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17. Dezember 2017

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Der Blick auf das große Ganze

Der Blick auf das große Ganze© Kapsch

Das Internet of Things (IoT) mit der Vernetzung von Maschinen, Geräten und Menschen ist eine unaufhaltsame, alles durchdringende Entwicklung. Ein Expertenkommentar von Jochen Borenich, Mitglied des Vorstandes von Kapsch BusinessCom.

Prognosen sprechen von rund 50 Milliarden vernetzten Geräten bis zum Jahr 2020. Derzeit gibt es zum IoT oft mehr Fragen als Antworten: Vor welche Herausforderungen stellt das IoT die Gesellschaft und die Wirtschaft? Wie verändert das IoT die industrielle Produktion und welches Potenzial haben neue Anwendungen? Wenn auch vieles noch offen ist, so gibt es seitens der Industrie vielversprechende Fortschritte.
Die Generierung von konkretem Business Value durch die Digitalisierung von Produktions- oder Geschäftsprozessen und die Analyse von Daten spielen 2017 in jedem Unternehmen eine wesentliche Rolle. Stand bei Digitalisierungsprozessen bis dato das technisch machbare im Fokus, sprechen Firmen jetzt über Lösungsziele. Der wesentliche Erfolgsfaktor dabei ist schon zu Beginn der digitalen Transformation in einem Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette zu betrachten. Fehlt der Blick auf das große Ganze, bleiben Digitalisierungsmaßnahmen immer nur Stückwerk. Auch deshalb ist die Bedeutung eines ganzheitlichen Zugangs mittlerweile auf Vorstandsebene angekommen.
Gab es früher keine Ansprechpartner für das Thema Digitalisierung, ist die digitale Transformation heute oft Chefsache. Dies zeigt auch die wachsende Anzahl von Chief Digital Officers (CDOs), die ad personam dafür Sorge tragen, die Digitalisierung als zentralen Bestandteil in der Unternehmensstrategie zu verankern und voranzutreiben. Vor allem größere Betriebe nehmen hier eine Vorreiterrolle ein, indem sie entsprechende Mittel bereitstellen.

Der Konkurrenz einen Schritt voraus
Grundsätzlich ist die Digitalisierung heute in allen Branchen angekommen, Vorreiter sind sicherlich die IKT-Branche, Handel und Logistik, die Bauindustrie und der Finanzsektor. Die Triebfeder für digitale Transformation ist meist, die Möglichkeiten des IoT zu nutzen, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Traditionelle Industrieunternehmen haben mit der Geschwindigkeit zu kämpfen, in der neue Anwendungen auf den Markt kommen und das Umfeld verändern. Eine wachsende Zahl von Start-ups, die das Thema Smart Products und neue IoT-Technologien vorantreiben, erhöhen den Druck auf die Industrie, eigene Transformationsprozesse zu starten oder sich geeignete Partner zu suchen.
Oft ist es der Umgang mit großen Datenmengen, der Unternehmen bei der digitalen Transformation Kopfzerbrechen bereitet. Professionelles Big Data-Management ist die Basis für die Integration unterschiedlicher smarter Produkte und Geräte. Unternehmen stoßen hier häufig an ihre Grenzen und erwägen Daten in Clouds zu speichern. Auch wenn die Vorteile von höherer Sicherheit und Flexibilität sowie Einsparungen bei Outsourcing-Lösungen von bis zu 50 Prozent der IT-Kosten bekannt sind, ist die Auslagerung kritischer Unternehmensdaten immer eine Vertrauensfrage. Systemintegratoren und ICT-Anbieter müssen daher nicht nur hochkompetent sein und als „Trusted Advisor“ fungieren, sondern auch Datensicherheit und -schutz gewährleisten. Bei der Auswahl etwaiger Digitalisierungspartner lohnt es sich daher, deren Know-how bei Big Data-Management abzuklären sowie Anzahl und Bandbreite von konkreten Referenzen (engl. Use Cases) in Erfahrung zu bringen.

Links

Jochen Borenich, Economy Ausgabe Webartikel, 18.09.2017