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28. Juli 2016

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Forschung gut aufgestellt

Forschung gut aufgestelltpiqs.de/olibac

Um gegen Silicon Valley und das Pearl River Delta bestehen zu können, werde aber dringend privates Kapital benötigt.

Österreichs Forschung sieht Staatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) international sehr gut aufgestellt. Um sie in Start-ups, Produkte und Technologien umzusetzen, werde aber ein geeignetes Kapitalmarktumfeld dringend benötigt. Nur so könne Österreich im internationalen Wettbewerb bestehen.
Die Anstrengungen müssen auf EU-Ebene gebündelt werden. Es handle sich nicht um ein Kräftemessen zwischen Silicon Valley und Europa. „Das Match lautet Silicon Valley gegen das Pearl River Delta in China“, erklärte Mahrer im Rahmen des von Wiener Börse AG und Aktienforum veranstalteten Financial Community Club. „Vergessen Sie den Aktiencrash, die Verschiebung im Innovationsbereich kommt todsicher. Die Chinesen werden in 10 bis 15 Jahren von Kopisten zu Neuerfindern.“
„Unser Überleben hängt davon ab, dass wir weiter unsere Innovationskraft freisetzen können“, so Mahrer. Dafür werde privates Kapital dringend benötigt. Mahrer fordert ein besseres regulatorisches Umfeld, damit Start-ups und kleine und mittlere Unternehmen leichter das für Innovationen nötige Kapital einsammeln können. Bei vielen Regelungen auf nationaler oder EU-Ebene stehe derzeit nur der Verbraucherschutz im Fokus, nicht aber die Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit.

Länderübergreifende Initiative
Mahrer will gemeinsam mit Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider eine länderübergreifende Initiative einleiten. Alle Maßnahmen der Europäischen Kommission sollen frühzeitig auf ihre Auswirkungen auf die Standortwettbewerbsfähigkeit überprüft werden. Im Rahmen des „Wettbewerbs-Checks“ soll auch der Aktionsplan der Kommission zur Kapitalmarktunion thematisiert werden. Der Plan sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und decke sich mit den österreichischen Zielen.“
Auch in Österreich müssen regulatorische Hürden hinterfragt werden. Bei neuen Gesetzen sei zu erheben, ob die Kosten für die Betroffenen in einem angemessenem Verhältnis zum Nutzen stehen. Das neue Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) etwa lockert die Prospektpflicht bei kleineren Emissionsvolumen und erleichtert damit die Kapitalbeschaffung – zum Beispiel für Crowdfunding-Projekte. Das Gesetz ist für Mahrer aber nur ein „kleiner Baustein“, es müsse mehr passieren.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 05.10.2015