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Erasmus – ein Muss für Studenten

Erasmus – ein Muss für Studenten (Photos.com)Foto: Photos.com

Kaum ein europäisches Projekt kommt so gut an wie das Studentenaustauschprogramm. Eine Erfolgsgeschichte.

Kaum ein anderes europaweites Projekt hat eine ähnliche Reichweite wie das Erasmus-Austauschprogramm für Studenten. Das mit einem Jahresbudget von 400 Mio. Euro geförderte Projekt ist derzeit in 31 Ländern vertreten; 90 Prozent aller europäischen Hochschulen nehmen daran teil – Tendenz steigend. Seit Programmstart im Jahr 1987 haben insgesamt bereits 1,9 Mio. Studenten davon Gebrauch gemacht. Für 2012 ist eine Erhöhung um etwa 50 Prozent der Gesamtzahl auf drei Mio. Studenten vorgesehen.
Die obersten Ziele des Mammutprojekts sind die Schaffung eines europäischen Hochschulraums, bessere akademische Zusammenarbeit durch Stärkung internationaler Netzwerke sowie Innovation im Forschungssektor. Die Universitäten profitieren von multilateralen Projekten und akademischen Netzwerken, wobei auch Lehrenden die Möglichkeit zur Fortbildung wie auch zum Unterrichten an ausländischen Universitäten geboten wird.
Dabei sind die Universitäten aber längst nicht die Einzigen, die durch das Austauschmodell Vorteile für sich verbuchen können. Studenten wird die Möglichkeit geboten, von Universitäten mit neuen Forschungsschwerpunkten zu profitieren. Weiters kommt ihnen die erworbene Auslands-erfahrung zugute sowie die oft damit einhergehende Festigung oder gar Neuerwerbung von Sprachkenntnissen. Durch einen Auslandsaufenthalt erhöhen sich auch die Berufsaussichten der Teilnehmer, da interkulturelle Kompetenz, Fremdsprachenkenntnisse und Eigenständigkeit zunehmend Teil des Berufsprofils werden und laut einer Studie durch einen längeren Auslandsaufenthalt ebendiese Fähigkeiten verstärkt entwickelt werden.

Interkulturelle Kompetenz
Da durch das Erasmus-Projekt erwiesenermaßen die Anzahl von Fachkräften mit genanntem Anforderungsprofil steigt, ziehen auch die Unternehmen einen Nutzen aus dem Erasmus-Programm. Um auf Dauer von der Globalisierung profitieren zu können, benötigen sie nämlich vermehrt Personal mit internationaler Erfahrung, was sie nicht nur auf dem europäischen Markt wettbewerbsfähiger macht.
2007 feierte das Erasmus-Programm sein 20-jähriges Bestehen und kann auf eine einzigartige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Der Zulauf wird von Jahr zu Jahr größer, und so konnten auch im Studienjahr 2007/2008 wieder Rekordwerte verbucht werden. Ein Aufwärts-trend, der auch vor Österreich nicht haltmacht. So stieg die Zahl der Outgoing Students im letzten Jahr um 15 Prozent auf 4800. Seit dem Teilnahmestart Österreichs 1992 konnten dank des Austauschprogramms bereits über 45.000 Studenten wichtige Auslandserfahrungen sammeln. Auf die Gesamtzahl österreichischer Studenten gerechnet liegt Österreich damit im europäischen Spitzenfeld.
Unter den heimischen Favoriten rangiert dabei nach wie vor Spanien an erster Stelle, gefolgt von Frankreich und Groß-britannien. Der Trend geht aber auch immer mehr in Richtung nördliche Staaten, vor allem Schweden und die baltischen Länder steigen in der Beliebtheitsskala. Die Teilnehmerzahl an dänischen Hochschulen nahm im vergangenen Jahr um zehn Prozent zu. Estlands Universitäten verbuchten heuer sogar einen Anstieg um 78 Prozent. Mit der EU-Osterweiterung wurden aber offenbar auch Nachbarländer wie Slowenien oder Ungarn zunehmend attraktiver.


Emanuel Riedmann, Economy Printausgabe 70-02-2009, 27.02.2009 Kommentar posten

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