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27. Mai 2016

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Lückenschluss

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Das Hochgeschwindigkeitsinternet kommt nun auch aufs Land. Eines der dichtesten LTE-Netze weltweit soll die Versorgungslücke im ländlichen Raum schließen.

In den abgelegenen Gemeinden Österreichs konnte man bislang davon nur träumen: Internet, das seinen Namen auch verdient. Jetzt nimmt der Mobilfunkanbieter Drei das laut eigenen Angaben größte LTE-Netz Österreichs in Vollbetrieb. In den vergangenen zwei Jahren hat Drei die Zahl seiner Sendestation um die Hälfte erhöht. Und die nunmehr 6.000 Sendestationen sind seit Ende August alle mit dem neuen mobilen Internet-Standard LTE ausgestattet.
„Ein schneller Internetzugang wird für die Menschen immer wichtiger. Mit dem größten LTE-Netz des Landes schließen wir die Versorgungslücken im ländlichen Raum“, erklärt CEO Jan Trionow. Das LTE-Netz von Drei erreicht laut Trionow schon heute Übertragungsraten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde und eine Bevölkerungsabdeckung von 98 Prozent. Zum Vergleich: Österreichs offizielles Ziel bis 2018 ist eine Übertragungsrate von 100 Mbit/s – für 70 Prozent der Bevölkerung. Für 2020 wird eine flächendeckende Versorgung angepeilt. Kleinere Brötchen backt die EU-Kommission: Bis 2020 sollen alle Europäer mit 30 Mbit/s versorgt sein.

Starke Nachfrage
Die Internet-Nutzung ist in Österreich zuletzt sprunghaft angestiegen. Dafür verantwortlich zeichnet die großflächige Verbreitung von Smartphones, Social Media-Netzwerken, Streaming-Diensten und Online-Gaming-Angeboten. Streaming-Dienste werden laut marketmind von etwa 40 Prozent der Österreicher zumindest einmal pro Monat genutzt; mehr als ein Viertel streamt sogar einmal pro Woche. In unterversorgten Gebieten würde rund jeder Zweite häufiger online Videos, TV- und Streaming-Inhalte ansehen, wenn die Internetverbindung besser wäre.
Unternehmen trifft die mangelnde Versorgung im ländlichen Raum besonders hart. Für 90 Prozent ist eine leistungsfähige Internetverbindung von großer Bedeutung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen nimmt Einschränkungen in ihren geschäftlichen Aktivitäten wahr, die auf eine mangelnde Internetversorgung zurückzuführen sind.

Links

red/stem, Economy Ausgabe 999999, 04.09.2015