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21. October 2018

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Online-Pornos als Forschungsbasis für eigene Sexualität

Online-Pornos als Forschungsbasis für eigene Sexualität© Bilderbox.com

Frauen erkunden ihre Sexualität mit Online-Pornos. Digitale Technologien helfen beim Erfahrungs- und Ideenaustausch.

Frauen, die Online-Pornos schauen, nutzen moderne Technologie, um ihre eigene Sexualität zu erforschen und sich mit anderen über ihre sexuellen Interessen auszutauschen. Das hat eine Studie von Forschern der University of Waterloo ergeben. Die Frauen schätzen dabei offenbar die größere Privatsphäre, die ihnen ihre Geräte bieten.
"Wir wissen aufgrund früherer Forschungsarbeiten, dass Frauen eine der am schnellsten wachsenden Gruppen unter den Konsumenten von Online-Pornografie sind", so Diana Parry, Professorin für Freizeitforschung an der University of Waterloo. Die aktuelle Studie sollte klären warum und dazu haben die Forscher ausführliche Gespräche mit 28 Frauen unterschiedlicher sexueller Identität geführt. Die Pornos ermutigen Frauen ihre Sexualität zu akzeptieren, ist etwa ein Ergebnis. Zudem hilft ihnen das Internet, sich mit anderen zu verbinden und über Themen wie Sexualpraktiken und die Nutzung von Sexspielzeugen auszutauschen.

Neue Aspekte der Sexualität
"Es scheint zudem, dass es Technologie Frauen ermöglicht hat, Pornografie zu ihren eigenen Bedingungen zu erkunden und Aspekte ihrer Sexualität zu entdecken, die ihnen neu sind", meint Parry. Denn aufgrund der besseren Privatsphäre, die Computer und Smartphones bieten können, fühlen sich Frauen der Erhebung zufolge mit diesen Geräten eher wohl dabei, erotisches Material zu konsumieren. Dabei, sich auf traditionellere Art Zugang zu entsprechenden Inhalten zu verschaffen, wäre ihnen wohl vergleichsweise unwohl.
Die Studie ist Teil eines größeren Projekts, in dem Forscher sich damit auseinandersetzen, wie digitale Technologien Frauen den Zugang zu expliziten Inhalten erleichtern. "Man muss sich klar darüber sein, dass die Gesellschaft immer noch sehr altmodische Vorstellungen von weiblicher Sexualität hat, mit Ansichten, die meist die Bedürfnisse und Gelüste der Männer eher akzeptieren", betont Parry. Moderne Technologien könnten helfen, die Sexualität der Frau auf bisher unbekannte Weise in den Vordergrund zu rücken.

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PressetextAustria/red, Economy Ausgabe Webartikel, 08.02.2018