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06. Dezember 2019

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Bildung erhöht Wirtschaftskraft

Bildung erhöht Wirtschaftskraft© Bilderbox.com

Bessere Ausbildung und schulische Leistungen könnten Wirtschaft und künftigen Wohlstand spürbar erhöhen, so eine Erhebung des deutschen ifo-Instituts auf Basis einer gemeinsamen Studie mit der amerikanischen Stanford-University im Auftrag der EU.

(red/czaak) Für die gesamte EU liegt die Summe der möglichen wirtschaftlichen Erträge bei 71 Billionen Euro. Auf Großbritannien entfallen dabei 9,7, auf Frankreich 9,5, auf Italien 7,6, auf Spanien 6,0 und auf Österreich 1,5 Billionen Euro. Diese neuen Ergebnisse der PISA Studie der OECD werden am heutigen Dienstag veröffentlicht. Sie sind primär ein Indikator dafür, wie Schüler in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen weltweit abschneiden.

„Wenn sich ihre Leistungen um 25 PISA-Punkte verbessern, würde die deutsche Wirtschaftskraft langfristig um 7,3 Prozent steigen. Das sind rund 14 Billionen Euro für den Rest des Jahrhunderts“, erläutert Ludger Wößmann, Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik die Zahlen für Deutschland. Die Daten gehen aus einer neuen Studie hervor, die Wößmann mit Eric Hanushek von der Stanford-Uni/USA im Auftrag der Europäischen Kommission verfasst hat. Sie basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Bildungsleistungen und Wirtschaftswachstum gibt.

Dynamik von Bildungsreformen
„Einige Länder haben durch Reformen bereits eine Steigerung um 25 PISA-Punkte geschafft, darunter Polen und Portugal. Auch in Deutschland ist das in den ersten Jahren nach dem PISA-Schock gelungen“, ergänzt Wößmann. „Für unsere wirtschaftliche Zukunft ist es von existenzieller Bedeutung, dass die Schulen den Kindern und Jugendlichen Kompetenzen vermitteln, mit denen sie sich in der Arbeitswelt der Zukunft behaupten können“, betont der ifo-Experte.

Gerade den in PISA gemessenen Basiskompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften komme dabei eine wichtige Rolle zu. Wößmann und Hanushek vergleichen die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei verbesserten Bildungsleistungen mit dem Status quo über den Rest des Jahrhunderts. Ihre Prognosen berücksichtigen auch die Dynamik von Bildungsreformen. Es dauert eine gewisse Zeit, bis Bildungspolitik und -programme angepasst werden. Bis diese Reformen sich dann in den Leistungen der Jugendlichen niederschlagen, vergeht ebenfalls Zeit.

Anteil hochqualifizierter Arbeitskräfte
Die Wirtschaft wiederum wird sich erst anpassen, wenn die neuen, hochqualifizierten Arbeitskräfte einen spürbaren Anteil der Erwerbstätigen ausmachen. Weitere Projektionen betrachten Politikszenarien, welche die Leistungen speziell am unteren oder am oberen Ende des Spektrums verbessern oder die Kompetenzen von Schulabbrechern erhöhen. Sie bieten aber alle einen deutlich geringeren wirtschaftlichen Ertrag, als Verbesserungen, die das gesamte Leistungsspektrum erreichen.

Die Studie wurde im Auftrag der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission für das Europäische Expertennetzwerk Bildungsökonomik (EENEE) verfasst, das vom ifo Zentrum für Bildungsökonomik zusammen mit dem Brüsseler Centre for European Policy Studies (CEPS) koordiniert wird.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 02.12.2019