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19. November 2017

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Mit negativen Gefühlen helfen

Mit negativen Gefühlen helfen© Bilderbox

Individuen sind deutlich altruistischer als bislang angenommen, zeigt eine aktuelle Studie.

Menschen können versuchen, jemand anderen negative Gefühle erleben zu lassen, wenn sie glauben, dass ihnen das langfristig helfen sollte. Zu diesem Ergebnis kommt die Psychologin Belén López-Pérez von der University of Plymouth. Unangenehme Gefühle werden also manchmal auch aus altruistischen Gründen ausgelöst und nicht nur zum eigenen Vergnügen oder zum eigenen Vorteil.
Frühere Studien hatten nachgewiesen, dass Menschen fallweise versuchen, die Stimmung eines anderen zu ihrem eigenen Vorteil zu verschlechtern. Die Forscher wollten jetzt jedoch basierend auf eigenen Arbeiten zu altruistischem Verhalten herausfinden, ob es Umstände gibt, bei denen es sich anders verhält.
Laut López-Pérez haben die Forscher mehrere Beispiele aus dem Alltag gefunden, bei denen das der Fall sein könnte. Dazu gehört zum Beispiel einem geliebten Menschen Angst zu machen, der die Vorbereitung für eine Prüfung hinausschiebt, anstatt zu lernen.

Durcheinander und hilflos
An Tests nahmen 140 Erwachsene teil. Aufgabe war es, ein Computerspiel mit einem anomymen Partner mit der Bezeichung "Spieler A" zu spielen. In der Wirklichkeit gab keinen Spieler A. Nachdem die Teilnehmer eine Nachricht erhalten hatten, die angeblich von Spieler A stammte, wurden sie ersucht, sich vorzustellen, wie er sich fühlte. Andere sollten sich davon nicht berühren lassen. Die Nachricht beschrieb eine kürzliche Trennung und wie durcheinander und hilflos sich Spieler A fühlt.
Teil einer Versuchsanordnung waren die Spiele, entweder "Soldier of Fortune", bei dem so viele Feinde wie möglich getötet werden sollen, oder "Escape Dead Island", bei dem die Flucht aus einem Raum voller Zombies gelingen soll. Weitere Aufgaben sollten ebenfalls zu einem Verhalten führen, das die Auswirkungen auf den Spielpartner berücksichtigte.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 29.06.2017