Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

21. März 2019

Search form

Search form

Krebsbehandlung und Krebsforschung auf Weltniveau

Krebsbehandlung und Krebsforschung auf Weltniveau© Bilderbox.com

Krebstherapiezentrum MedAustron erweitert Behandlungslinien und zieht positive Evaluierung der ersten beiden Betriebsjahre. Das in Wiener Neustadt (NOe) ansässige Medizinzentrum nimmt weiterhin globale Vorreiterrolle ein. Beim zuletzt veranstalteten „World Forum on Particle Therapy“ tauschen sich weltweit führende Experten der Ionentherapie über Strategien moderner Behandlungsformen aus.

Seit Dezember 2016 kommt im Wiener Neustädter Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum MedAustron die Ionen- oder Partikeltherapie zur Anwendung. Diese Behandlungsart ist eine besondere Form der Strahlentherapie, bei der Tumore mit geladenen Teilchen bestrahlt werden. Bisher haben 250 Patienten ihre Therapie bei MedAustron abgeschlossen und über 8.000 einzelne Bestrahlungen wurden sicher und zuverlässig absolviert.

Tumore entlang von Wirbelsäule oder Beckenbereich
Das zweite Behandlungsjahr brachte im österreichweit einzigartigen Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum MedAustron viele positive Entwicklungen. Primär betrifft das die Inbetriebnahme einer weiteren Strahllinie, was die Behandlung von zusätzlichen Indikationen ermöglicht. Ein Höhepunkt 2018 war zudem das von MedAustron initiierte »World Forum on Particle Therapy«, wo weltweit führende Experten der Ionentherapie neue Strategien zur Weiterentwicklung der Therapieform erörterten.
War der klinische Betrieb im MedAustron zunächst in nur einem Behandlungsraum mit horizontalem Fixstrahl möglich, so können nunmehr abwechselnd zwei Räume bespielt werden. Seit Sommer 2018 steht zusätzlich eine vertikale Strahllinie zur Verfügung. Dadurch wird einerseits in vielen Fällen die Lagerung der Patienten vereinfacht und andererseits ermöglicht es die Behandlung zusätzlicher Indikationen, etwa bestimmte Tumore entlang der Wirbelsäule oder im Beckenbereich.

Neue Behandlungsart bei strahlenresistenten Tumoren
Die neue Strahlführung war zudem ein wichtiger Entwicklungsschritt für MedAustron, dem laut Betreiber noch weitere folgen werden. Während die Behandlungen derzeit nur mit Protonen möglich sind, wird bereits in diesem Jahr eine weitere Teilchenart, konkret Kohlenstoffionen, zur Verfügung stehen. Damit kann das Indikationsspektrum erneut erweitert werden, denn diese Teilchen finden besonders in der Behandlung von strahlenresistenten Tumoren Anwendung. Die dafür notwendigen Vorbereitungen auf technischer und medizinischer Ebene laufen nach Angaben von MedAustron nach Plan.
„Mit der Anwendung der Kohlenstoffionen wird sich MedAustron vollends als eines von nur sehr wenigen Zentren weltweit im Spitzenfeld der Ionentherapie positionieren“, so das Land NÖ in einer Aussendung. „Ich bin stolz, dass sich mit MedAustron ein Behandlungszentrum von Weltrang in Niederösterreich etabliert hat. Im Vordergrund stehen dabei für mich immer die PatientInnen, die die beste Behandlung auf dem neuesten Stand der Forschung erhalten sollen“, unterstreicht Johanna Mikl-Leitner, NÖ-Landeschefin.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 11.01.2019