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21. August 2018

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Quantentechnologie und die Kapitulation der Hacker

Quantentechnologie und die Kapitulation der Hacker© Bilderbox.com

Britische Wissenschaftler entwickeln die Basis für ein absolut sicheres Netz.

Netzwerke, an denen sich Hacker die sprichwörtlichen Zähne ausbeißen, sind nach einer neuen Methode von Forschern des University College London (UCL) keine Utopie mehr. Ihr Verfahren soll eine sichere Kommunikation zwischen zahlreichen Geräten bieten, die quantentechnologische Eigenschaften besitzen. In Österreich zeigte Quantenforscher Anton Zeilinger letzten Herbst eine durch Quantenphysik verschlüsselte und abhörsichere Videokonferenz mit seinem chinesischen Kollegen Chunli Bai (economy berichtete).

Die Gesetze der Quantenphysik
Laut den UCL-Forschern geht es um mehr als nur ein duales System, es geht um die sogenannten Zustände "Null" und "Eins". Die Geräte basieren auf der Quantenmechanik, die nicht mehr rein digital ist, sondern zusätzlich scheinbar abstrakte Eigenschaften nutzt, etwa diskrete Energieniveaus. Bisher war es möglich zwei Geräte miteinander kommunizieren zu lassen, ohne dass Hacker eine Chance hatten, den Datenaustausch anzuzapfen. Die Londoner Forscher weiteten das nun auf ein ganzes Kommunikationsnetz aus.
"Wenn Quantencomputer voll entwickelt sind, werden sie zahlreiche Verschlüsselungen knacken, die allein auf mathematischen Voraussetzungen basieren", sagt der Physiker und Astronom Ciarán Lee. Die Kommunikationsmethode der UCL-Forscher basiert dagegen auf den Gesetzen der Quantenphysik. "Unser Ansatz gilt für ein allgemeines Netzwerk", sagt Mitentwickler Matty Hoban von der University of Oxford. "Man ist nicht auf die Zusagen der Netz- und Gerätehersteller angewiesen, dass die Nutzung sicher ist. Die Netzwerkstruktur sorgt dafür, dass Lauscher keine Chance haben."

Effektive Verschlüsselung
Die UCL-Methode baut eine Brücke über die Lücke zwischen der perfekten Sicherheit, die die Gesetze der Quantenphysik bieten, und der Umsetzung in die Praxis. Das Netz testet jedes neue Gerät, das integriert werden soll, bevor es an der Kommunikation teilnehmen darf. Dann erstellt es einen Code, mit dem jede Nachricht verschlüsselt wird. Die Sicherheit vor Hackerangriffen ist durch die einzigartige Eigenschaft garantiert, dass der Code nur von den Geräten entschlüsselt werden kann, die ihn geschaffen haben.
"Kein Hacker kann den Schlüssel entziffern", sind sich die Forscher einig. „Wir hoffen, dass wir unser Quanten-Netzwerk in den nächsten Jahren erfolgreich testen können", so Lee. Großbritannien und die Europäische Union fördern die Entwicklung der Quantentechnologie mit rund 1,3 Mrd. Euro und davon sollen letztlich nicht nur die Briten profitieren.

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PressetextAustria/red, Economy Ausgabe Webartikel, 02.02.2018