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15. Dezember 2018

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Von der Theorie in die Praxis

Von der Theorie in die Praxis© Bilderbox.com

IT-Dienstleister Dimension Data prognostiziert für 2019 verstärkte Umsetzung diverser Digitalisierungsprojekte. Künstliche Intelligenz, Blockchain, robotergestützte Automation oder Machine Learning sollen breitere Marktreife erlangen und Unternehmen bei digitalen Geschäftsmodellen unterstützen. Die Trends werden auch von parallelen Studien der internationalen Gartner-Group untermauert.

Die digitale Transformation in den Betrieben soll in den nächsten zwölf Monaten quer durch alle Branchen einen kräftigen Schub bekommen, so die zentrale Botschaft des alljährlichen Trendreports von Dimension Data. Der IT-Dienstleister hat Bereiche wie Infrastruktur, Arbeitsplatz, Vertrieb und Kundenservices, Security und Digitale Geschäftsmöglichkeiten untersucht.

Prozessautomatisierung und personalisierte Kundenservices
Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und sogenannte heuristische neuronale Netze ermöglichen Betrieben in Echtzeit Prognosen über künftige Bedürfnisse, Kaufverhalten oder Serviceanfragen der Kunden zu erstellen und dementsprechend proaktiv zu agieren. Bis 2022 sollen laut Gartner 72 Prozent der Kundenservice-Interaktionen mit neuen Technologien wie Chatbots, Mobile Messaging und neuen Machine-Learning-Anwendungen verbunden sein. „Die klassische Kundenbetreuung entwickelt sich dadurch hin zu personalisierten Erlebniswelten“, so die Dimension Data Autoren.
 
Cloudbasierte Cybersecurity-Plattformen
Auf Grund „prominenter Hacking-Vorfälle im Jahr 2018 werde auch die Nachfrage nach cloudbasierten Sicherheitssystemen steigen“, so eine weitere Einschätzung. Diese Systeme basieren auf offenen Programmierschnittstellen (API) und ermöglichen es, neue Technologien schnell und einfach zu integrieren. Betriebe sollen damit besser mit der sich rapide entwickelnden Bedrohungslandschaft Schritt halten. Aktuelle Studien belegen den Trend: 47 Prozent der Unternehmen nennen die kürzere Einsatzzeit sowie Kostenreduktion als Hauptgrund für cloudbasierte Sicherheitslösungen, so die Trendanalyse für dieses Segment.
 
End-to-End-Infrastrukturen
Unternehmen werden auch zunehmend mehrere Cloud-Plattformen nutzen und dabei verstärkt auf Software-as-a-Service (SaaS) zurückgreifen. Diese Programmierbarkeit von einem Ende zum anderen (End-to-End) ermöglicht ebenso eine schnellere und vor allem betriebsspezifischere Anpassung an das jeweilige Unternehmensumfeld und damit auch eine höhere Nutzbarkeit der Daten. Hier geht Gartner bis 2020 davon aus, dass 90 Prozent der Unternehmen sogenannte hybride IT-Infrastrukturen einführen werden.
 
Intelligentes Datenmanagement
Ein breites Anwendungsfeld ist das Thema Daten. Hier sammeln und verarbeiten diverse Anwendungen schon heute Nutzerdaten in umfangreicher Form. Zukünftig wird dabei nun auch das Feedback der User eingearbeitet um die Funktionalität laufend und möglichst automatisiert zu verbessern. Derartige Lösungen auf Basis Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen sollen zudem die Produktivität der Arbeitskräfte steigern und Fehlerquellen reduzieren.

Neue Geschäftsfelder
Im Kontext mit der Digitalisierung gewinnt das Segment Daten generell an Bedeutung, der Fokus verlagert sich nun aber von der Quantität auf die Qualität und dabei sollen künftig auch Telemetriesysteme eine verstärkte Rolle bei der Anreicherung spielen. Wie, bleibt bei den aktuellen Vorhersagen von Dimension Data noch offen. Grundsätzlich bleibt das zielgerichtete Sammeln, Anreichern und Auswerten von Daten weiter zentrales Thema der Digitalisierung und das soll bzw. erstreckt sich bis hin zu Generierung komplett neuer Geschäftsfälle.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 29.11.2018