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29. Juni 2016

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Flüchtlingsbetreuung schafft Arbeitsplätze

Flüchtlingsbetreuung schafft ArbeitsplätzeBilderbox.com

An Bewerbern mangelt es nicht, jedoch an qualifizierten Sozialarbeitern.

Der Bedarf an Experten für die Flüchtlingsbetreuung hat in Niederösterreich die Nachfrage nach Sozialpädagogen und Sozialarbeitern stark steigen lassen. „2015 sind bei der Caritas allein in Niederösterreich 77 Personen für die Betreuung von Flüchtlingen eingestellt worden“, sagt Martin Gantner, Pressesprecher der Caritas der Erzdiözese Wien. Je nach Entwicklung der Situation sei mit der Anstellung von mindestens 30 weiteren Betreuern zu rechnen.
Bei den neu angestellten Personen handle es sich überwiegend um Betreuer, die als Pädagogen oder Sozialarbeiter qualifiziert sind. „An Bewerbern mangelt es nicht, jedoch besteht durchaus eine Knappheit an ausreichend qualifizierten Personen. Insbesondere für die Betreuungsarbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) werden pädagogische Fachqualifikationen oder eine aus der Sozialarbeit vorausgesetzt.“

Gefragter Job
Derzeit sei das Aufgabenfeld Flüchtlingsbetreuung sehr gefragt, vermutlich aufgrund der enormen Medienpräsenz. Andere Caritas-Teilbereiche, die ebenfalls Betreuungsstellen zu besetzen haben, beispielsweise für „Obdach und Wohnen“, spürten deshalb im letzten Halbjahr einen Rückgang an Bewerbungen. „Die arbeitsuchenden Sozialarbeiter und Pädagogen im Jahr 2015 hatten eine klare Präferenz für die Flüchtlingsthematik“, teilt Gantner mit.
Auch der Diakonie Flüchtlingsdienst hat im letzten Jahr seine Mitarbeiterzahl in Niederösterreich mehr als verdoppelt, gibt Diakonie Österreich-Pressesprecherin Roberta Rastl-Kircher bekannt. Im Dezember 2015 waren 207 Mitarbeiter für die Betreuung von Asylwerbern angestellt gewesen. Im heurigen Jahr rechnet man mit einer weiteren Zunahme. Rund die Hälfte der Mitarbeiter agiert von St. Pölten aus, teilweise in mobiler Betreuung, wo auch die meisten neuen Stellen geschaffen worden sind.

Rastl-Kircher bestätigt den Mangel an qualifizierten Sozialarbeitern. Aufgrund des derzeitigen Entwicklungsstandes im Flüchtlingswesen sei qualifiziertes Personal mittlerweile schwer zu finden, zumal auch andere NGOs solche Mitarbeiter suchen. Dazu käme noch die spezielle Situation im ländlichen Raum, wo es immer schwierig sei, Personal zu finden. Die teils abgeschieden gelegenen Unterkünfte bedeuten lange Anfahrtswege, was ebenfalls die Personalsuche erschwere.

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NOe-Wirtschaftspressedienst/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 12.02.2016