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25. October 2021

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Wenn intelligente Maschinen zu lernenden Menschen sprechen

Wenn intelligente Maschinen zu lernenden Menschen sprechen© Martin Lifka_FH St. Pölten

FH St. Pölten und Start-Up QuickSpeech intensivieren Forschung im Bereich Machine Learning zur Individualisierung von Lerninhalten in Unternehmen. Baukonzern Porr, Accelor und FFG unterstützen Projekt.

(red/mich) Die Fachhochschule St. Pölten forscht gemeinsam mit dem Jungunternehmen QuickSpeech zum Einsatz von Machine Learning und Natural Language Processing für die automatische Erstellung und Personalisierung von Lerninhalten. Zielsetzung ist, Unternehmen eine spielerische Aus- und Weiterbildungsschiene ihrer MitarbeiterInnen zu ermöglichen. Lukas Snizek, Alumni der FH St. Pölten-Alumni und CEO von QuickSpeech, entwickelte die App während des Studiums und wurde vom Start-Up-Förderungsprogramm Creatice Pre Incubator gefördert.

Mit dem steigenden Bedarf an Weiterbildung in Unternehmen und dem gleichzeitigen Wunsch nach Individualisierung stehen Unternehmen vor entsprechenden Herausforderungen. Lerninhalte müssen leicht zu zugänglich sein und auf persönliche Bedürfnisse eingehen. Das Start-up QuickSpeech will einen einfachen Zugang zu unternehmenseigenen Inhalten ermöglichen und erforscht nun gemeinsam mit der FH St. Pölten die automatisierte Bereitstellung von personalisierten Lerninhalten. QuickSpeech wird dabei von der FFG unterstützt und setzt selbst auf Machine Learning im betrieblichen Lernen.

Großer Bedarf an Weiterbildung und personalisierten Lerninhalten
„Wir unterstützen Studierende seit Jahren mit unseren Programmen „7 Steps to Start-Up“ und „Creative Pre-Incubator“ ganz gezielt bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Es freut uns daher besonders, wenn sich die daraus hervorgehenden Unternehmen unserer AbsolventInnen so erfolgreich entwickeln, wie es sich bei QuickSpeech gerade abzeichnet“, so Hannes Raffaseder, Mitglied der Geschäftsführung der FH St. Pölten.

In der Kooperation selbst wird etwa „Natural Language Processing“ (NLP) und „Deep Learning“ eingesetzt, um umfangreiche Dokumentensammlungen automatisiert verstehen zu können. Die intelligente Lern-App versteht anhand der NutzerInnen-Interaktionen, nach welchen Gewohnheiten MitarbeiterInnen lernen. Parallel können Schulungsbeauftragte in Unternehmen Ausgangsdokumente in das Verwaltungstool von QuickSpeech spielen. Aus diesen Dokumentsammlungen werden dann auch automatisiert sinnvolle Quizfragen und Antworten extrahiert.

Betriebliche Wissensvermittlung und individuelle Potentiale
„Wir ermöglichen damit eine selbstständige Content-Generierung für die QuickSpeech-App, wo Quizfragen und Antworten nicht mehr manuell, sondern zumindest teilautomatisiert aus den Daten gewonnen werden“, erläutert Matthias Zeppelzauer, der FH-Projektleiter. Das Personalwesen und Verantwortliche für Schulungsinhalte werden entlastet und Lerninhalte werden exakt und automatisiert dort erstellt, wo anhand der Interaktionen Bedarf festgestellt wird - und zudem individuell zum Nutzungsmuster der Lernenden. Der Lehrling erhält die Inhalte als Mini-Podcast vorgelesen und die Filialmitarbeiterin bekommt Bildmaterial.

„Mit der Unterstützung durch das Creative Pre-Incubator Programm der FH St. Pölten konnten wir erste wichtige Schritte in der Konzeption setzen“, so Gründer Lukas Snizek, Gründer von QuickSpeech. Mittlerweile sind mit dem Baukonzern PORR, Angelina Nathalie Karré (Firma Accelor) und eben der FFG auch schon Unternehmen und Institutionen an der App beteiligt. „QuickSpeech soll das Lernen in Unternehmen nicht nur spielerischer und spannender, sondern vor allem auch intelligenter machen. Durch das gezielte Eingehen auf Lücken in der betrieblichen Wissensvermittlung können zudem individuelle Potentiale entfaltet werden“, unterstreicht Snizek.

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red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 09.04.2021