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17. Juli 2018

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Weltraumwissen für Schüler und Jugendliche

Weltraumwissen für Schüler und Jugendliche©AEC_EcoSat

IT HTL-Ybbs gewinnt mit EcoSat ersten österreichischen CanSat-Wettbewerb. Die Preisträger des vom AEC Linz ausgerichteten Bewerbes messen sich nun mit Europas besten Satellitenbauern und erhalten Kontakte zu führenden Industriebetrieben im Bereich der Weltraumtechnik.

Das Team „EcoSat“ der IT-HTL Ybbs mit Klemens Fischl, Alexander Frais, Maximilian Hierner, Florian Leonhardsberger und Tobias Strondl ist „Österreicherischer CanSat-Meister 2018“. Mit ihrem selbstgebauten Satelliten gelang es alle Missionen des Wettbewerbs erfolgreich zu absolvieren. Die jungen Techniker dürfen sich nun vom 28. Juni bis 1. Juli 2018 auf den Azoren bei der CanSat-Europameisterschaft der ESA (Europäische Weltraumagentur) mit den besten Satellitenbauern Europas messen.
Die HTL Mössingerstrasse in Klagenfurt mit dem Team „Die Edeltechniker“ bestehend aus Patrick Krumpl, Nico Trinker, Stefan Zissernig, David Petritsch und Mathias Schober  belegen beim aktuellen Bewerb den zweiten Platz. Sie erhalten eine Einladung zum Werksbesuch bei der Wiener RUAG Space, Österreichs führendem Weltraumzulieferer. Ausgerichtet wurde der erste österreichische CanSat-Wettbewerb vom Linzer Ars Electronica Center als offiziellem European Space Education Resource Office Austria (ESERO Österreich). Unterstützt wurde der Wettbewerb vom BM für Verkehr, Innovation und Technologie, wo auch die Weltraumagenden ressortieren, der RUAG Space GmbH und dem TU Space Team.

Der CanSat-Wettbewerb
CanSats sind Satelliten in der Größe einer Getränkedose. Je nach den Erfordernissen ihrer Mission, können sie mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet werden. Mittels einer Trägerrakete werden die Minisatelliten spektakulär bis zu 450 Meter hoch in den Himmel geschossen und dann abgeworfen. Während des Sinkfluges zurück zum Boden, messen Sensoren Temperatur und Luftdruck und übermitteln diese Werte an eine Bodenstation. Aus den erhobenen Luftdruckwerten werden Höhe und Fallgeschwindigkeit ermittelt, aus den Messdaten zur Temperatur wird ein Temperaturprofil erstellt. Gebaut wurden die CanSats von Schülern, wobei jedes CanSat-Team aus maximal fünf Mitgliedern bestand.
Um eine CanSat-Mission erfolgreich abzuschließen, müssen die Teams alle Phasen einer echten Weltraummission durchlaufen: Planung der Mission, Konstruktion des Satelliten, Tests der einzelnen Komponenten und des Gesamtsystems und nicht zuletzt auch die Durchführung der Mission unter Realbedingungen. Die Aufbereitung und Auswertung der Daten und die Präsentation der Ergebnisse folgen schließlich im letzten Schritt. Während der ganzen Mission sind nicht nur die technischen Fähigkeiten jedes und jeder Einzelnen gefragt, sondern es werden zudem Soft Skills wie Teamarbeit und interdisziplinäres Denken trainiert.

Ars Electronica Center Linz ist ESERO Österreich
Seit Juni 2016 ist das Ars Electronica Center das österreichische „European Space Education Ressource Office“, kurz ESERO. Mehrere Institutionen hatten sich damals um den Standort des österreichischen European Space Education Ressource Office beworben, den Zuschlag erhielt das Linzer Ars Electronica Center. Das über Jahre hier entwickelte, umfangreiche Bildungsangebot für Schüler aller Schulstufen und die engen Kontakte zu diversen Vertretern des österreichischen Bildungssystems gaben dabei den Ausschlag.
„ESERO lässt sich in diese Strukturen perfekt einbetten“, begründete die ESA ihre Entscheidung. Mit gezielten Lehrerfortbildungen und speziellen Unterrichtsmaterialien wird seither die Faszination für das Thema Weltraum vermittelt und werden junge Mädchen und Burschen für Naturwissenschaft und Technik begeistert. Der CanSat-Wettbewerb, der künftig jedes Jahr in Österreich veranstaltet werden soll, trägt dazu maßgeblich bei. Gefördert wird ESERO-Österreich durch die ESA und das BMVIT und die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 20.04.2018