Mehr Intelligenz für Autos

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Die Europäische Union hat im Rahmen eines Projekts ihre Bemühungen intensiviert, den Verkehr in Zukunft sicherer und flüssiger zu machen. Neue Technologien werden auf ihre Marktreife getestet.

Intelligente Fahrzeugsysteme, auch Fahrerassistenzsysteme (FAS) genannt, können für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, die Energieeffizienz steigern sowie Staus verhindern. Im Rahmen des EU-Projekts Eurofot (European Large-Scale Field Operational Tests on In-Vehicle Systems), an dem 28 Partner beteiligt sind, erfolgt derzeit ein groß angelegter Feldtest von Technologien, die für einen besseren Fluss des europäischen Straßenverkehrs sorgen könnten. Ziel ist nicht nur, die Leistungsfähigkeit der FAS zu bewerten, sondern auch etwaige Risiken und das Marktpotenzial der Fahrhilfen zu erkennen. Das soll dazu beitragen, die technischen Unterstützungssysteme auch für den Massenmarkt attraktiv zu machen.
Die Technologien, die im Projekt getestet werden, sind vielseitig. Die Adaptive Cruise Control (ACC) beispielsweise dient einer intelligenten Steuerung der Fahrtgeschwindigkeit in Abhängigkeit vom Verkehrsfluss. Das Blind Spot Informa-tion System wiederum überwacht tote Winkel der Rückspiegel, während Curve Speed Warning verhindern soll, dass Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit in Kurven gehen. Auch eine Funktion zur Warnung vor dichtem frontalen Auffahren sowie ein Spurhalteassistent sind Teil des Projekts. Für interessierte Autofahrer sind manche Funktionalitäten bereits ein Begriff. „Einige der Eurofot-Systeme wie die ACC sind schon seit einigen Jahren auf dem Markt“, meint Ariane Brusselmans, Sprecherin beim Projektpartner Ertico – ITS Europe. Allerdings seien sie bisher nur Optionen im Luxussegment und hätten nicht den Massenmarkt erreicht.

1500 Testfahrzeuge
Das soll sich durch das auf 40 Monate anberaumte EU-Projekt ändern, in dem über 1500 Testfahrzeuge zum Einsatz kommen. „Eurofot wird die Systeme unter realen Fahrbedingungen testen“, betont Brusselmans. Damit sollen Aufschlüsse über kurz- und langfristige Auswirkungen solcher Systeme gewonnen werden, beispielsweise im Hinblick auf Fahrerverhalten und Systemleistung. Ein Ziel ist es zu bewerten, ob die Technologien auf normalen Straßen wirklich effektiv und auch so leistungsfähig sind wie vorgesehen. Damit wollen die Projektpartner Risikofaktoren erkennen und klären, welche Aspekte eine weitere Entwicklung durchlaufen sollten. Ein wichtiges Thema dabei ist auch die Nutzerakzeptanz. Jene Technologien, die von den Testern gut angenommen werden, haben entsprechend hohe Marktchancen.
Das bessere Verständnis soll sich auch auf die Rahmenbedingungen für einen breiteren Einsatz der Technologien auswirken. „Eurofot wird politischen Verantwortlichen helfen, informierte Entscheidungen über den Rechtsrahmen für den Einsatz von IVS zu treffen“, ist Brusselmans überzeugt.

Autos lernen sprechen
Weniger Staus und Verkehrsunfälle sollen Systeme bringen, die über Funk mit Verkehrsleitsystemen und anderen Fahrzeugen kommunizieren. Gut 24 Prozent der Fahrzeit bringen Europas Autofahrer in Staus zu. „Die Kosten, die dadurch entstehen, dürften sich 2010 auf etwa 80 Milliarden Euro belaufen“, erklärt Viviane Reding, die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin. „Wenn wir durch intelligente Fahrzeugkommunikationssysteme Zeit gewinnen, können wir viel Geld sparen. Deshalb hat die EU vergangenen Sommer Funkfrequenzen für solche Anwendungen frei gegeben. Ein Frequenzbereich von 30 Mega-Hertz im 5,9 Giga-Hertz-Band wurde reserviert. Die Behörden in den einzelnen EU-Staaten sollen nun die Vorgabe umsetzen.
Ein Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten eines solchen Systems wäre ein Fahrzeug, dessen Bordsysteme auf einer Straße Glatteis registrieren. Es könnte via Funk diese Information an alle anderen Autos in der Nähe weitergeben. Deren Fahrer würden eine Warnmeldung erhalten, oder das Fahrzeug würde gar automatisch die Geschwindigkeit herabsetzen. In Kombination mit Funksendern, die entlang von Straßen platziert werden, ließen sich Autofahrer automatisch über Staus, gesperrte Straßen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen informieren.
Die Frequenzvergabe auf dem 5,9 Giga-Hertz-Band bringt den Herstellern von Autos und Navigationssystemen endlich Klarheit. Sie haben nun die Möglichkeit, Geräte zu entwickeln, die auf einem Standard basieren und in ganz Europa einsatzfähig sind.


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Klaus Lackner, Economy Printausgabe 66-11-2008, 23.01.2009 Kommentar posten


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