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17. Juli 2018

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Migranten als selbständige Unternehmer

Migranten als selbständige Unternehmer© Donau Uni Krems

Höhere Gründungsraten bei Migranten im Vergleich zu einheimischer Bevölkerung und spezifische Unterstützformen als Themen beim Netzwerk-Forum des EU-Projekts MAGNET an Donau-Uni Krems.

Das Erkennen der Kompetenzen von Migranten ist für eine erfolgreiche gesellschaftliche und arbeitsmarkttechnische Integration besonders wichtig. Ein erfolgversprechender Ansatz ist es, Migranten am Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich das 1. Netzwerk-Forum des EU-Projekts MAGNET an der Donau-Universität Krems (DUK) mit Chancen und Herausforderungen in Bezug auf die unternehmerische Selbstständigkeit von Migranten.

Europaweiter Erfahrungsaustausch
Im Rahmen des EU-Projekts MAGNET (Migrant Acceleration for Growth – Network for Entrepreneurship Training) diskutierten an der Donau-Universität Krems Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis über Migranten als Unternehmensgründer. Das Department für Migration und Globalisierung an der DUK koordiniert MAGNET und wird in den nächsten drei Jahren mit Partnern aus acht europäischen Ländern am europaweiten Erfahrungsaustausch, Netzwerkaufbau und einer Trainer-Akademie arbeiten.
Migrationsexpertin Gudrun Biffl von der DUK verwies auf den „Global Entrepreneurship Monitor“ und die steigende Bedeutung von Selbstständigkeit als Treiber für Integration. Die Untersuchung von 69 Ländern aus 2012 zeige, dass die Anzahl von Gründern mit Migrationshintergrund in den meisten OECD-Ländern höher sei als die der einheimischen Bevölkerung. Gleichzeitig sei jedoch die „Überlebensrate dieser Unternehmen im Vergleich zu einheimischen wesentlich geringer“, erklärte Gudrun Biffl. Insgesamt sei der Beitrag migrantischer Unternehmer zur Schaffung neuer Arbeitsplätze steigend.

Unterstützung in der Gründungs- und Wachstumsphase
Tina Gruber-Mücke von der FH-Krems betonte insbesondere die Bedeutung einer Orientierungshilfe bei der Unternehmensgründung, allerdings nicht nur bei der Ideenfindungs- und Startphase, sondern vor allem auch während der Phase des Unternehmenswachstums. „Hilfe beim Einstieg in die Selbstständigkeit bietet etwa das Projekt „MEnt“, das Migranten und Flüchtlinge bei der Entwicklung von Schlüsselkompetenzen im Bereich Entrepreneurship unterstützt“, so Doris Kaiserreiner vom Zentrum für Soziale Innovation.
Im Rahmen des Netzwerk-Forums wurden generell zentrale Handlungsfelder zur Förderung und Unterstützung migrantischer Unternehmer diskutiert. Das betrifft vor allem die Optimierung rechtlicher und struktureller Rahmenbedingungen, die Förderung unternehmerischer Kompetenzen, die Schaffung eines innovationsfördernden Umfelds, die Verbesserung des Zugangs zu Finanzierungen sowie Bewusstseinsbildung und Vernetzung.

Erfahrungen von Unternehmer mit Migrationshintergrund
Dabei kamen insbesondere auch Unternehmer mit Migrationshintergrund zu Wort. So hat der syrische Flüchtling Ahmed Aboud gemeinsam mit Co-Founderin Karin Melcher den Schritt in die Selbstständigkeit geschafft: Der gelernte Automechaniker hat das nachhaltige Autoreinigungsunternehmen „CARamel“ gegründet. Das Start-Up bietet seinen Kunden eine mobile Autoreinigung und Menschen, die nach Österreich geflüchtet sind, einen unkomplizierten Einstieg in die Arbeitswelt. Ahmed Aboud kennt viele syrische Flüchtlinge aus seinem Umfeld, doch niemandem sei eine Unternehmensgründung gelungen. Sein Erfolgsrezept: „Glaube an dein Unternehmen und gib trotz Problemen und Schwierigkeiten niemals auf.“

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 26.02.2018