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Mit unerschütterlicher Hoffnung

Mit unerschütterlicher Hoffnung  (EPA)Foto: EPA

Jedes Jahr wandern 500.000 Menschen über die Südgrenzen des Landes in die USA ein.

Die Schätzungen gehen weit auseinander. Die aktuellste und am häufigsten genannte Zahl geht von 11,5 Mio. illegalen Einwanderern in den USA aus. Über die Grenzen im Süden des Landes wandert jedes Jahr eine weitere halbe Mio. Menschen ein. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes soll die Anzahl jener, die über das offizielle Prozedere mit Visaverfahren und Wartezeiten einreisen, geringer sein als jene der unerlaubt im Staatsgebiet Lebenden.

Unter dem Radar
Wer einmal im Land ist, kann sich mitunter ein Leben aufbauen, ohne der Einwanderungsbehörde groß aufzufallen. Gearbeitet wird oftmals über die Verwendung fal­scher Sozialversicherungsnummern – dem wichtigsten Zugangscode zum US-Jobmarkt – und ohne Krankenversicherung. Wirtschaftswissenschaftler streiten sich wie auch in anderen Teilen der Welt, ob die illegale Zuwanderung die Wirtschaft antreibt oder eher die Löhne minderbemittelter Amerikaner drückt. Die relativ hohe Beschäftigungszahl gilt jedenfalls als Geheimnis. Experten gehen davon aus, dass viele der Jobs richtiggehend für Einwanderergruppen, allen voran Mexikaner, entstehen. Hinzu kommt freilich, dass die Zuwanderung den Konsum ankurbelt, indem die Menschen wohnen, essen und einkaufen. Auf diese Weise entstehen gleichfalls neue Jobs. Ebenfalls zahlen viele – ungeachtet gefälschter Sozialversicherungsnummern – in das staatliche Versorgungssystem ein. Dennoch polarisiert das Thema Krankenversicherung für illegale Einwanderer die USA immer stärker.
Laut Erhebung des US Census Bureau, des statistischen Bundesamts, liegt das Einkommen der im Land lebenden Mexikaner mehr als 10.000 Dollar unter jenem des Durchschnittseinwanderers. Anziehungspunkt ist vor allem der Südosten der USA, der in den letzten 20 Jahren einen Bau- und Jobboom erlebte. Attraktiv erscheinen insbesondere Arbeitsplätze im Baugewerbe. Doch die Immobilienkrise hat ihre Spuren hinterlassen, die Anzahl der Jobs ist rapide gesunken. Junge Zuwanderer, die mit auf den Rücken geschnallten und nach Benzin stinkenden Laubbläsergeräten durch die Wohnstraßen im Süden der USA ziehen, zeugen von der wirtschaftlichen Aussichtslosigkeit.


Alexandra Riegler, Economy Printausgabe 80-01-2010, 29.01.2010 Artikel mailen
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