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21. März 2019

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Digitalisierung im Medizinbereich

Digitalisierung im Medizinbereich© Bilderbox.com

NÖ Landeskliniken implementieren neues Onkologisches Informationssystem für die flächendeckende Nutzung aktueller Informationen und Wissenstransfer in Echtzeit. Von Diagnostik über Therapie bis Nachversorge wird dabei auch komplette Patientenversorgung gesichert und dokumentiert.

Die Krankheit Krebs steht im Zentrum des öffentlichen Interesses und die Diagnose schockiert wie keine andere. Das bisherige Leben gerät ins Wanken und das betrifft die PatientInnen wie auch ihre Angehörigen. 40.000 Menschen erkranken pro Jahr in Österreich an Krebs, etwa 7.000 Neuerkrankungen pro Jahr sind es in Niederösterreich, Tendenz steigend.

Flächendeckender Einsatz
In der Behandlung sind laufende Wissenserweiterung und Austausch auch aufgrund des immer rascheren medizinischen und technischen Fortschritts nicht mehr wegzudenken. Die NÖ Landeskliniken-Holding setzt nun an allen landesweit 27 Klinikstandorten auf entsprechende Innovation und implementiert ein neues Onkologisches Informationssystem (OIS).
Fast jedes medizinische Fach führt Krebsbehandlungen durch und das betrifft Chirurgie, Gynäkologie, Urologie, Strahlentherapie, HNO, Dermatologie, Neurochirurgie, Neurologie und natürlich die Innere Medizin/Onkologie. An den Standorten werden onkologische Therapien wie Operationen, Bestrahlungen, Chemo- und Immuntherapien geleistet.
Das neue System ermöglicht nun allen behandelnden Ärzten und Pflegepersonal jederzeit einen einfachen und übersichtlichen Einblick in die aktuelle Behandlungssituation der Patienten und das betrifft alle Informationen, unabhängig in welchem Klinikum er behandelt wird.

Praxisorientierte Entwicklung durch Ärzte
Der Ärztliche Direktor Rainer Ernstberger und die Ärzte Jürgen Kasper und Thomas Laschitz aus dem Landesklinikum Stockerau haben in Kooperation mit dem Thieme-Verlag eine medizinische Informationsplattform namens eRef (Anm. elektronische Referenz) weiterentwickelt und an die NÖ Bedürfnisse angepasst. Hier werden Informationen bedarfsgerecht am aktuellen Stand der Wissenschaft aufbereitet. Das System ist Recherche-, Aus- und Weiterbildungsinstrument, wo relevantes Wissen für alle medizinischen Fachbereiche neu strukturiert und auf einer Oberfläche vereint wird.
eRef ist im Testbetrieb in fünf Kliniken gelaufen (Korneuburg-Stockerau, Tulln, Krems, Hollabrunn, Gmünd), nach einem halben Jahr wurde evaluiert. Der Nutzungsgrad mit rund 66.000 Zugriffen hat die Erwartungen bei weitem übertroffen, so die Landeskliniken in einer Aussendung. eRef wird daher ab Jänner 2019 allen Kliniken-Mitarbeitern kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Krankenhausübergreifende Erfassung
„Mit der Einführung des Onkologischen Informationssystems ist es der NÖ Landeskliniken-Holding erstmalig im deutschsprachigem Raum gelungen, niederösterreichweit alle Krebsfälle und deren Behandlungsschritte krankenhausübergreifend zu erfassen und zu dokumentieren - von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge“, erklärt Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von NÖ. „Mittlerweile sind knapp 30.000 PatientInnen mit Tumorerkrankungen im OIS dokumentiert“, so die Landeschefin.
„Das OIS ist ein umfassendes, tägliches Arbeitsinstrument um onkologische Patientendaten zu erfassen und die laufende Betreuung der Patienten festzuhalten. Unsere ÄrztInnen können mit diesem Informationssystem den bestmöglichen Nutzen für unsere Patienten erzielen und so auch die Chancen eine Krebserkrankung zu überleben weiter steigern“ ergänzt Stephan Pernkopf stv. Landeshauptmann in NÖ.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 11.01.2019