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13. August 2020

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Digitales Lernen und soziale Kontakte

Digitales Lernen und soziale Kontakte© A1

Zwei Drittel der Schüler finden verstärkten Einsatz von digitalen Medien gut. Vermisst werden die persönlichen Kontakte zu den Mitschülern, so eine aktuelle Umfrage von A1 zum Thema Hausschule in Corona-Zeiten.

Die Corona-Pandemie hat alle Lebensbereiche verändert und insbesondere auch den Alltag von Österreichs Schülern. Lernen und Freizeit findet seit Wochen zumeist in den eigenen vier Wänden statt. A1 hat nun in einer Umfrage Kunden mit Kindern im Alter von 10-14 zur aktuellen Situation des Homeschoolings befragt. Zwei Drittel der SchülerInnen haben sich laut Aussage der Eltern gut im neuen Corona Alltag eingefunden. Fokussiert man auf das Thema Homeschooling sind es noch immer 56 Prozent der Kinder, die die neue Art des Lernens gut finden.

Der verstärkte Einsatz von digitalen Medien findet bei 64 Prozent der Schüler Zustimmung. „Corona verändert die digitale Lebenswelt unserer Kinder. Der intensive Einsatz von Laptop und Lernplattformen gehört plötzlich genauso zum Lernalltag wie die Videokonferenz mit der Lehrkraft. Mit der Umfrage möchten wir einen ersten Einblick bekommen, wie Kinder mit den digitalen Alltagsbegleitern in dieser neuen Situation klarkommen“, so Marcus Grausam, A1-CEO zur Motivation für diese Umfrage. 

Unterschiede nach Schultypen
Einen Unterschied macht der Schultyp aus: Rund 70 Prozent der Eltern von AHS-Schülern sagen, ihre Kinder kommen gut bzw. sehr gut mit der neuen Situation zu Hause zurecht. Bei den NMS-Schülern sind es nur etwas mehr als die Hälfte. Gründe könnten laut Umfrage in der unterschiedlichen Verfügbarkeit von Hardware bzw. im Unterstützungsbedarf durch die Lehrkräfte liegen.

Während sich in AHS Schüler-Familien nur 50 Prozent den Computer teilen müssen, sind es bei Familien mit NMS Schülern rund 75 Prozent und knapp mehr als die Hälfte davon muss das Gerät mit bis zu Personen gemeinsam nutzen. Auch die Unterstützung durch die Lehrkräfte wird ungleich empfunden: Knapp 55 Prozent der Eltern von NMS Schülern geben an, ihren Kindern fehle die Unterstützung durch die Lehrkräfte. Bei den AHS Schülern sind es rund 38 Prozent.

Intensive Computernutzung und Kontaktersatz über Videokonferenzen
Generell gestiegen im Schulalltag ist die Nutzung des Computers: 8 von 10 SchülerInnen verbringen aufgrund von Corona nun mehr Zeit vor dem Bildschirm. Knapp 60 Prozent nützen ihr Handy öfters für die Schule. Dazu gehören Lernapps wie Schoolfox, welche von 35 Prozent aller NMS Schülern verwendet wird. Aber auch Schulbücher werden weiterhin im Schulalltag benötigt. Die Hälfte aller befragten Eltern geben an, dass die Kinder gleich viel Zeit mit Schulbüchern verbringen als noch vor Corona.
 
Die Kommunikation mit den Lehrkräften findet hauptsächlich über E-Mail und unterschiedliche digitale Lernplattformen wie etwa Moodle statt. Für 35 Prozent der Schüler gehören auch Videokonferenzen mit den Lehrkräften zum neuen Alltag. Am schwierigsten ist für alle Schülern der fehlende soziale Kontakt. 8 von 10 der befragten Eltern bestätigen, dass Ihren Kindern der persönliche Kontakt zu den Mitschülern fehle. Schwerer fehlt das Lernen zu Hause den Jüngeren (10-12 Jahren). Hier kritisiert jede zweite Familie einen höheren Organisationsauwand. 

Zunahme der Nutzung von digitalen Gadgets in Freizeit 
In der aktuellen Corona-Phase kommen Handy, Laptop und Tablet auch in der Freizeit deutlich intensiver zum Einsatz. 63 Prozent geben eine häufigere Handy-Nutzung an, bei Computer und Laptop beobachten 7 von 10 Eltern eine intensivere Nutzung. Umgekehrt stehen aber auch Brettspiele, Bücher und kreative Beschäftigungen wie Basteln stehen höher im Kurs. Das sagt rund ein Viertel. 

Hauptgrund für die vermehrte Nutzung sind neben der Schule die Kommunikation mit Freunden und Familie. 80 Prozent der Eltern sagen, dass Handy & Co bei den Kindern vor allem dafür jetzt im Einsatz ist. Die Apps bzw. Plattformen der Wahl für den Austausch mit Freunden sind WhatsApp (Anm. über 90 Prozent), gefolgt von TikTok und Snapchat (je rund 40 Prozent). Weniger beliebt ist Facebook (8 Prozent). Weitere digitale Beschäftigungen sind Gaming (58 Prozent), Social Media Präsenz (48) und Streaming (46 Prozent).

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red/mich/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 14.05.2020