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22. September 2017

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Privat im öffentlichen Verkehr

Privat im öffentlichen Verkehr© Bilderbox.com

Mit MATTHEW soll das kontaktlose Bezahlen datenschutzkompatibel werden. Infineon Österreich koordiniert internationales Forschungsprojekt.

Kontaktlose Technologien sind bereits weltweit im Einsatz. Beispielsweise als Dauerkarten für den öffentlichen Nahverkehr und als Firmenausweise für sichere Zutrittskontrolle. Das Bezahlen an der Kasse geht dank Near Field Communication (NFC) rasch und bequem – etwa mit kontaktlosen Bankkarten, dem Smartphone oder sogenannten Smart Wearables, wie beispielsweise einer NFC-unterstützten Armbanduhr.
Das europäische Forschungsprojekt MATTHEW hat diese Kontaktlostechnologien jetzt weiterentwickelt. Durch den Einsatz von neuen Verschlüsselungsverfahren erhalten Verbraucher einen höheren Datenschutz in Smart Card-Systemen. Das von Infineon Technologies Austria koordinierte Projekt startete im November 2013 mit einer Laufzeit von 36 Monaten. Insgesamt waren acht Technologiepartner aus vier europäischen Ländern beteiligt. Das Gesamtbudget betrug fast sechs Millionen Euro.

Nachverfolgung verhindert
Ein Schwerpunkt des Forschungsprojekts war unter anderem die Entwicklung von kryptographischen Algorithmen für Smart Card-Systeme, um die Privatsphäre von Verbrauchern zu schützen. Damit kann, beispielsweise bei Tickets für den öffentlichen Nahverkehr, eine elektronische Nachverfolgung der jeweiligen Nutzer wirksam verhindert werden.
Ein Großteil der bestehenden Ticketing-Systeme arbeitet immer noch mit fixen Seriennummern, die auf den Karten der Inhaber hinterlegt sind. Der Systembetreiber kann daher durch elektronischen Abgleich mit den Zugangsterminals leicht nachvollziehen, welchen Weg ein Fahrgast mit seiner Jahreskarte genommen hat. Durch ein erweitertes Verschlüsselungsverfahren bleibt die Privatsphäre des Benutzers gewahrt. Diese anonymisierte Ticketing-Lösung wurde bereits erfolgreich in Form einer Android-App für ein Mehrzonen-Verkehrssystem demonstriert.

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red/stem/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 09.06.2017