phase II Studie) bei der die Wirkung der Substanz untersucht wurde.
Die Wissenschaftler nutzten dabei ein für die Parkinson-Erkrankung ganz neues Studiendesign: Bei den Betroffenen, die sich zu Studienbeginn alle in einem Parkinson-Frühstadium (max. drei Jahre nach Diagnose) bei stabiler symptomatischer Therapie befanden, bestimmten sie die Zeit bis zum nächsten klinisch relevanten Ereignis, also bis zur nächsten eindeutigen motorischen Verschlechterung der Krankheit.
Zulassungsstudie Phase-III in Europa und USA gestartet
Dieser so genannte Time-to-Event-Endpunkt trat bei Betroffenen unter Placebo im Schnitt nach 49,7 Wochen ein, unter der Antikörpertherapie mit Prasinezumab verzögerte sich die Verschlechterung im Schnitt um 11,4 Wochen auf 61,1 Wochen und erreichte damit nicht ganz den Schwellenwert für statische Signifikanz. Für die Forscher gibt es jedoch Signale genug, um die Wirksamkeit der Substanz anzuerkennen und mit PARAISO eine Zulassungsstudie (Phase III) zu beginnen. Diese startete in Europa mit Jahresbeginn 2026, in den USA bereits 2025.
„Rund 75 Prozent der Probanden bekamen als symptomatische Therapie L‑Dopa. Die übrigen erhielten sogenannte MAOB-Hemmer. Betrachtet man ausschließlich die 75 Prozent der Betroffenen, die mit L‑Dopa behandelt wurden, zeigt sich der Effekt eindeutig. Er wird deutlicher sichtbar, weil die untersuchte Betroffenengruppe homogener war und weniger Anpassungen der symptomatischen Parkinsontherapie notwendig waren“, erläutert Klaus Seppi von der Med Uni Innsbruck.
Therapie gilt als gut verträglich
„Der Time-to-Event-Endpunkt trat unter Placebo im Schnitt nach knapp 49 Wochen ein. Unter der Antikörpertherapie mit Prasinezumab verzögerte sich die Verschlechterung nun signifikant um rund 16 Wochen auf mehr als 64 Wochen“, so Seppi. Prasinezumab ist Angaben zufolge derzeit das vielversprechendste und am weitesten entwickelte Medikament bei Parkinson, bei dem die bislang erhobenen Studiendaten auf einen krankheitsmodifizierenden Effekt hindeuten. Das tatsächliche Ausmaß dieses Effekts ist laut Seppi derzeit jedoch noch nicht abschätzbar. Gleichzeitig gilt die Therapie als gut verträglich.
Die Substanz wird von dem Pharmaunternehmen Roche hergestellt, um das Protein Alpha-Synuclein außerhalb der Nervenzellen des Gehirns abzufangen, zu binden und abzubauen und dadurch die Schädigung der Nervenzellen zu reduzieren. Bei Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, verklumpt dieses Protein und breitet sich vermutlich über synaptische Verbindungen auf die weiteren Nervenzellen aus, die dadurch geschädigt werden und zugrunde gehen können.
Bessere Lebensqualität und Selbständigkeit der Betroffenen
„Der Großteil der Wissenschaftler, die sich mit Morbus Parkinson beschäftigen, geht davon aus, dass dieses verklumpte Alpha-Synuclein ein Krankheitstreiber ist“, sagt Seppi. Der Antikörper Prasinezumab wird den Betroffenen mit Parkinson in den Studienzentren einmal im Monat als so genannte passive Impfung in Form einer Infusion weiterhin verabreicht, um künftig auch Langzeitauswertungen durchführen zu können. In Innsbruck erhalten aktuell 20 Probanden den Antikörper. Mit fortschreitender Erkrankung nimmt der Grad der Beeinträchtigung zu und die Belastungen für das gesamte Umfeld steigen entsprechend.
„Krankheitsmodifizierende Therapien sollen das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, sodass bestimmte Meilensteine der Erkrankung später erreicht werden. Ziel ist eine längere bessere Lebensqualität und Selbständigkeit der Betroffenen, verbunden mit einer Entlastung des Gesundheitssystems und geringeren Folgekosten. Unser ultimatives Ziel ist, mit krankheitsmodifizierenden Therapien beginnen zu können, noch bevor die Krankheit ausbricht“, sagt Klaus Seppi von der Med Uni Innsbruck. „Der erste Schritt könnte vielleicht mit diesem Antikörper getan werden, wenn sich das in der Phase III-Studie bestätigt.“ (red/czaak)
Ambivalente Entwicklungen bei Geburten

Institut für Demographie der ÖAW entwickelt neues Geburtenbarometer für umfassende Analysen zur Fertilität in Österreich. Immer mehr Frauen wollen kinderlos bleiben, Zwei-Kind-Familien häufigstes Modell, Trend zu später Mutterschaft, ältere Väter mit jüngeren Partnerinnen.
Das neue Geburtenbarometer des Instituts für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ermöglicht vielfältige und umfassende Analysen von aktuellen Daten zur Fertilität in Österreich. Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse, dass immer mehr Frauen kinderlos bleiben wollen, und Zwei-Kind-Familien das häufigste Modell bleiben. Mit dem Alter werden die Partnerinnen von Vätern jünger.
In fast allen europäischen Ländern sinkt die Geburtenrate seit Jahren, und die Erholung, die manche Demographen nach dem pandemiebedingten Einbruch erwartet hatten, blieb aus. Die Gründe für diese Entwicklung werden ebenso vom neuen Geburtenbarometer des Instituts für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beleuchtet, das ab sofort online zu finden ist (siehe Link).
Von der Pandemie zur Inflation und andere Ursachen für beschleunigten Geburtenrückgang
„Überraschenderweise führte die Pandemie zunächst nicht zu einem dauerhaften Rückgang der Geburtenraten“, sagt Kryštof Zeman, der das Forschungsteam am Institut für Demographie der ÖAW koordiniert. Doch zwischen 2022 und 2024 waren steigende Inflation und wirtschaftliche Belastungen sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine Gründe für sinkende Fertilitätsraten.
Dieser Rückgang war besonders ausgeprägt bei jüngeren Frauen, vor allem unter 25 Jahren, und bei Frauen mit zwei oder mehr Kindern. Der Indikator „Durchschnittliche Perioden-Parität“ (Period Average Parity/PAP), ein Fertilitätsindikator, der nicht nur die Altersstruktur der Frauen, sondern auch ihre Kinderzahl berücksichtigt, sank in Österreich von 1,7 Kindern pro Frau im Jahr 2016 auf 1,6 zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 und weiter unter 1,5 im Jahr 2024.
Das Durchschnittsalter steigt kontinuierlich
Fortgesetzt hat sich auch ein langfristiger Strukturwandel: Das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt stieg zwischen 1984 und 2024 um sechs Jahre und liegt nun bei exakt 30 Jahren. Das Gesamtdurchschnittsalter der Mütter bei allen Geburten – also neben Erstgeburten auch beim zweiten oder dritten Kind – stabilisierte sich zuletzt bei 31,2 Jahren, nachdem der Trend zu späterer Mutterschaft bereits in den frühen 1970er-Jahren eingesetzt hatte. Während 1984 noch fast zehn Prozent der Babys von Teenager-Müttern geboren wurden, betrug der Anteil 2024 nur noch 1 Prozent.
Die Kinderlosigkeit liegt in Österreich im europäischen Vergleich relativ hoch. Unter den im Jahr 1980 geborenen Frauen waren 19 Prozent kinderlos. Tendenz steigend. „Laut unserer Prognose wird dieser Anteil bei Frauen, die nach 1990 geboren wurden, über 25 Prozent steigen“, sagt Zeman. Gleichzeitig bleibt die Zwei-Kind-Familie das mit Abstand häufigste Modell. Fast 40 Prozent der Frauen haben zwei Kinder. Dieser Anteil ist unter Frauen, die zwischen 1950 und 1980 geboren wurden, bemerkenswert stabil geblieben und verdeutlicht die große Bedeutung der Zwei-Kind-Norm.
Der Rückgang des Kinderwunsches in Zahlen
Analysiert wurde von den Forschern auch das Thema Kinderwunsch. 18 Prozent der 20- bis 29-jährigen Frauen wollen kinderlos bleiben. Mitte der 1980er-Jahre lag dieser Anteil noch bei lediglich sechs Prozent. „Da ein Teil der Frauen ungewollt kinderlos bleibt, etwa aus gesundheitlichen Gründen, ist anzunehmen, dass die Kinderlosigkeit in Zukunft noch höher sein wird“, erklärt Caroline Berghammer, Demographin bei der ÖAW und Co-Autorin.
Die durchschnittlich gewünschte Kinderzahl ist im Laufe der Zeit gesunken und liegt inzwischen unter zwei Kindern pro Frau. So wünschten sich Frauen im Alter von 30 bis 39 Jahren im Jahr 2021 durchschnittlich 1,6 Kinder. 2012 waren es noch 1,8 und 1986 sogar 2,1 Kinder.
Väter werden älter und die Daten werden genauer
Das Geburtenbarometer liefert auch (vergleichsweise immer mehr) Daten zu Vätern von Neugeborenen in Österreich. Zwar sind diese nicht vollständig, aber sie werden immer besser: 2015 fehlten die Angaben zum Vater bei fast 6 Prozent der Lebendgeburten, in den letzten Jahren lag dieser Anteil nur noch bei 1 Prozent. Väter sind im Schnitt etwa drei Jahre älter als Mütter.
2024 betrug das durchschnittliche Alter bei der Geburt 34,2 Jahre für Männer und 31,2 Jahre für Frauen. Der Altersunterschied zwischen Müttern und Vätern variiert allerdings je nach Alter: „Während junge Eltern bis 30 meist ähnlich alt sind, wird die Alterslücke ab diesem Punkt größer: 40-jährige Väter haben im Schnitt Partnerinnen, die 35 Jahre alt sind“, sagt Zeman.
Das Geburtenbarometer des Instituts für Demographie der ÖAW
Das Geburtenbarometer des Instituts für Demographie der ÖAW beobachtet und analysiert die Fertilität in Österreich auf Basis von Daten der Statistik Austria. Acht Kapitel geben einen Überblick über die Fertilität in Perioden- und Kohorten-Perspektive, das Timing der Fertilität, die Fertilität von Migranten und die Fertilität von Männern.
Ebenso erhoben und analysiert wurden die Fertilität während Corona, das Thema Kinderwunsch sowie das Geburtenbarometer Wien. Die aktuelle Ausgabe auf Basis des Datenstandes 2024 wurde von Kryštof Zeman, Tomáš Sobotka, Richard Gisser, Maria Winkler-Dworak, Caroline Berghammer und Bernhard Riederer verfasst, so die Österreichische Akademie der Wissenschaften in einer Aussendung. (red/laucz)
Steine als Klimaschützer

Mit Hilfe von Wasser können bestimmte Mineralien schädliches CO2 aus der Atmosphäre holen und rasch in festes Carbonat umwandeln. Die TU Wien konnte diesen mineralogischen Mechanismus nun nachweisen.
Steine können Kohlendioxid binden – und das weitaus schneller als bisher bekannt und angenommen. Bis dato wurden langwierige und entsprechend langsame Prozesse für die Umwandlung von CO2 in Karbonatgestein verantwortlich gemacht. Die Bindung von (industriell) entstandenem CO2 würde demnach Jahrhunderte dauern.
Ein altbekannter, jahrhundertelang dauernder Prozess
Beobachtungen und theoretische Berechnungen deuteten aber auch auf einen viel schnelleren Weg von CO2 zu Karbonat hin, und das soll durch die Vermittlung von Wasser passieren, das hier dann ähnlich wie ein Katalysator agiert. Forscher der TU Wien haben diesen Mechanismus nun erstmals mit bildgebenden Verfahren auf atomarer Skala nachgewiesen.
Für die Transformation von Kohlendioxid zu Gestein wurden lange Zeit zwei wesentliche Schritte ausgemacht: Einerseits muss sich das CO2 in Wasser lösen und geladene Teilchen bilden, andererseits muss sich das Gestein (Anm. etwa Silikat im Boden) teilweise auflösen. Daraus kann sich dann ein neues Material bilden, der Kohlenstoff (CO2) aus dem Kohlendioxid wird somit dauerhaft ins Gestein eingebaut.
CO2 kann direkt ins Gestein eingebaut werden
„Das ist allerdings ein sehr träger Prozess. Auf diese Weise lässt sich nicht erklären, dass in der Natur diese Art von Karbonatgestein oft sehr schnell entsteht. Tests mit industrieller CO2-Injektion in den Boden zeigen, dass 60 Prozent des Kohlenstoffs schon innerhalb von zwei Jahren in Mineralien gebunden werden können“, erläutert Giada Franceschi, vom Institut für Angewandte Physik der TU Wien. „Wenn sich dafür zuerst Ionen aus dem Gestein lösen müssten, würde das bis zu Jahrhunderten dauern“, ergänzt Franceschi, die das Projekt mit Ulrike Diebold leitet.Allerdings wurde schon seit längerer Zeit spekuliert, ob es nicht einen direkteren Weg für Kohlendioxid-Einbau in bestimmte Materialien geben könnte: Bei Anwesenheit von Wassermolekülen an der Mineral-Oberfläche, so die Vermutung, könnte CO2 direkt ins Gestein eingebaut werden, ohne dass vorher das Mineral aufgelöst werden muss und ohne den Umweg über gelöste Ionen, deren Bildung chemisch eher träge ist.
Chemische Prozesse auf atomarer Skala
Wasser ist unter natürlichen Bedingungen rund um diese Mineralien fast immer vorhanden.Mit dem Mineral Wollastonit konnte das Team an der TU Wien nun zeigen, dass dieser alternative Weg tatsächlich existiert. Möglich wurde das durch hochauflösende Rasterkraftmikroskopie: Die chemischen Prozesse ließen sich auf atomarer Skala direkt beobachten.
Damit wurde nun erstmals der entscheidende Mechanismus nachgewiesen, der rasche CO2-Abscheidung nicht nur an Wollastonit ermöglicht, sondern höchstwahrscheinlich auch an anderen, ähnlichen Mineralien. „Wenn wir in Zukunft CO2 aus der Atmosphäre holen und dauerhaft für unbegrenzte Zeit speichern wollen, dann müssen wir es in festes Gestein umwandeln“, sagt Ulrike Diebold vom Institut für Angewandte Physik der TU Wien „Unsere Messungen zeigen, welche Effekte auf atomarer Skala sich dafür einsetzen lassen. (red/cc)Die Zeit hinterlässt Spuren

Unbemerkte Gewebereaktionen beeinflussen den Zustand von Brustimplantaten bis hin zu Entzündungen. Komplikationen resultieren nicht nur aus mechanischen Ursachen, sondern auch aus biologischen Prozessen. Neue Studie der Karl Landsteiner Privatuni soll klinische Praxis unterstützen.
Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Komplikationen bei Brustimplantaten häufig nicht allein auf mechanische Ursachen zurückgehen, sondern auch mit biologischen Prozessen zusammenhängen. Diese entwickeln sich über längere Zeit unbemerkt im Gewebe. Die Forschenden fanden Hinweise darauf, dass mikrobielle Kontamination und Entzündungen im Gewebe rund um das Implantat mit höheren Komplikationsraten, insbesondere mit sogenannten Implantatrupturen, verbunden sind.
Die prospektive Analyse der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems) umfasste über 600 Proben von 125 Implantatrevisionen bei knapp 100 Patientinnen. Arbeit und Ergebnisse sollen nun helfen, die Ursachen eines Implantatversagens genauer zu verstehen. Für die KL Krems unterstreichen die Ergebnisse, dass nicht nur erkennbare Schäden beachtet werden sollten, sondern auch unterschwellige entzündliche Veränderungen, die die Sicherheit von Implantaten langfristig beeinflussen könnten.
Nach Brustkrebsoperationen und zur kosmetischen Brustvergrößerung
Brustimplantate werden häufig sowohl nach Brustkrebsoperationen als auch zur kosmetischen Brustvergrößerung eingesetzt. Auch bei Eingriffen nach etablierten Standards kann es Jahre später zu Komplikationen wie beispielsweise Verhärtungen des Narbengewebes um das Implantat (Kapselfiborse), Rupturen oder Schmerzen kommen. Inwieweit bakterielle Verunreinigungen oder chronische Reizung des Gewebes dabei eine Rolle spielen, war bisher aber unbekannt.Die KL Krems untersuchte daher nun Implantatkapseln und das umliegende Gewebe mittels der Kombination von mikrobiologischen Tests und mikroskopischen Gewebsanalysen. „Wir wollten besser verstehen, ob Komplikationen ausschließlich durch Materialermüdung und mechanische Belastung entstehen oder ob Entzündungen eine wichtigere Rolle spielen könnten als bisher angenommen“, sagt Celina Kerschbaumer, Erstautorin der Studie an der Klinischen Abteilung für Rekonstruktive Chirurgie am Uniklinik St. Pölten, einem Lehr- und Forschungsstandort der KL Krems.
Entscheidender Einfluss auf Haltbarkeit und Sicherheit
„Die Studie zeigt deutlich, dass Implantate nicht nur unter technischen Gesichtspunkten betrachtet werden dürfen. Subtile, langfristige Entzündungsprozesse können einen entscheidenden Einfluss auf Haltbarkeit und Sicherheit haben“, unterstreicht auch Klaus Schrögendorfer, Primar dieser Abteilung, die klinische Relevanz. Insgesamt wurden 631 Proben aus 125 Implantatrevisionen bei 97 Patientinnen untersucht. Das Team wies bei 27 der 125 operativ behandelten Implantate mikrobielle Kontaminationen nach, während 58 Implantate histologische Entzündungszeichen zeigten.
Implantate mit solchen Entzündungszeichen wiesen deutlich höhere Komplikationsraten auf als Implantate ohne diese Befunde. Das zeigte sich sowohl in der Gesamtkohorte als auch in beiden untersuchten Patientengruppen (Anm. nach Krebsoperationen und nach kosmetischer Brustvergrößerung). In der Gesamtgruppe traten Komplikationen bei 65 Prozent der Implantate mit Entzündung auf, verglichen mit 21 Prozent der Implantate ohne Entzündung. Vor allem Implantatrupturen kamen bei vorhandener Entzündung signifikant häufiger vor. Die Daten zeigten außerdem, dass kontaminierte Implantate häufiger entzündliche Gewebeveränderungen aufwiesen als nicht kontaminierte.
Der Einsatzzeitraum eines Implantats
Ein genauerer Blick auf die nachgewiesenen Bakterien zeigte, dass sogenannte grampositive Arten überwogen. Am häufigsten fanden sich Bakterien, die typischerweise auf der Haut vorkommen (Anm. Staphylococcus epidermidis und lugdunensis). „Nicht jede bakterielle Spur verursacht automatisch Probleme, umgekehrt kann schon eine geringe Kontamination entzündliche Prozesse aufrechterhalten, die das Gewebe und möglicherweise auch das Implantat im Lauf der Zeit schwächen“, so die Forscher der KL Krems.
Ein zweiter relevanter Faktor in der Studie war die Dauer, die ein Implantat bereits eingesetzt war. Patientinnen mit kosmetischen Implantaten trugen diese signifikant länger als Brustkrebspatientinnen und wiesen zugleich signifikant häufiger Entzündungen auf. Das spricht dafür, dass eine lange Implantatliegedauer selbst chronische, niedriggradige Gewebereaktionen fördern könnte, und das auch ohne nachweisbare mikrobielle Kontamination. Mögliche Ursachen sind mechanische Reibung und die allmähliche Freisetzung kleinster Silikonpartikel aus alternden Implantathüllen.
Implantate widerstandsfähig, biologisch aber nicht unbegrenzt neutral„Implantate sind sehr widerstandsfähig, biologisch aber nicht unbegrenzt neutral“, sagt Tonatiuh Flores, Oberarzt an der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. „Je besser wir diese langsamen Prozesse verstehen, desto gezielter können wir Prävention, Nachsorge und den chirurgischen Umgang mit Implantaten weiter verbessern“, ergänzt Flores.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Komplikationen bei Brustimplantaten nicht nur technisch, sondern auch biologisch verstanden werden müssen. Sorgfältige chirurgische Hygiene, konsequente Nachsorge und ein langfristiger Blick auf entzündliche Veränderungen könnten daher ebenso wichtig sein wie die technischen Eigenschaften des Implantats selbst. „Dass die KL Krems an der Schnittstelle von Plastischer Chirurgie, Pathologie und Mikrobiologie forscht, entspricht ihrem Schwerpunkt auf interdisziplinären Themen mit hoher gesundheitspolitischer Relevanz“, so die KL Krems in einer Aussendung. (red/cc)Robotik für Arbeitsmaschinen

Von robuster 3D-Wahrnehmung über sichere Bewegungsregelung bis zu verifizierbarer Sicherheit und Entscheidungslogik als relevante Schlüsselbausteine für autonome Maschinen. AIT sowie TU Wien und Tufts University zeigen bei ICRA in Wien mehrere hochkarätige Projekte,
Das Austrian Institute of Technology (AIT) präsentiert gemeinsam mit der TU Wien und der Tufts University sechs hochkarätige wissenschaftliche Beiträge auf der ICRA 2026 in Wien. Die gewohnt hochkarätig besetzte internationale Konferenz für Robotik und Automation (International Conference on Robotics and Automation/ICRA) mit über 10.000 internationalen Spitzenforschern findet heuer von 1. bis 5. Juni erstmals in der Messe Wien statt.
Monoton oder gefährliche Arbeiten in Produktionen, auf Baustellen oder in Wald und Logistik
Die Arbeiten von AIT und TU Wien und Tufts Uni adressieren zentrale Bausteine für autonome Arbeitsmaschinen und das erstreckt sich von robuster 3D-Wahrnehmung mit LiDAR über sichere Bewegungsplanung und ‑regelung bis hin zu verifizierbarer Sicherheit und Entscheidungslogik. Mit diesen innovativen Projekten und der Präsentation stärkt das AIT seine internationale Sichtbarkeit in Robotik und Automatisierung von Arbeitsmaschinen.
Ob in der Produktion, auf der Baustelle, im Wald oder in der Logistik: Viele Tätigkeiten sind schwer, monoton oder gefährlich. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit – und in vielen Bereichen wird qualifiziertes Personal knapper. Autonome Arbeitsmaschinen können hier gezielt entlasten: Sie unterstützen die jeweiligen Anwender, steigern die Präzision wiederkehrender Abläufe, reduzieren Stillstände und ermöglichen einen sicheren Betrieb, alles auch unter anspruchsvollen Outdoor-Bedingungen.
Praxistaugliche Automatisierung im realen Einsatz
Doch wie werden Bagger, Krane und Gabelstapler zu effizienten und sicheren Robotern im Feld? Autonomie entsteht nicht durch einzelne „smarte“ Komponenten, sondern nur, wenn sie von Anfang an ganzheitlich in der Maschinenentwicklung mitgedacht wird. Dafür braucht es eine durchgängige Robotik-Architektur, die den gesamten Autonomieprozess abdeckt: von Wahrnehmung mit geeigneter Sensorik über Bewegungsplanung (Navigation und Pfadplanung) und Bewegungsregelung bis hin zu verifizierbarer Sicherheit und Entscheidungslogik. Erst wenn diese Kette auch unter wechselnden Umweltbedingungen zuverlässig zusammenspielt, wird Automatisierung im realen Einsatz praxistauglich.
Genau hier setzt auch die Robotik-Forschung am Austrian Institute of Technology an – in Kooperation mit der TU Wien und der Tufts University. Die Partner bündeln ihre Arbeiten in sechs wissenschaftlichen Beiträgen, die auf der ICRA 2026 präsentiert werden. Im Einzelnen geht es bei den sechs Beiträgen um folgende Punkte: Das sind die robuste 3D-Wahrnehmung von Objekten, weiters das präzise Platzieren von schweren Bauteilen mittels eines Krans, dann Sicherheit im Feld bei der autonomen Holzverladung durch einen Kran sowie die Fragen wie robotische Systeme flexibel lernen und sicher bleiben und wie Roboter aus wiederkehrenden Abläufen lernen und effizienter werden.
Robotik live auch beim Festival der Roboter am 30. und 31. Mai am Karlsplatz in Wien
Ergänzend werden auch Themen behandelt wie zuverlässige Autonomie auch bei langen Aufgabenketten sowieLösungen für Baustelle, Logistik, Forst- und Landwirtschaft. Mit den ICRA-Beiträgen unterstreicht das AIT seine Rolle in der Automatisierung von Arbeitsmaschinen – mit Fokus auf praxistaugliche Lösungen für Bauwirtschaft, Logistik sowie Forst- und Landwirtschaft. Im Zentrum stehen Technologien, die sich in realen Umgebungen bewähren, und das robust gegenüber Störungen, sicher im Betrieb und effizient in der Ausführung.
Diese Forschungsergebnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung der autonomen Maschinen im AIT Large-Scale Robotics Lab ein – mit dem Ziel, Autonomie kontinuierlich sicherer und leistungsfähiger zu machen. Ergänzend zur Präsentation auf der ICRA zeigt das AIT Robotikforschung auch beim Festival der Roboter am 30.–31. Mai am Karlsplatz in Wien. Ein Fokus betrifft etwa Livepräsentationen von autonomen Arbeitsmaschinen sowie praktische Entwicklungen und Anwendungsfelder autonomer Maschinen. (red/laucz)
Die Verstärkung des Stachels

Humorvoll philosophische und streng wissenschaftliche Einordnungen zum Stachel des Skorpions mit menschlichen Querverweisen. Neue Studie mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) beleuchtet unterschiedliche Einsatzweisen und Verstärkungsmuster.
Jagd, Schutz, Selbstverteidigung sind die Einsatzgebiete für den Stachel. Die Fortpflanzung gehört nicht dazu. Beim Skorpion natürlich. Der Skorpion ressortiert zu den Spinnentieren (Anm. Arachnida), er gilt als nachtaktives „Raubtier“ mit acht Beinen, zwei Scheren und eben einem Giftstachel – den der Autor dieses Textes schon einmal „kennen lernte“.
Vorab ist der Skorpion auch ein Sternzeichen (Anm. 24. Oktober bis 22. November), das für tiefgründige Leidenschaft, Intensität und mutige Entschlossenheit steht, und zudem auch für Rachsucht oder Kompromisslosigkeit. Sein Stachel steht dann entsprechend, neben realen Funktionen, auch als Metapher für unterschiedliche Anwendungsformen der angeführten Charakterzüge.
Der Skorpion als menschlicher Aszendent
Als Aszendent, der in der zweiten menschlichen Lebenshälfte zum eigentlichen und dann charakterlich ausschlaggebenden Sternzeichen werden soll, kann er das eigentliche Sternzeichen von Menschen, bzw. dessen damit verbundene Charaktereigenschaften ausgleichen, ergänzen oder etwaig auch ersetzen.
Ist dieses eigentliche Sternzeichen der Fisch mit damit verbundenen Wesenszügen wie ausgeprägte Introvertiertheit, Sensibilität oder gar grübelhaften Abwägungstendenzen, dann können die skorpionesken Eigenschaften befreiend erfrischen und zu neuem Handlungseifer motivieren.
Bestimmte Eigenschaften im Laufe der Evolution
Zurück aber nun zum tierischen Lebewesen Skorpion, wo die Artgenossen ihren Stachel eben zur Jagd, zum Schutz und zur Selbstverteidigung einsetzen. Eine neue Studie zeigt nun, dass sich diese unterschiedlichen Einsatzszenarien direkt in der Materialstruktur und der Chemie der Stacheln widerspiegeln.
Entscheidend ist dabei nicht nur, welche metallischen Elemente eingebaut werden, sondern auch, wie die Chitinfasern im Inneren angeordnet sind. Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, wie sich robuste und gleichzeitig leichte und langlebige Materialien entwickeln lassen – und warum sich bestimmte Eigenschaften im Laufe der Evolution in der Natur durchgesetzt haben.
Die Skorpionarten „Centruroides platnicki“ und „Nebo whitei“Für die mechanischen Untersuchungen war unter anderem ein Team vom Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) beteiligt. Geleitet wurde die Studie von Helga Lichtenegger von der Uni für Bodenkultur (BOKU). Analysiert wurden zwei Skorpionarten mit unterschiedlichem Lebensstil.
Die Skorpionart „Centruroides platnicki“ nutzt den Stachel aktiv zur Jagd, während Kollege „Nebo whitei“ ihn vor allem zur Verteidigung einsetzt. „Also wird ein Stachel täglich benutzt oder täglich beansprucht und der andere nur manchmal“, erklärt Stanislav Zak vom Schmid-Institut. „Wir wollten verstehen, ob sich das auch in den Materialeigenschaften widerspiegelt“, ergänzt Megan Cordill, ebenso Mitglied im Forscherteam.
Unterschiedliche Strategien für unterschiedliche Nutzung
Die mechanischen Eigenschaften wurden mittels sogenannter Nanoindentation untersucht. Dabei kommt eine feine Diamantspitze zum Einsatz, mit der sich Objekte messen lassen, die kleiner als ein menschliches Haar sind. Mit genau kontrollierter Kraft wird die Spitze in das Material gedrückt.„Soweit wir wissen, sind wir die ersten, die Skorpionstacheln indentiert und Ergebnisse daraus gewonnen haben“, sagt Cordill. Aus der Reaktion des Materials ließ sich bestimmen, wie hart und wie steif die verschiedenen Schichten des Stachels sind. „So konnten wir nicht nur Unterschiede zwischen den beiden Arten messen, sondern auch zeigen, wie sich die Eigenschaften entlang des Stachels von der Spitze bis zur Basis verändern“, erklärt Cordill.
Häufig eingesetzter Stachel muss langlebig und verschleißfest sein
Während beim Kollegen Nebo whitei ein höherer Zinkanteil in der äußeren Schicht vorkommt, ist der Stachel von Centruroides platnicki stärker durch Mangan und Kalzium geprägt. Mangan und Kalzium tragen stärker zu Steifigkeit und Stabilität bei, während Zink nicht automatisch zu größerer Härte führt und eher mit kurzfristiger Härtung verbunden ist. Ob diese Erkenntnisse nun auch neue physische Behandlungsszenarien bei älteren humanoiden Männchen auslösen, wird sich zeigen.Bei den Skorpionen passen die Unterschiede jedenfalls genau zum Verhalten der Tiere: Ein Stachel, der häufig eingesetzt wird – etwa zur Jagd – muss vor allem langlebig und verschleißfest sein. Er darf sich nicht schnell abnutzen, sondern muss viele Einsätze überstehen. Wird der Stachel hingegen nur selten verwendet, etwa zur Verteidigung, kommt es weniger auf Dauerhaftigkeit an – dafür aber auf maximale Belastbarkeit im entscheidenden Moment. Er muss kurzfristig besonders hohen Kräften standhalten, wenn es darauf ankommt. Wiederum wäre eine humanoide Metapher zumindest denkbar.
Inspiration für neue Materialien und Vergleiche
Die skorpiontechnischen Ergebnisse zeigen dann noch, dass die mechanischen Eigenschaften nicht linear mit der Metallkonzentration zunehmen. Stattdessen scheint es ein optimales Zusammenspiel aus chemischer Zusammensetzung und Struktur zu geben – ein Hinweis darauf, wie präzise biologische Materialien angepasst sind. Für die Forschung sind solche Systeme besonders interessant.Das gilt auch für lustige Publizisten bzw. Autoren – noch dazu, wenn diese einmal von einem Skorpion gestochen wurden. Das passierte im (Ur)Regenwald von Costa Rica und bis zur einheimischen Aufklärung, dass dieser Stich jetzt nicht tödlich war, dauerte es (immerhin) eine halbe Stunde, voll mit entsprechenden Ängsten. Aber wieder retour zu den ÖAW-Forschern.
„Wir können sehr viel von der Natur lernen, wenn es um das Design von Materialien geht. Das ermöglicht uns zu sehen, wo die Funktionalitäten im Verhältnis zum mechanischen Verhalten und zum Lebensstil liegen“, sagt Cordill. „Am Beispiel der Skorpione braucht man andere Eigenschaften, wenn ein Stachel nur gelegentlich eingesetzt wird, als wenn er täglich genutzt wird“, unterstreicht Cordill. Ja, auch hier wäre ein humanoider Vergleich zulässig. (red/czaak)
Kluge Köpfe mit Mut für Neues

Innovation in Niederösterreich. Tecnet accent Innovation Award prämiert Wissenschaftsprojekte mit großem Nutzen für Gesellschaft und Wirtschaft. Aktuelle Auszeichnungen legen Fokus auf Life Sciences mit Themen Wundbehandlung und gleichzeitige Überwachung sowie Orthopädie, Krebs und Mikroplastik.
Der „tecnet accent Innovation Award“ wird vom NÖ Risikokapitalgeber tecnet equity und dem NÖ Inkubator accent sowie der Universität für Weiterbildung Krems vergeben und richtet sich an sämtliche wissenschaftlichen Einrichtungen am Campus Krems. Ziel ist es, junge Forschende frühzeitig für unternehmerisches Denken zu sensibilisieren und den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis zu fördern.
Konkrete Anwendungen für neue unternehmerische Wertschöpfung und Arbeitsplätze
Die aktuell prämierten Projekte zeigen einmal mehr die große Bandbreite und Qualität der Forschung am Standort Krems. Themen der Auszeichnungen erstrecken sich von innovativen Anwendungen in der Medizintechnik über neue Ansätze in der regenerativen Medizin bis hin zu zukunftsweisender Nanotechnologie mit vielfältigem Einsatzpotenzial.
„Innovation entsteht dort, wo kluge Köpfe den Mut haben, Neues umzusetzen. Genau diese Dynamik brauchen wir für Niederösterreich als starken Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort“, sagt Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeshauptfrau von Niederösterreich. „Unser Ziel ist, dass aus Forschung konkrete Anwendungen entstehen – und daraus neue Wertschöpfung und Arbeitsplätze“, unterstreicht die NÖ-Landeschefin bei der Preisverleihung.
Gelenks-Knorpel mittels eines 3D-DruckersDer erste Preis ging an Youbin Zheng von der Danube Private University. Zheng hat ein spezielles Pflaster entwickelt, das man einfach auf die Haut kleben kann. Dieses Pflaster hat winzige Nadeln, die kaum zu spüren sind und ganz schmerzfrei funktionieren. Mit dem Pflaster ist es zudem möglich, Natrium-Ionen im Körper ständig zu messen – und das ohne Blut abnehmen zu müssen. Die neue Technik ist bereits patentiert und kann helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen oder Behandlungen besser zu steuern.
Der zweite Preis wurde zweimal vergeben. Zunächst an Sophie Roffeis von der Universität für Weiterbildung Krems/AC2T research. Roffeis hat mit „SparePlug“ ein neues Knorpel-Implantat entwickelt, das bei Gelenkschäden helfen soll. Dieses Implantat besteht aus Materialien, die aus dem Meer gewonnen werden und ist besonders umweltfreundlich. Prämiert wurde auch Markus Rothammer von der Universität für Weiterbildung Krems für sein Projekt „Printsicles“. Das ist ein neues Verfahren, wo Knorpel mittels eines 3D-Druckers hergestellt werden können und soll Menschen mit Gelenkproblemen bei der Heilung der geschädigten Knorpel helfen.
Bewusstsein und konkrete Perspektiven für die Umsetzung von Ideen
Der dritte Preis ging an Yolanda Salinas Soler von der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems. Ihr Team hat Nanomaschinen (Nano-Moleküle) entwickelt, die sich selbst bewegen können und sich nach einer gewissen Zeit von selbst auflösen. Zukünftig könnte das dabei helfen, Krankheiten wie Krebs gezielt zu behandeln oder auch dabei, schädliche Stoffe wie Mikroplastik aus dem Wasser zu entfernen. Die Erfindung hat also das Potenzial, sowohl für unsere Gesundheit als auch für die Umwelt nützlich zu sein.
„Unser Ziel ist es, dass sich junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler frühzeitig mit der wirtschaftlichen Verwertung ihrer Forschung auseinandersetzen. Der Innovation Award schafft Bewusstsein dafür und zeigt konkrete Perspektiven für die Umsetzung von Ideen auf“, ergänzt Doris Agneter, Geschäftsführerin von tecnet equity, die strategische Bedeutung des Awards. „Die eingereichten Projekte zeigen die große Innovationskraft am Campus Krems. Wir freuen uns, diese Entwicklungen mit unserer Erfahrung begleiten zu dürfen und so den Weg von der Idee zur Umsetzung zu unterstützen“, so Michael Moll, Geschäftsführer accent. (red/laucz)
„Raumfahrt bedeutet immer auch keine zweite Chance“

Regionale Innovation für internationale Satellitentechnologie. Unternehmen Space-Lock aus Niederösterreich entwickelt mechanische Lösungen für Satelliten. Das Hightechunternehmen aus Brunn am Gebirge ist auch an „SMILE“ als gemeinsames Projekt von ESA und chinesischer Akademie der Wissenschaften beteiligt.
Hochspezialisierte Technologie aus Niederösterreich ist Teil internationaler Raumfahrtmissionen und kommt nun genau dort zum Einsatz, wo Systeme unter Extrembedingungen fehlerfrei funktionieren müssen. Das Hightechunternehmen Space-Lock aus Brunn im Gebirge entwickelt mechanische Lösungen für Satelliten und ist aktuell auch an der Mission „SMILE“ (Anm. „Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer“) beteiligt, einem gemeinsamen Projekt der ESA und der chinesischen Akademie der Wissenschaften.
„Niederösterreich entwickelt sich zunehmend zu einem starken Standort für Weltraumtechnologien. Gerade solche hochspezialisierten Betriebe wie Space-Lock sind ein wichtiger Motor für Wertschöpfung und Beschäftigung in Niederösterreich“, sagt Johanna Mikl-Leitner, Landeschefin (ÖVP) von Niederösterreich. „Sie schaffen qualifizierte Arbeitsplätze, stärken unsere industrielle Basis und tragen dazu bei, dass Know-how und Innovation im Land bleiben“, betonte die Landeshauptfrau anlässlich eines Betriebsbesuches von Space-Lock im Rahmen der kommenden Weltraum-Mission.
Wechselwirkungen zwischen Sonnenwind und Magnetfeld der Erde
Innovation in der Raumfahrttechnologie betrifft mittlerweile auch den Alltag von Wirtschaft und Gesellschaft und das erstreckt sich von den Themen Kommunikation über Navigation bis hin zur Energieversorgung. Dieser Kontext gilt besonders für „SMILE“: Treffen geladene Teilchen der Sonne auf das Magnetfeld der Erde, kann das Satelliten beschädigen, Navigationssysteme stören oder sogar Stromnetze beeinflussen. Genau hier setzt die Mission an: Sie soll die Wechselwirkungen zwischen Sonnenwind und Magnetfeld der Erde besser verstehen. Dafür wird ein Satellit mit wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet, die bislang nicht direkt beobachtbare Bereiche der Magnetosphäre erstmals messbar machen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei ein neuartiges Röntgenteleskop, das diese Prozesse aus dem All erfasst und wissenschaftlich auswertbar macht. Damit die empfindliche Optik den Raketenstart unbeschadet übersteht und im Orbit präzise arbeiten kann, kommt ein Haltemechanismus von Space-Lock zum Einsatz: Er fixiert zentrale Komponenten während der extremen Belastungen beim Start und gibt sie erst im All kontrolliert frei – exakt in dem Moment, in dem das Instrument seine Arbeit aufnehmen soll.
Die Grenze des technisch Machbaren
„Raumfahrt bedeutet immer: Es gibt keine zweite Chance. Unsere Systeme müssen unter extremen Bedingungen funktionieren und im entscheidenden Moment exakt das tun, wofür sie entwickelt wurden. Bei wissenschaftlichen Missionen kommen auch noch zahlreiche sehr spezifische Anforderungen hinzu“, sagt Florian Günther, Geschäftsführer von Space-Lock. „Das verschärft die Voraussetzungen weiter und bringt das Projekt häufig an die Grenze des technisch Machbaren“, betont Günther. Die Beteiligung an der SMILE-Mission unterstreiche die Position von Space-Lock „als international spezialisierter Anbieter für mechanische Freigabe- und Sicherungssysteme im Orbit“.
Die Anforderungen an die Space-Lock-Technologien sind tatsächlich extrem hoch: Die eingesetzten Mechanismen müssen starken Vibrationen beim Start standhalten, im Vakuum funktionieren und Temperaturschwankungen von ‑150°C bis zu +120° Grad Celsius aushalten. Gleichzeitig müssen sie absolut zuverlässig auslösen, wenn es die Mission erfordert. Das gilt etwa beim Freigeben oder Aktivieren wissenschaftlicher Instrumente.
Konkrete Auswirkungen auf den Alltag
Für Space-Lock ist die Beteiligung an SMILE ein weiterer Schritt in einem stark wachsenden Markt. Die zunehmende Zahl an Satelliten und die steigende Bedeutung von Weltrauminfrastruktur erhöhen auch die Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit. „Unsere Stärke liegt darin, hochspezialisierte mechanische Lösungen zu entwickeln, die unter extremen Bedingungen funktionieren – und sich gleichzeitig industriell skalieren lassen“, erklärt Günther.
Diese Space Lock-Kompetenzen kommen auch bei der „SMILE“-Mission zum Einsatz. „Wir sind Teil einer Mission, die nicht nur wissenschaftlich relevant ist, sondern auch konkrete Auswirkungen auf unseren Alltag hat“, unterstreicht Florian Günther, Geschäftsführer von Space-Lock. Störungen durch Sonnenaktivität beeinflussen längst nicht mehr nur Raumfahrtmissionen, sondern auch Kommunikationssysteme, den Flugverkehr und die Energieversorgung auf der Erde. „Es ist schön, hier einen Beitrag leisten zu können“, so Günther vom niederösterreichischen Unternehmen Space-Lock. (red/czaak)
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Forscher der TU Wien können nunmehr Ionenpumpen mit sogenannter Click-to-Release Chemie verbinden. Bei heiklen medizinischen Behandlungen können damit nun auch größere Moleküle präzise im Körper freigesetzt werden.
Ein Medikament zur richtigen Zeit genau dort freizusetzen bzw. zu aktivieren, wo es im Körper gebraucht wird, ist oftmals ein ganz entscheidender Bestandteil in der medizinischen Behandlung. Bei manchen Medikamenten, etwa in der Krebstherapie, sollte der Wirkstoff eigentlich nur an einer bestimmten Stelle aktiv sein, trotzdem verteilt es sich im ganzen Körper: Die Erkrankung ist lokal, aber die Therapie erfolgt systemisch, räumlich und zeitlich unkontrolliert.
Forschern der TU Wien gelang nun ein wichtiger Schritt: sie kombinierten elektronische Ionenpumpen mit der sogenannten Click-to-Release-Chemie. Ionenpumpen können auf Knopfdruck kleine geladene Wirkstoffe gezielt abgeben, sind bisher aber auf relativ kleine Moleküle beschränkt. Mit der neuen Methode werden nun statt des Wirkstoffs eine Art kleine „chemische Scheren“ gepumpt, die am Zielort zuvor immobilisierte Wirkstoffe freisetzen. Dadurch lässt sich die präzise elektronische Steuerung der Ionenpumpen erstmals auch für ein deutlich breiteres Spektrum an Medikamenten nutzen.Ganz exakte Freisetzung von Stoffen auf Knopfdruck
Mehrere Patente wurden bereits angemeldet, nun wurde die „Iontronic Click-to-Release“-Technik auch im renommierten Fachjournal „Nature Communications“ publiziert. „Wenn man einen Wirkstoff einfach schluckt oder injiziert bekommt, dann verteilt er sich im ganzen Körper. Nur ein winziger Bruchteil, manchmal nur ein Millionstel, wird dort wirksam, wo man sich die Wirkung erhofft, etwa in den Tumorzellen“, sagt Johannes Bintinger vom Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien, der Leiter des Projekts.
Die im neuen Verfahren nötigen Ionenpumpen wurden an der Linköping Universität in Schweden entwickelt: kleine elektronische Geräte, die in Zukunft direkt in den Körper implantiert werden sollen, in denen eine ionenselektive Membran und angelegte elektrische Spannung dafür sorgen, dass geladene Moleküle gezielt und zeitlich präzise freigesetzt werden. Das passiert dann in direkter Umgebung des Implantats. So lässt sich die Freisetzung von Stoffen auf Knopfdruck sehr genau steuern.
Ionenpumpen nicht für jedes Molekül geeignetDie Forscher waren aber auch mit einer Problemstellung konfrontiert: „Ionenpumpen sind leider nicht für jedes Molekül geeignet. Sie können nur elektrisch geladene Moleküle freisetzen, die eine bestimmte Maximalgröße nicht überschreiten“, erklärt Sebastian Hecko (TU Wien), Erstautor der aktuellen Publikation. Für viele wichtige Medikamente, etwa für große Proteine, funktioniert diese Methode daher nicht. „Sie sind viel zu sperrig, um durch die poröse Membran der Ionenpumpe freigesetzt zu werden“, so Bintinger.
An dieser Stelle kommt der zweite Teil der Forschungsarbeit ins Spiel. Bintinger erläutert die sogenannte „Click-to-Release Chemie“, ein Konzept aus der bioorthogonalen Chemie. Das betrifft Reaktionen, die selektiv zwischen definierten Partnern ablaufen, ohne andere Moleküle im Körper zu beeinflussen. Moleküle werden über gezielt spaltbare chemische Verknüpfungen an ein lokales Depot gebunden und bleiben zunächst immobilisiert.
Funktionale Zusammenführung zweier komplementärer Technologien
„Erst ein passendes Trigger-Molekül löst diese Bindung und setzt die Moleküle am gewünschten Ort frei. Genau dieses Prinzip nutzen wir in Kombination mit der Ionenpumpe: Statt den Wirkstoff selbst zu transportieren, wird ein kleines Trigger-Molekül gepumpt, das lokal fixierte Wirkstoff-Konjugate selektiv spaltet und so Zeitpunkt und Dosis der Freisetzung präzise steuerbar macht“, erklärt Hannes Mikula von der TU Wien.
„Wir konnten nun zeigen, dass wir mit Ionenpumpen die Freisetzung solcher Trigger-Moleküle präzise elektronisch steuern können“, sagt Sebastian Hecko. „Damit können wir genau kontrollieren, wann und wie viel Wirkstoff am Zielort freigesetzt wird. Wir haben damit zwei komplementäre Technologien funktional zusammengeführt und ihre jeweiligen Vorteile kombiniert.“
Gezielte lokale Therapie statt systemischer BelastungNachdem die Medikamente auf diese Weise genau am gewünschten Ort wirksam werden, können deutlich geringere Mengen ausreichen und das verringert dann auch mögliche Nebenwirkungen erheblich. Besonders relevant ist das für Patien:innen mit lokal begrenzten Erkrankungen, die heute oft dennoch systemische Chemotherapien erhalten. „Ein einziger Tropfen kann ein Vielfaches der Medikamentenmenge beinhalten, die man für eine mehrwöchige Krebstherapie braucht“, sagt Johannes Bintinger.
„Gleichzeitig hat die elektronisch steuerbare Ionenpumpe den Vorteil, dass man optimale Kontrolle über die Freisetzung hat. Manche Medikamente wirken zum Beispiel dann am besten, wenn man sie zu einer ganz bestimmten Tageszeit freisetzt. Mit der Ionenpumpe ist das kein Problem, mit anderen Verabreichungsmethoden wie Pillen oder Infusionen wäre das praktisch unmöglich“, unterstreicht Bintinger von der TU Wien.
Überführung in konkrete therapeutische Anwendungen
Die Arbeit des Forschungsteams von TU Wien, Linköping Universität und Med Uni Graz, zeigt nun anhand von Experimenten mit lebenden Zellen, dass die neue Methode hochpräzise und zuverlässig eingesetzt werden kann. Nun sollen weitere Experimente folgen, um die Technik möglichst rasch anwendungstauglich zu machen.
Das Projekt der TU Wien wurden im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon Europ der Europäischen Union gefördert. „Es gibt in der Medizin viele Anwendungsmöglichkeiten dafür. Unser Ziel ist es, diese Technologie in konkrete therapeutische Anwendungen zu überführen“, so Johannes Bintinger vom Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien und Leiter des Projekts. (red/cc)
Die lange Nacht der Forschung

Am 24. April öffnen bei der Langen Nacht der Forschung wiederum österreichweit alle relevanten Wissenschaftseinrichtungen und forschende Unternehmen ihre Türen. In Niederösterreich tun dies bei freiem Eintritt 34 Standorte mit über 300 Stationen von mehr als hundert Institutionen.
Bei der Langen Nacht der Forschung wartet alljährlich ein vielfältiges Programm auf alle Wissenschaftsinteressierten und das gilt auch in Niederösterreich. In Asparn an der Zaya, Baden, Melk, Klosterneuburg, St. Pölten, Ybbs-Persenbeug und an den ecoplus Technopolen in Krems, Tulln, Wiener Neustadt und Wieselburg können Besucherinnen und Besucher von 17 bis 23 Uhr bei Mitmachstationen selbst Experimente durchführen, spannenden Vorträgen lauschen und viele weitere Highlights erleben.
„Die Lange Nacht der Forschung macht für alle Interessierten sichtbar, woran unsere Forschungseinrichtungen aktuell arbeiten und welche Innovationen hier entstehen. Ein wichtiges Anliegen ist es uns, jungen Menschen die Welt der Wissenschaft näherzubringen und sie für eine Karriere in Forschung und Technik zu begeistern“, erläutert Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeshauptfrau von Niederösterreich. „Denn nur mit Forschergeist und innovativen Ideen schaffen wir die beste Zukunft für unsere Kinder“, so die niederösterreichische Landeschefin.
Archäologen und Restauratoren sowie Science Academy und Science Center in Tulln
In Asparn an der Zaya wird die Arbeit von Archäologinnen und Archäologen gezeigt. Hier kann jede/r selbst in die Rolle von Restauratorinnen und Restauratoren schlüpfen, lernen wie das Alter archäologischer Funde bestimmt wird und was diese über das Leben in der Vergangenheit erzählen. In Baden und Melk gibt die Pädagogische Hochschule einen Einblick in ihre Forschungsprojekte. An den Stationen in Baden kann die Welt der Mathematik haptisch erforscht werden, durch Logik- und Brettspiele Computational Thinking entdeckt oder über chemische Experimente gestaunt werden. Programmieren oder Robotik sind wiederum die zentralen Themen in Melk.
„Die Lange Nacht der Forschung zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und praxisnah in Niederösterreich geforscht wird. Mit Maßnahmen wie dem Forschungsfest, der Science Academy oder dem Science Center in Tulln haben wir in den vergangenen Jahren wichtige Impulse gesetzt, um Wissenschaft für die Menschen erlebbar zu machen“, unterstreicht auch Stephan Pernkopf (ÖVP), stv. Landeshauptmann. „Genau dieses Verständnis von Offenheit und Zugänglichkeit spiegelt sich auch in den zahlreichen Stationen der Langen Nacht wider“, ergänzt Stephan Pernkopf, der in Niederösterreich auch als Landesrat das Thema Wissenschaft verantwortet.
Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg und vielfältiges Programm in St. Pölten
Am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg wartet am VISTA Science Experience Center u.a. die Führung „Meet the Scientist“. Für Kinder und Familien gibt es ein abwechslungsreiches Mitmach-Programm, bei dem experimentiert, gerätselt und spielerisch geforscht wird. Im AstroLab kann das Universum erkundet werden, dazu gibt es spannende Experimente zu Licht und Schwerkraft sowie die Möglichkeit gemeinsam ein eigenes Mini-Spektroskop zu basteln. Einen Blick in den Sternenhimmel bietet die Live-Schaltung zu Österreichs größten Spiegelteleskop am Leopold Figl – Observatorium.
In der Landeshauptstadt St. Pölten wartet dann ein vielfältiges Programm beim TechCenter der EGGER Holzwerkstoffe, am Campus St. Pölten, im Museum Niederösterreich und beim Standort der Katholischen Hochschule. Wer sich für Natur und Geschichte interessiert, sollte das Museum Niederösterreich besuchen. An der University of Applied Sciences St. Pölten (USTP) bringt die Wissenschaftsshow mit Elisabeth Oberzaucher von den Science Busters den Gästen Wissenschaft und Forschung auf unterhaltsame Weise näher. Zudem können Besucher im Steampunk-Mystery-Escape-Room testen, wie schnell sie die Ausbreitung eines Virus stoppen können.
Strom aus erneuerbaren Energien und Informationen zu Allergien, Bouldern und Wasserqualität
Die Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien wird beim VERBUND Wasserkraftwerk Ybbs-Persenbeug beantwortet. Der Blick hinter die Kulissen zeigt, wie durch die Kraft der Donau Strom entsteht, 3D-Druck für Turbinen eingesetzt wird und Fischen der Aufstieg über das Kraftwerk erleichtert wird. Am ecoplus Technopol in Krems liegt der Fokus auf den Themen Gesundheit und Medizin.
Alle angehenden Ärztinnen und Ärzte können ihre Fähigkeiten wie Blutabnehmen oder Wunden Nähen im Skills Lab der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften trainieren. Daneben gibt es Informationen, wie Allergien entstehen, was Bouldern mit psychischer Gesundheit zu tun hat, wie ingenieurwissenschaftliche Methoden im medizinischen Bereich genutzt werden und welche Bedeutung die Qualität unseres Wassers für die Gesundheit hat.
Leistungsfähigkeit von neuen nachhaltigen Werkstoffen
Abwechslungsreiche Stationen bietet auch der ecoplus Technopol in Tulln. Themenschwerpunkte liegen hier auf Biotechnologie, Nachhaltigkeit und Klimawandel. Es werden unterschiedliche Verfahren gezeigt, wie aus vermeintlichem Abfall neue Materialien erzeugt werden, wie CO₂ selbst wiederverwendet werden kann und wie Pflanzen mit zunehmender Trockenheit umgehen.
Zudem wird bei Live-Materialtests die Leistungsfähigkeit von neuen nachhaltigen Werkstoffen auf die Probe gestellt. Luft- und Raumfahrtfans sind dann im ecoplus Technopol Wiener Neustadt richtig. Bei Diamond Aircraft Aviaticum warten Motorenmodelle, verschiedene Flugzeugtypen und das Material für den Flugzeugbau. Daneben gibt es Einblicke in die Schnittstelle von Forschung und Weltraumtechnik im ESA-Lab Austria. Studierende der FH entwickeln, fertigen und testen hier selbst Satelliten und die dafür notwendige Technologie.
Fragen zur Welt der Natur
Am ecoplus Technopol in Wieselburg werden sodann noch Fragen zur Welt der Natur behandelt. Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal präsentiert, wie Forschung im UNESCO-Weltnaturerbe aussieht. Darüber hinaus wird erklärt, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen könnte und was digitale Technologien damit zu tun haben. Wer in den Themenbereich Wasser eintauchen möchte, kann die Stationen des Bundesamtes für Wasserwirtschaft besuchen.
Dort werden unter anderem verschiedene Bodenproben ausgestellt und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten Wasser zu speichern demonstriert. Das Land Niederösterreich hat unter dem angefügten Link das detaillierte NÖ-Veranstaltungsprogramm und alle Informationen zu den teilnehmenden Forschungseinrichtungen, Institutionen und Unternehmen zusammengefasst. (red/czaak)