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22. November 2017

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Veraltete Technik bremst unternehmerische Digitalisierung

Veraltete Technik bremst unternehmerische Digitalisierung© Bilderbox.com

Starre IT-Systeme behindern die viel beschworene „Digitale Transformation“.

Flexibel auf Marktanforderungen reagieren, rasch neue Geschäftsmodelle entwickeln und dafür entsprechende Prozesse und IT-Systeme aufsetzen gilt als neue digitale Kardinaltugend. Hinderlich für Unternehmen sind dafür allerdings veraltete Technologien, so eine aktuelle internationale PAC-Studie im Auftrag von Fujitsu, die vor allem Mittelstand und Industrie mit Kernapplikationen im SAP und Oracle-Umfeld unter die Lupe nahm. Mehr als die Hälfte der 500 befragten Entscheidungsträger gab an, dass ihre aktuelle Infrastruktur nicht mit den Anforderungen der Digitalisierung mithalten kann.
Für viele Betriebe hat das auch noch nicht allerhöchste Priorität, nur zehn Prozent sehen sich selbst als digitale Vorreiter. 42 Prozent gaben an, dass die Digitalisierung Einfluss auf ihr Geschäft haben wird, aber nur 17 Prozent glauben, dass sie essenziell für das Überleben sein könnte. Einig waren sie, dass veraltete Technologien Gift für die Agilität des Unternehmens sind und einen Großteil der IT-Budgets fressen, die eigentlich verstärkt in Innovationen fließen sollten.

Daten als Kapital der Digitalisierung
Das zentrale Element aller IT-Strukturen und Services sind die Daten. Sie betreffen als Querschnittsmaterie alle internen und externen Bereiche und Prozesse. Ganz besonders gilt das im neuen Zeitalter von Digitalisierung und Industrie 4.0, wo mit Echtzeitdaten aus der Produktion, von Lieferanten und Kunden und sogar von mit Sensoren bestückten Maschinen die Prozesse automatisiert und dynamisch gesteuert werden.
„Wenn es heute ein Bewusstsein gibt, dann, dass die unternehmerische Welt von Daten durchdrungen ist“, so Axel Quitt, Big Data Experte bei T-Systems. „Unternehmen und öffentliche Organisationen schwimmen in einem Datenmeer, wissen aber vielfach noch nicht, wie sie daraus nützliche Informationen für ihre Geschäftsprozesse abzapfen können. Oft fehlt es schon an den richtigen Werkzeugen, um zumindest einmal brauchbare Analysen fertigen zu können“, betont Quitt.

Österreichische „Open Data“ Initiative
Nicht nur die Analyse von Daten aus der eigenen Lieferkette bringt wertvolle Informationen für den Geschäftserfolg. Neuerdings beginnt sich auch im Bereich Big Data ein „Sharing-Trend“ zu etablieren. In Österreich ist nun die Plattform DataMarket Austria (DMA) ins Leben gerufen worden, auf der T-Systems gemeinsam mit 17 anderen Konsortialpartnern öffentlich zugängige Datenquellen (engl. Open Data) erschließt, die wiederum mit weiteren Datenquellen und entsprechenden Verarbeitungs- und Analysewerkzeugen kombiniert werden. 
„DMA ist Einladung und gelebtes Beispiel, wie neue Technologien einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen durch ‚Coopetition‘, also Kooperation konkurrierender Marktteilnehmer, bringen,“ erklärt Peter A. Bruck vom Management des DMA.

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Economy Ausgabe Webartikel, 18.09.2017